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Autor Thema: Heute in der Zeitung  (Gelesen 15452 mal)

Susanne68

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britt

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Susanne68

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FrankUndFrei

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Re: Heute in der Zeitung
« Antwort #19 am: 30. März 2020, 22:15:13 »

dass mit den steigenden Verkaufszahlen für Alkohol, das hätte ich nicht gedacht. Ich habe eher den Eindruck, die Leute machen jetzt eher viel mehr Sport . Überall sieht man die Leute joggen, laufen oder rennen.  Ich habe meine Tochter jetzt auch dafür begeistern Können.
Das habe ich jetzt davon  ;): Jetzt muss ich täglich (!)  eine Stunde mit ihr laufen gehen , statt wie früher einmal am Wochenende und dann noch einmal unter der Woche . Das unter der Woche dann aber auch nur  wenns denn passte,und meistens passte es eben nicht  >:(

Naja wahrscheinlich lebt momentan  jeder die Richtung in die er vorher schon tendierte noch etwas extremer aus. Bin ich froh, dass das bei mir jetzt der Sport ist.
So muss ich mir wenigstens keine Gedanken machen ob ich genug Alk und Kippen im Haus habe wenn es hart auf hart kommt.
Und für Sport ist auf jeden Fall gesorgt.  Habe vor ein paar Wochen ein gebrauchtes, aber sehr solides Laufband erstanden.Eigentlich für den Fall das mal Schiet -Wetter ist . Ich hoffe ja nicht dass ich mal unter Quarantäne gestellt werde,aber wenn doch muss ich wenigstens nicht auf dem Balkon oder im Garten Im Kreis rennen  :D
LG
Frank
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FrankUndFrei

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Re: Heute in der Zeitung
« Antwort #20 am: 30. März 2020, 22:42:58 »

...wen ich mir das so überlege, das wäre jetzt echt eine Sch... - Situation für mich gewesen. Bei Zigaretten habe ich ja immer zugesehen, dass die mir zu keiner Tages- oder Nachtzeit ausgehen, da hätte ich mich bevorraten können.
Aber Alkohol habe ich ja nie in größeren Mengen zu Haus gehabt, sondern ich habe jeden Tag immer nur so viel gekauft, wie ich mir für diesen Abend zugestehen wollte. Dabei isses natürlich nie  geblieben und ich bin jeden Abend/Nacht ein bis zweimal Nachschub holen gegangen.
Aber was hätte ich heutzutage gemacht um  für den Fall der Fälle  "vorzusorgen"?
Gut dass sich die Frage nicht stellt....
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gerd48

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Re: Heute in der Zeitung
« Antwort #21 am: 31. März 2020, 07:09:09 »

Zitat
mit den steigenden Verkaufszahlen für Alkohol
Wenn die Gaststätten geschlossen und Ansammlungen vor Kiosken verboten sind, wird zuhause getrunken.
Das Problem wird eher sein, den gewaltigen Konsum weiterhin vor der Familie zu verheimlichen und es dadurch
zu vermehrten Streitigkeiten innerhalb der Familie kommt.
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britt

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Re: Heute in der Zeitung
« Antwort #22 am: 31. März 2020, 11:11:01 »

Es ist beängstigend, was gerade in  "Alkoholikerfamilien" abgeht....

Bleibt oder werdet gesund!
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Rekonvaleszent

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Re: Heute in der Zeitung
« Antwort #23 am: 31. März 2020, 12:16:48 »


Aber was hätte ich heutzutage gemacht um  für den Fall der Fälle  "vorzusorgen"?


Tankstellen, Supermärkte, Getränkemärkte sind offen. So einfach ist das.

Klar hätte ich früher einen ordentlichen Vorrat im Keller angelegt, um mich qua Alkohol innerlich zu desinfizieren. Das wäre ein prima Vorwand gewesen.

Was in den Familien abgeht, male ich mir nicht aus. Wir haben mit uns genug zu tun.

