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Autor Thema: Ich bin Britt  (Gelesen 71321 mal)

Britt

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Re: Ich bin Britt
« Antwort #15 am: 24. Juli 2018, 17:17:05 »

Ja, Gerchla du hast Recht,
Ich und ein Großteil meiner Familie sind im Polizeidienst, deshalb auch meine Frage an Greenfox. Ich möchte hier nicht zu privat werden.
Mir geht es nicht so gut, morgen habe ich einen Termin bei meiner Therapeutin.
Aber ich trinke nicht und nur das zählt.
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Gerchla

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Re: Ich bin Britt
« Antwort #16 am: 24. Juli 2018, 17:28:08 »

Danke liebe Britt, jetzt verstehe ich das etwas mehr.

Ganz wichtig, dass Du nicht trinkst. Denke immer daran, dass der Tag danach kommen würde. Nur ganz kurz, nur sehr beschränkt könnte Dir der Alkohol eine trügerische Erleichterung verschaffen. Um Dich dann umso gewaltiger in die Tiefe zu reißen. Du weißt das, Du hast das schon erlebt.

Sehr gut, dass Du morgen einen Termin bei Deiner Therapeutin hast.

Und Du hast Recht, Du trinkst nicht und nur das zählt. Erst mal, jetzt und auch in der nächsten Zeit. Aber versuche, wenn Du irgendwie kannst, diese Zeit die Du Dir jetzt ohne Alkohol erkämpfst dafür zu nutzen, Deine Zukunft zu gestalten! Da kann Dir Deine Therapeutin bestimmt auch helfen. Nutze Deine Zeit Dir ein Leben vorzubereiten, dass Du dann ohne Alkohol dauerhaft führen kannst. Und zwar, und das finde ich ganz wichtig, ohne das Du kämpfen musst. Ohne das es Dir schwer fällt sondern weil Du es so willst und es auch genießt.

Das geht, glaube mir. Es geht, wenn es das Leben ist, dass Du leben möchtest. Wenn Du das Leben führst, dass Du Dir wünscht, wirst Du das erreichen. Das es auch in diesem Leben mal Probleme gibt steht außer Frage. Aber wenn Du es richtig machst und klar bist, Dich gefunden hast, dann werden Dich Probleme, auch größere, nicht mehr ins Wanken bringen. Dann wirst Du sie lösen, und zwar ohne dabei auch nur einmal an Alkohol zu denken.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft!

LG
gerchla
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Greenfox

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Re: Ich bin Britt
« Antwort #17 am: 24. Juli 2018, 20:01:01 »

Hallo, Britt!

Wenn Du Dir Deine Posts mal richtig durchliest - woher sollte ich wissen oder ahnen, dass Du ebenfalls Polizistin bist? Ich habe keine funktionierende Glaskugel zu Hause.
Von daher wollte ich Dich also nicht belehren - aber die Wenigsten wissen wirklich, was in so einer Dienstschicht abgeht. Es hätte also auch genügt, wenn Du nur kurz geschrieben hättest, dass wir Kollegen sind. Punkt.

Zu Deiner Frage:
Ich weiß nicht wie andere Kollegen privat sind. Ich weiß, dass ich schon immer - also auch schon bevor ich vor etwas über 35 Jahren bei der Polizei anfing - nicht der Einfachste war. Vielleicht nicht immer nur "Schwarz-Weiss-"-Denke, aber wenn ich eine Überzeugung hatte, habe ich diese auch vertreten. Bis ich die Überzeugung auf Grund geänderter Erfahrungen, Erkenntnisse geändert habe. Ich bemühe mich um Objektivität - ob es mir gelingt  nixweiss0
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Britt

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Re: Ich bin Britt
« Antwort #18 am: 25. Juli 2018, 10:08:29 »

Guten Morgen,
lieber Greenfox,
Zitat
     Es hätte also auch genügt, wenn Du nur kurz geschrieben hättest, dass wir Kollegen sind. Punkt.
Mit deinem oben Zitierten bewirkst du bei mir leider dieses scheiß Gefühl, WIEDER was falsch gemacht zu machen..Warum habe ich immer dieses Gefühl? Warum immer dieses „hätte“?
Es "hätte" ja auch genügt, einfach aufzuhören....
LG
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Dietmar

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Re: Ich bin Britt
« Antwort #19 am: 25. Juli 2018, 11:44:34 »

... ich wollte was dazu schreiben, aber dann habe ich es wieder gelöscht.

Nur so viel Britt: Ich verstehe Dich sehr gut in Deinen Empfindungen!
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Greenfox

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Re: Ich bin Britt
« Antwort #20 am: 25. Juli 2018, 12:00:57 »

Warum immer dieses „hätte“?

Manchmal bewirkt es etwas für die Zukunft und bewahrt einen vor zukünftigen "Fettnäpfchen".

