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Autor Thema: Ich will es schaffen  (Gelesen 11037 mal)

Chloé

  • Gast
Re: Ich will es schaffen
« Antwort #15 am: 27. April 2017, 16:58:13 »

Hallo zusammen und danke für eure Antworten

Betreffend Umfeld weiss ich eines ganz genau. Ich werde niemals meine Arbeitskollegen informieren. In all den Jahren war ich nicht einmal mit Alkohol intus am Arbeitsplatz. Wenn ich in meinem Job Fehler machen würde, könnte das für Patienten verheerende Folgen haben.Daher ist es mir nie schwer gefallen da nüchtern zu sein.
Am Freitag gehe ich mit meiner besten Freundin essen. Ihr werde ich es erzählen. Wir kennen uns seit 30 Jahren und ich bin gespannt was sie dazu meint. Ansonsten lass ich es auf mich zu kommen. Bin mir echt nicht sicher ob ich es meinen Eltern erzähle, obwohl wir ein sehr enges und gutes Verhältnis haben. Dazu muss ich noch sagen, ich finde den Alkoholkonsum von meinem Vater ebenfalls sehr bedenklich, besonders seit er pensioniert ist.

Ich möchte noch etwas zum kontrollierten Trinken schreiben. Ich habe mir das Buch von Allen Carr, Endlich ohne Alkohol!, angehört. Und ich stimme ihm zu, dass man beim KT einen ewigen Kampf hat. Das hört nie auf. Für mich wäre das zu anstrengend. Ich habe vor ein paar Jahren aufgehört Fleisch zu essen. Zuerst war es mein Vorsatz zu reduzieren, so nach dem Motto, zurück zum Sonntagsbraten, also ein mal pro Woche. Ich fand das aber sehr schwierig. Ständig hatte ich Lust auf Fleisch und ass darum natürlich mehr als ein mal pro Woche. Als ich ganz damit aufgehört habe, war die Lust noch eine Zeit da. Es wurde aber innerhalb kurzer Zeit normal kein Fleisch zu essen und heute könnte ich es mir nicht mehr vorstellen. Nur noch nebenbei, ihr könnt euch nicht vorstellen zu was für Diskussionen das ständig führt...
Aus diesem Grund, liebe Linda, finde ich nicht, dass meine Situation schwieriger ist als deine. Klar ich stehe absolut am Anfang. Mein Weg ist noch weit. Aber ich bin sicher, ich werden ans Ziel kommen! Dein Weg hört ja irgendwie nie auf, oder?
Nochmal zum Buch. Ich weiss nicht ob es jemand von euch gelesen hat. Er spricht ja immer davon, dass Alkohol nichts andres ist als ein Gift, stimmt ja auch. Dieser Gedanke hilft mir als Gesundheitsfreak natürlich sehr. Auch sonst fand ich das Buch gut.

Muss los, liebe Grüsse
Chloé

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fran53

  • Gast
Re: Ich will es schaffen
« Antwort #16 am: 27. April 2017, 18:32:17 »

Eine Vegetarierin! Freu, du musst uns schon "erhalten bleiben".

Was war deine Motivation? Für mich die Tierquälerei in Folge der Massentierhaltung. Es ist interessant, wie viele Leute relativieren ("ich kauf eh Biofleisch, früher hab ich viel mehr Fleisch gegegessen"), aber schätzomativ wird immer noch 80 bis 90% Fleisch aus Massentierhaltung (die wenigsten wollen einen fairen Preis für Fleisch bezahlen) konsumiert.

Die Diskussionen habe ich auch bis oben hin satt. Gerade als Mann wird man noch schiefer angesehen. Weil Fleisch essen mache ja sooo männlich. ::) Es gibt viele, die sagen sie finden es gut, aber auch genug Verstockte ind Unbelehrbare oder die einfach nur provozieren wollen. Diese links liegen lassen ist am besten.

Also Verzicht auf Fleisch war für mich eine relativ leichte Übung (ausser Fisch, den könnte ich hie und da vermissen), viel leichter als auf Alkohol (fand ich auch nicht sooooo schwer, aber leichter als auf Koffein und Nikotin zu verzichten). ZuckerverzIcht fiel mir auch etwas schwerer. Aber jetzt habe ich so gut die kein Gusto mehr auf Zucker und Fleisch. Wenns was deftigeres sein soll, manchmal Milchpridukte, Tofu, ...