Gruß
Rekonvaleszent
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Rina

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Re: Heute in der Zeitung
« Antwort #24 am: 31. März 2020, 17:48:45 »

In meinem SHG-Umfeld hat es seit der nationalen Ausgangssperre viele Rückfällige gegeben - was ich traurig finde aber sehr gut nachvollziehen kann. Wir sind seit 2,5 Wochen eingesperrt, gehen noch von mindestens einem Monat aus,da macht sich perspektivlosigkeit breit.V.a. Alleinstehenden fällt die Decke auf den Kopf,ich verstehe dass für manche der Griff zur Flasche nahe liegt. Um ehrlich zu sein kam mir der Gedanke auch schon kurz und zum Glück nicht ernsthaft..aber ja,es hätte verheerende Folgen und ich wäre schnell wieder zur Abstinenz gezwungen, meine Wohnlage und die Besorgungsmöglichkeiten liessen einen längeren Absturz gar nicht zu. Die Bussen für unnötige Einkäufe (darunter fällt Alk) sind zu hoch und die Polizeikontrollen zu häufig als dass sich das organisieren liesse. Und man kann schlecht jeden Tag einen Grosseinkauf machen um die paar Flaschen rechtfertigen zu können.

In einer Region Frankreichs wurde der Alkoholverkauf verboten. Die Behörden haben die vermehrt auftretende häusliche Gewalt schnell mit dem gestiegenen Alkverkauf in Verbindung gebracht und kurzen Prozess gemacht. Leider wird das landesweit wohl nie greifen.

Ich denke ehrlich gesagt sehr viel an die Familien wo Alkoholismus ein Thema ist,an die steigende Gewalt, an die Kinder...das beschäftigt mich sehr,es macht mich unendlich traurig. In solchen Extremsituationen zeigt sich das ganze besch*** Ausmass dieser Droge noch heftiger und es ist immer noch ganz normal dass sich das Volk legal ins Jenseits saufen darf...die Konsequenzen tragen die Schutz- und Hilflosen deren Schreie hinter den dicken Mauern oft niemand hört.

Ich schliesse mich Bettys „bleibt gesund „ an,

Lg
Rina
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Susanne68

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Re: Heute in der Zeitung
« Antwort #25 am: 31. März 2020, 21:00:26 »

Zitat
mit den steigenden Verkaufszahlen für Alkohol
Wenn die Gaststätten geschlossen und Ansammlungen vor Kiosken verboten sind, wird zuhause getrunken.
Das Problem wird eher sein, den gewaltigen Konsum weiterhin vor der Familie zu verheimlichen und es dadurch
zu vermehrten Streitigkeiten innerhalb der Familie kommt.

wir haben in Deutschland fast 40 Prozent Singlehaushalte, in Städten noch viel mehr, Leute die zu Hause niemand beaufsichtigt, und da ist es ja grade oft der Job oder irgendein Verein, wo sie ihre Kontakte haben. Was jetzt alles nicht mehr geht. Einsamkeit und fehlende Struktur ist ja für viele auch Grund zu trinken. Ich glaub im Homeoffice, allein zu Haus, können diese Probleme schon auftreten.
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Susanne68

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Re: Heute in der Zeitung
« Antwort #26 am: 31. März 2020, 21:25:45 »

dass mit den steigenden Verkaufszahlen für Alkohol, das hätte ich nicht gedacht. Ich habe eher den Eindruck, die Leute machen jetzt eher viel mehr Sport . Überall sieht man die Leute joggen, laufen oder rennen. 

Hier bei uns sind auch viel mehr Leute draussen. Wir denken, das kommt zum Teil weil der ganze Vereinsport ruht und vielleicht auch, weil jetzt alle noch mal rauswollen, so lange man noch darf. Fernsehsport ist ja wohl auch weniger, keine Ahnung, guck ich nie. Ausserdem ist Frühling. Und sonst ist halt auch nichts los, keine Konzerte, keine Frühlingsfeste, nichts.

Bleiben aber wahrscheinlich immer noch genug übrig, die zu Hause hocken. Denn die ganz große Masse sehe ich draussen trotzdem nicht. Kein Vergleich zu irgendwelchen Volksfesten z.B..

Sport und Alkohol ist im Übrigen für viele Leute kein Widerspruch. Wo ist das Problem, erst Joggen und sich dann die Rübe zusaufen? Kenne ich X, die das schon immer so machen. Und sich einbilden, sie leben ja so gesund, da macht ihnen der Alkohol nichts.
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FrankUndFrei

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Re: Heute in der Zeitung
« Antwort #27 am: 31. März 2020, 22:46:37 »

Tankstellen, Supermärkte, Getränkemärkte sind offen. So einfach ist das.
Naja solange du nicht in Quarantäne musst weil du eine Kontaktperson bist oder womöglich tatsächlich infiziert  bis ist ja alles paletti. Aber ansonsten musst du dir schon vorher überlegen was du für 2 Wochen zu Hause haben musst, oder eben gegen die Vorschriften verstoßen ...wahrscheinlich hätte ich damals wohl letzteres getan, obwohl ich mich eigentlich als gesetzestreuen Bürger bezeichnen würde, aber damals wäre es eben aus gewesen mit der Gesetzestreue und auch mit dem Verantwortungsgefühl wenn mein Konsum bedroht gewesen wäre.
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FrankUndFrei