Wie gesagt: manchmal (wirkt es so bei mir).
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Britt

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Re: Ich bin Britt
« Antwort #21 am: 26. Juli 2018, 08:17:30 »

Guten Morgen,
der Termin bei meiner Therapeutin tat mir gut.  Es werden noch weitere folgen.
Sie hat mir eine s.g. stabilisierungsorientierte Festigungsbehandlung (StoF) angeboten . Diese Behandlung ist nur für abstinent lebende Alkoholiker vorgesehen und dient dazu,
die persönliche Stabilität zu erhöhen. 3 Wochen stationäre Therapie mit anschließender ambulanten Nachsorge. Kennt das vielleicht jemand bzw. hat jemand damit Erfahrung?
LG
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Greenfox

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Re: Ich bin Britt
« Antwort #22 am: 26. Juli 2018, 08:45:23 »

 nixweiss0 Noch nie gehört. Würde mich auch interessieren!
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Britt

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Dietmar

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Re: Ich bin Britt
« Antwort #24 am: 26. Juli 2018, 16:46:18 »

Hallo Britt,

Die StoF Therapie, die auch von der Caritas angeboten wird, kann ich Dir wirklich nur empfehlen!

Das Problem dabei ist nur, dass Deine Suchtberatung eine geeignete Klinik finden muss, die die 3-wöchige stationäre Anfangsphase auch durchführt. Nicht alle machen das.

Danach die Nachsorge läuft - je nach Suchtberatung - sehr ähnlich, wie die "normale" Nachsorge nach einer LZT.

So wie ich es noch von mir in Erinnerung habe (auch durch div. Fortbildungen in der Selbsthilfe), konzentriert sich StoF auf die kritischen Situationen im Alltag der Abstinenten. Man erarbeitet gemeinsam Ausweich- bzw. Bewältigungsstrategien.
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Britt

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Re: Ich bin Britt
« Antwort #25 am: 26. Juli 2018, 18:37:43 »

Lieber Dietmar,
danke, gern hätte ich deinen gelöschten Beitrag gelesen.
Meine Klinik wäre die St. Vitus . Sowohl nur für Frauen als auch nur für Männer. Für mich “eigentlich“ ein guter Weg zur zufriedenen Abstinenz. Ich denke darüber nach.
LG
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Gerchla

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Re: Ich bin Britt
« Antwort #26 am: 27. Juli 2018, 09:13:59 »

Hallo Britt,

So wie ich es noch von mir in Erinnerung habe (auch durch div. Fortbildungen in der Selbsthilfe), konzentriert sich StoF auf die kritischen Situationen im Alltag der Abstinenten. Man erarbeitet gemeinsam Ausweich- bzw. Bewältigungsstrategien.

Ich habe diesbezüglich keinerlei eigene Erfahrungen. Und wie ich aus den Beiträgen von Dietmar weiß, hat er über die verschiedensten Therapieformen in Bezug auf unsere Krankkeit ein sehr umfassendes Wissen. Trotzdem würde ich gerne meine Gedanken dazu da lassen, die Dietmar gerne korrigieren kann, wenn ich irgendwas komplett falsch einschätze.

Es scheint mir ja ein Hilfsangebot an trockene Alkoholiker zu sein, die sich z. B. gerade in einer schwierigen Lebensphase befinden und, salopp ausgedrückt, Angst um ihre Abstinenz haben. Oder auch an trockenen Alkoholiker, die z. B. durch ein bestimmtes Ereignis aus der Bahn geworfen wurden, viellicht eine schlimme Diagnose eines Arztes oder auch irgend etwas anderes, dass sie selbst nicht in der Hand haben.

Mir geht es bei meinen Gedanken, bei dem was ich sagen will, jetzt tatsächlich um dieses "nicht selbst in der Hand haben". Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass so eine Therapie sehr hilfreich sein kann, wenn man Gefahr läuft wieder den Alkohol als Problemlöser ins Auge zu fassen. Weil z. B. ein lieber Mensch verstorben ist oder man vielleicht auch anderweitig einen schweren Schlag versetzt bekommen hat. Wenn man dadurch dann am Sinn seines eigenen Lebens zu zweifeln beginnt und denkt, jetzt ist es schon egal. Da kann ich mir wengistens mit Alkohol mal ein paar Stunden Erleichterung verschaffen.