Ich finds interessant, wie sich der Körper umstellt, mir schmecken Obst, Gemüse, Nüsse (das den Körper im Ggs. zu Zucker und sonstigem Junkfood) gut tut. Ich habe ein gutes Gefühl dabei und mein Gewicht hat sich auch etwas reduziert. Entweder man bekommt eine feinere Nase oder es stimmt wirklich, dass Fleischesser wenig gustelige Ausdünstungen haben (die man vorher nicht wahrgenommen hat).

Ich habe zwei zum Thema passende Bücher im Bücherthread erwähnt. Das Jonathan Safran Foer "Tiere essen" und das Buch von John Joseph "Meat is for pussies" (der Titel könnte abschrecken, da ist aber in etwa der Begriff Weichei, Warmduscher gemeint, und es ist eher doch sehr direkt, also eher nicht für zarbesaitete...). John Joseph hat u.a. geschrieben, die Welt heutzutage ist, nur wegen dem ähnlich einem Krebsgeschwür wuchernd wachsenden Anzahl der Menschen und seinem gierigen Verhalten, für die Tiere die Hölle auf der Erde. Wie wahr, da stimme ich völlig zu. Da ist etwas völlig aus dem Gleichgewicht geraten. Ausserdem sind eine ganze Anzahl Extremsportler Vegetarier, oder zb. auch die österreichische Extrembergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner. Oder der Arzt/Autor Fred Bisci, seit Jahrzehnten Vegetarier und Rohköstler, der mit 84 Jahren noch täglich 10 Meilen lief/läuft.

Bin wenig vom Thema abgekommen, aber das wolte ich jetzt dazu schreiben.
« Letzte Änderung: 28. April 2017, 08:33:23 von franz68 »
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Linda

  • Gast
Re: Ich will es schaffen
« Antwort #17 am: 27. April 2017, 19:17:22 »

Nur ganz kurz, ich muß gleich weg ....

Ich bin auch Vegetarier. Ovo-Lacto. Schon seit Ewigkeiten. Aus Tierliebe.

Aber ich rede eigentlich nie darüber, im Gegenteil, ich versuche es in Ess-Gesellschaften geheim zu halten, weil ich diese bekloppten Kommentare so demaßen über habe, dass ich das nicht mehr aushalte.

Das Neuste, was ich zu hören bekommen habe: "Ich bin ja auch Vegetarier, Sekundärvegetarier, ich esse die Tiere, die vorher nur Gras und so gegessen haben!" Wie lustig!!!!Und wie intelligent!!!! Einfach nur schrecklich.

Das dazu von mir.

Schönen Abend
Linda
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fran53

  • Gast
Re: Ich will es schaffen
« Antwort #18 am: 27. April 2017, 19:45:20 »

Oder: Du Vegetarier du, wie kannst du nur meinem Essen das Essen wegessen? Den Spruch find ich aber im Ggs. zu vielen anderen auch ganz lustig. Ich als Nahrungsmittelkonkurrent für 1) die Tiere und 2) (was wohl für die Fleischtiger wichtiger ist, aber sekundär) für die Fleischfresser? :)
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Gerchla

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Re: Ich will es schaffen
« Antwort #19 am: 28. April 2017, 09:41:28 »

Guten Morgen Chloé,

also zur Vegetarier-Diskussion kann ich nichts weiter beitragen - ich bin kein Vegetarier, gehöre aber keinesfalls zu der Fraktion, die sich darüber lustig macht. Ehrlich gesagt finde ich es ziemlich niveaulos, wie sich teilweise über Vegetarier lustig gemacht wird. Ein paar der "tollen" Sprüche habt Ihr ja schon genannt.... Auch hier geht es meiner Meinung nach mal wieder darum, den anderen zu respektieren. Respekt und Achtung anderen Gegenüber ist leider mittlerweile vielen etwas abhanden gekommen.

Aber zurück zum Alkohol:
Zitat
Am Freitag gehe ich mit meiner besten Freundin essen. Ihr werde ich es erzählen. Wir kennen uns seit 30 Jahren und ich bin gespannt was sie dazu meint.