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Re: Heute in der Zeitung
« Antwort #28 am: 31. März 2020, 23:03:11 »

Sport und Alkohol ist im Übrigen für viele Leute kein Widerspruch. Wo ist das Problem, erst Joggen und sich dann die Rübe zusaufen? Kenne ich X, die das schon immer so machen. Und sich einbilden, sie leben ja so gesund, da macht ihnen der Alkohol nichts.
War für mich damals auch kein Widerspruch und dazu noch gequalmt wie ein Schlot. Bei mir war es allerdings umgedreht...noch etwas heftiger: Nach einer durch gesoffenen Nacht nachmittags die Zähne zusammengebissen und rennen gegangen mit noch reichlich Restalkohol und oft genug auf den ersten Kilometern gegen den rebellierenden Magen ankämpfend.
Aber weißt du was,ich bin überzeugt das mir das den A... gerettet hat , dass ich wenigstens noch Sport gemacht habe. Ich glaube dass es mir der Sport ermöglicht hat, die Sucht über Jahre auf kleiner Flamme zu köcheln - unter Kontrolle hatte ich die Sucht dadurch natürlich trotzdem nicht
Danach kam dann eine Phase (Kind und Familie) wo ich keinen Sport mehr gemacht habe, aber auch nicht so viel gesoffen habe - mangels Gelegenheit.
Nach der Trennung war dann wieder genügend Gelegenheit da - alleine in der eigenen Wohnung - und Sport habe ich auch keinen mehr betrieben. Da steigertet sich die Dosis wirklich rapide  von 3 Pullen Bier am Abend auf bis zu 7 oder manchmal sogar mehr innerhalb eines halben Jahres.
Den Sport habe ich dann wieder aufgenommen als ist ca. ein Jahr trocken war und ein weiteres Jahr später habe ich aufgehört zu rauchen, das hätte ich definitiv ohne Sport auch nicht gepackt.

Also --- natürlich  leben die von dir beschrieben Leute nicht gesund, Susanne , aber der Sport den sie betreiben  kann der Brückenkopf zu einem drogenfreien Leben sein.  Und wenn man in seiner Jugend viel Sport (vor allem Ausdauertraining)  bleibt eine gewisse Grundfitness auf die man später wieder aufbauen kann auch lange  Zeit erhalten.
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Susanne68

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Re: Heute in der Zeitung
« Antwort #29 am: 01. April 2020, 09:08:02 »

Ja, ich war auch schon immer ziemlich fit und dabei geschlotet, gegiftet, und gesoffen. Und dabei Bergsteigen, wofür ich auch trainieren musste und dazu immer gut und hochwertig gegessen. Hat sicher einige Schäden abgewendet. Andererseits hab ich da auch hirnrissige Sachen gemacht, Schnaps und Dope den Berg hochgeschleppt und auf 4000 m erst mal eine angesteckt. Bis ich mal fast nicht mehr runterkam, dann habe ich das auf hinterher verlegt, ausser dem Rauchen, das musste immer sein. Mir hat da mal einer gesagt, ich soll mir mal überlegen, wie fit ich wäre, wenn ich das lassen würde..hat nichts bei mir bewirkt. War mir sowieso klar, aber ich konnte es halt damals nicht lassen. Und oft standen Andere drumrum, die die Kippen aus gutem Vorsatz im Tal gelassen hatten und bettelten, ob sie nicht vielleicht eine haben könnten. "Gipfelschnaps" stellt in diesen Kreisen eine Art Tradition dar. Auf vielen Gebirgsütten ging und geht es oft hoch her. Morgens wird dann links und rechts des Wegs gekotzt und gelitten.

Auch dass ich mich aus meiner Behinderung, die damit nichts zu tun hatte und erst nach Jahren der Trockenheit auftrat (Unfall) , so weit raustrainiert habe, dass ich fast normal leben kann, habe ich wohl nur gemacht, weil ich diese Grundfitness habe und weil es mich auch weiterhin nach draußen gezogen hat.

Ich sehe das auf jeden Fall schon auch so, dass ich einige meiner schlimmsten Zeiten nur deswegen überstanden habe, und auch, weil ich das rausgehen immer als "was für die Seele tun" empfunden habe..was ja nun in der Corona-Krise wieder ganz aktuell ist.
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