Da gibts aber dann ja auch noch die Art von Problemen, die man sozusagen dauerhaft mit sich herum schleppt. Dinge, die man eigentlich selbst ändern könnte und sie auch ändern müsste um eine positive Veränderung überhaupt erzeugen zu können. Dinge, die jetzt nicht mit einem bestimmten Ereignis zusammen hängen sondern die in einer großen Gesamtkonstellation zu sehen sind. Dinge vielleicht, die einem von vorne herein überhaupt erst dazu gebracht haben, den Alkohol als Problemlöser oder Entspannungsmittel zu nutzen. Und die auch nach dem Ausstieg aus der Sucht nicht beseitigt wurden oder beseitigt werden konnten. Die aber eigentlch trotzdem permanent weiter belastend waren und die man nur mit großem Kraft- und Energieaufwand soweit zurück drängen konnte, dass sie nicht wieder als Auslöser für den Griff zur Flasche wurden. Und dadurch aber trotzdem permanent wie ein Damoklesschwert über einem schweben.

Wie gesagt, ich kenne mich da nicht aus. Vielleicht wird in dieser Therapieform ja auch genau über solche Sachen gesprochen. Das wäre natürlich prima und sehr hilfreich um den richtigen Weg zu finden. Falls nicht, dann müsste man wohl andere Wege gehen.

Diese Gedanken wollte ich einfach mal da lassen. Ich denke halt immer: Sollte man die Ursache für sein Unwohbefinden selbst tatsächlich kennen, und sollte man in der glücklichen Lage sein diese Ursache auch selbst beseitigen zu können, dann ist das immer der beste Weg. Kennt man die Ursache nicht genau, dann wäre es gut sie heraus zu finden. Und stellt man zu guter Letzt fest, dass man die Ursache zwar kennt, aber nicht beseitigen kann, ja dann sollte man Strategien entwickeln damit leben und umgehen zu können. Aber auch nur dann....

LG
gerchla
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Britt

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Re: Ich bin Britt
« Antwort #27 am: 27. Juli 2018, 09:53:52 »

Zitat
[…..die z. B. durch ein bestimmtes Ereignis aus der Bahn geworfen wurden, vielleicht eine schlimme Diagnose eines Arztes oder auch irgend etwas anderes, dass sie selbst nicht in der Hand haben….]
[…..man vielleicht auch anderweitig einen schweren Schlag versetzt bekommen hat. Wenn man dadurch dann am Sinn seines eigenen Lebens zu zweifeln beginnt und denkt, jetzt ist es schon egal. Da kann ich mir wengistens mit Alkohol mal ein paar Stunden Erleichterung verschaffen.…..jetzt tatsächlich um dieses "nicht selbst in der Hand haben"…..sondern die in einer großen Gesamtkonstellation zu sehen sind….]
     
Lieber Gerchla,
danke, deine Worte berühren mich zutiefst.
Bei mir kommt Vieles zusammen…Todesfälle…2xKrebs…also, das Gefühl nicht mehr „Frau“ zu sein, mein Unvermögen, keine klaren Ansagen machen zu können.  Mein Selbstbewusstsein schwindet und daran muss ich unbedingt arbeiten, sonst bin ich stark gefährdet, rückfällig zu werden.
Danke und LG
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Gerchla

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Re: Ich bin Britt
« Antwort #28 am: 27. Juli 2018, 10:17:18 »

Liebe Britt,

ich wünsche Dir von Herzen, dass Du Deinen Weg finden kannst. Du hast es Dir verdient.

Und wenn Dich diese Therapie weiter bringen kann, dann zögere nicht. Und so scheint es ja zu sein. Also überlege nicht, mache es! Mach etwas für Dich, nur für Dich! Aber um Himmels Willen greif nicht wieder zum Alkohol. Du kannst wirklich sicher sein, damit wirst Du nicht nur nichts erreichen, sondern zusammen mit dem Zeug untergehen.

Es ist sehr gut, dass Du etwas unternimmst, dass Du erkennst, dass Du gefährdet bist und es nicht einfach verdrängst oder ignorierst. Das macht Dich stark.

Bleib bitte dran!

LG
gerchla
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Dietmar

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Re: Ich bin Britt
« Antwort #29 am: 27. Juli 2018, 13:56:41 »

Hallo Britt,
lieber Gerchla,

StoF, und auch andere ähnliche bis fast gleiche „Stabilisierungs“-Therapien sind schon allein von ihrer Benennung her für trockene Alkoholiker, die auch überzeugend dargestellt abstinent bleiben wollen, die eben noch nicht die „Stabilität“ haben, die sie sich auf ihrem trockenen Lebensweg wünschen.
Ich selbst bin eigentlich viel zu sehr Realist, bestimmt auch aufgrund meiner Eigenerfahrung, dass ich mir – in allen Belangen – und zu jeder Zeit – sicher wäre, dass ich „mein Leben (also komplett mit allem, was darin tangiert wird) „selbst in der Hand habe“.
Im Grunde genommen glaube ich, dass eine dauerhafte „stabile“ Abstinenz und Zufriedenheit, die ja nicht allein bloß von der Abstinenz abhängig ist, eine gesunde Mischung aus …

  • Aktiver Achtsamkeit zu sich selbst
  • konstruktiven, zielführenden Problemlösungen (Strategien) zu div. Angelegenheiten
  • gesundheitlicher Fürsorge für sich selbst
  • Vorsorge für eventuelle schlechtere Zeiten
  • solides, unterstützendes soziales Umfeld (nicht nur auf die Abstinenz bezogen!)
  • realistischen Zielsetzungen und realistischen Wünsche und Erwartungen
  • … und ganz viel Glück, Wohlwollen des Umfelds etc. etc. ist.

Ich glaube, weil die Gesamtbefindlichkeit eines Menschen (egal ob Alki oder nicht) höchst individuell ist, kann man diese Stabilität auch nicht immer an so Extremsituationen wie schlimme Diagnosen, Todesfälle, Unfälle, usw. festmachen.
Da tickt einfach jeder viel zu unterschiedlich. Beim einen wird die Katze überfahren, und er ist aus der Bahn geworfen, worüber ein anderer nur milde lächeln kann. Bei Letzterem geht z. B. ein Karriereziel flöten, was ihn gewaltig durchrüttelt, wo der Erste wiederum überhaupt keine Probleme hätte.

Um mit den gesamten Aufgabenstellungen, den erwartbaren und den unerwarteten, des Lebens so zurecht zu kommen, dass man von einer „psychischen Stabilität“ reden kann, dazu bedarf es m. E. gerade bei Menschen mit einer latenten Suchtveranlagung mehr, als eine 16-wöchige LZT oder wie hier angesprochen einer Stabilisierungstherapie (auch Auffrischungstherapie genannt).
Dazu ist ein jahrelanger, ggf. sogar jahrzehntelanger Prozess des aktiven Tuns, usw. (s.o.) notwendig.
Solche Stabilisierungstherapien sind im Grunde „nur“  die Richtungsweiser, und in aktueller akuter instabiler Lebenssituation dazu da, um das schon mal Erlernte wieder aufzufrischen und zu verinnerlichen. Auch, um z. B. endlich die Dinge anzugehen, die zuvor nicht so pressiert haben und vor sich hin gedümpelt sind.

Britt, den gelöschten Beitrag kann und will ich nicht mehr hier reinstellen, aber Auszüge davon, die mir allein auf Dich bezogen wichtig erschienen in Deiner Missstimmung mit Greenfox.
Zitat
Mein Selbstbewusstsein schwindet und daran muss ich unbedingt arbeiten, sonst bin ich stark gefährdet, rückfällig zu werden.
Genau das ist einer der (vielen) Knackpunkte, nicht nur, aber besonders bei suchtkranken Menschen: Entweder war das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl schon vor dem Erwerb der Sucht massiv gestört, oder aber sie wurden durch die Sucht in Mitleidenschaft gezogen.
Eine, der auch von Dir hier im Disput beschriebenen Auswirkungen ist, dass Betroffene ihr Befinden, also ihr Denken und Fühlen, sehr stark von den Außeneinwirkungen (hier z. B. von den Äußerungen Greenfoxs) abhängig machen.
Du fragst Dich sofort: „Habe ich etwas falsches gesagt, geschrieben, dass der Andere so oder so reagiert?“
Ich würde, weil ich denke, dass ich mein Selbstbewusstsein und mein Selbstwertgefühl wieder zurückerobert habe, bestenfalls denken „was ist das für ein grober, ungehobelter Klotz“, wobei es ja auch sein kann, dass Du durch Deine Fragen bei ihm seine empfindlichen Stellen angesprochen hast. Aber dann liegt das trotzdem in seiner, und nicht in Deiner Verantwortlichkeit, es sei denn, Du wärst völlig ungeziemend oder verletzend gewesen, was Du aber nach meiner Lesart nicht warst.

Das kann bei StoF für Dich ein Thema sein, an dem Du gemeinsam mit den Therapeuten arbeiten kannst. Und das braucht natürlich seine Zeit, bei so einer gravierenden Schädigung in der Persönlichkeit kann niemand einfach nur einen Schalter umlegen!
Wenn Du Dein Befinden „immer“ sehr stark von den Außenwirkungen abhängig machst, dann kannst Du im Prinzip nie „in Dir ruhen“ und zu Dir  und mit Dir tiefe Zufriedenheit empfinden. Weil ich bin sicher, es wird immer eine/r daherkommen, der/dem irgendetwas an Dir nicht passt. Die haben dann allerdings ganz andere Schäden in der Persönlichkeit, auf die ich hier nicht eingehen möchte.

Jedenfalls, was Du hier schreibst, von Dir preisgibst und aus Deinem Empfinden heraus zum Ausdruck bringst, kann nie falsch sein, und ist es auch nie – für Dich!
Ich pflege an dieser Stelle immer zu sagen: "Nimm einfach mit, was Dir gut tut und Dich weiterbringt. Den Rest kannst Du getrost liegen lassen …“  ;)
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