Das könnte eine sehr gute Idee sein! Mein bester Freund, mit dem ich aufgewachsen bin und die komplette Schulzeit usw. verbracht habe, hat mir sehr geholfen. Auch er hat meine Sucht nicht mitbekommen - er fiel aus allen Wolken als ich mich geoutet habe. Und hat mich fortan unterstützend begleitet. Ich möchte sagen bis heute. Natürlich ist das Thema Alkohol jetzt nicht mehr so präsent wie am Anfang, wo ich eigentlich fast immer mit ihm darüber gesprochen habe und er mir seine Sicht auf die Dinge geschildert hat. Aber ab und an sprechen wir dann doch noch mal drüber - manchmal auch mit viel Humor, manchmal auch, weil er jemanden kennt der vielleicht ein Problem hat und meine Einschätzung haben will. Neben der professionellen Hilfe kann ein guter Freund oder natürlich auch eine gute Freundin wirklich eine wichtige Säule auf dem Weg in die Trockenheit werden. Bei mir war das so.

Zitat
Bin mir echt nicht sicher ob ich es meinen Eltern erzähle, obwohl wir ein sehr enges und gutes Verhältnis haben. Dazu muss ich noch sagen, ich finde den Alkoholkonsum von meinem Vater ebenfalls sehr bedenklich, besonders seit er pensioniert ist.

Auch da kann ich mal wieder mitreden. Mein Vater hat definitiv auch ein Alkoholproblem, eigentlich schon immer. Nicht ganz schlimm aber definitiv zu viel. Mir war das egal - ich wollte und musste mich outen. Alleine schon deshalb, weil es bei Besuchen bei meinen Eltern immer Alkohol gab und ich immer mitgetrunken habe. Darüber hinaus ist mein Vater ein begnadeter Koch und kocht bei Familientreffen immer groß auf. Und da ist dann kaum eine Soße ohne Alkohol... Da ich bewusst niemals Alkohol zu mir nehme, fallen für mich natürlich Soßen oder auch Kuchen, Torten etc. die mit Alkohol "verfeinert" wurden flach. Übrigens auch Medikamente, Mundwasser ect. Da meine Eltern von meiner Krankheit wissen, muss ich hier jetzt nicht irgendwie rumeiern, warum ich dieses oder jenes nicht esse. Falls Du jetzt denkst, mein Vater würde dann mir zu liebe seine leckeren Soßen ohne Alkohol zubereiten hast Du weit gefehlt. Er macht das trotzdem, ich bekomme dann halt eine Tütensoße. Meine Eltern, speziell mein Vater, hat sich mein Outing zwar angehört, er kann damit aber nicht umgehen. Er ingorniert das Thema so gut er nur kann. Er nimmt keinerlei "Rücksicht" auf mich und meine Krankheit - trinkt ungehemt seine Biere oder Weine und schwadroniert darüber, wie gut ihm das gerade schmeckt, manchmal denke ich er macht das in meiner Gegenwart sogar absichtlich.

Damit musste ich lernen umzugehen. Anfangs war ich getroffen, fühlte Unverständnis - dachte, dass ich meinen Sohn nach so einem Outing sicherlich anders gegenüber treten würde. Aber mit der Zeit (und andaurnder Trockenheit meinerseits) bin ich zur Erkenntnis gekommen, dass er machen kann was er will. Er ist mein Vater und ich nehme ihn so wie er ist. Er ist kein böser Mensch, er kann einfach nicht anders. Und ich kann da mittlerweile echt komplett darüber stehen - denn ich sehe was ich erreicht habe für mich und für meine Familie durch meine Abstinenz. Und ich sehe wie gut es mir geht. Und ich sehe auch, wie schlecht es ihm eigentlich geht... Eigentlich müsste er auch etwas machen gegen sein Trinkverhalten. Aber ich weiß, dass ich ihn nicht dazu bringen kann und ehrlich gesagt auch nicht bringen will. Denn das würde zum Zerwürfniss führen. Sein Leben - Seine Entscheidungen. Wenn es mal zuviel ist bei ihm mit der Trinkerei, dann fahre ich einfach wieder...

Kleiner Exkurs, aber ich denke gerade das Verhältnis von alkoholkranken Kindern zu den Eltern, noch dazu wenn ein oder beide Elternteile auch ein Problem haben, ist meist nicht so einfach. Bei meiner Mutter habe ich manchmal das Gefühl sie glaubt etwas falsch gemacht zu haben und ich wäre deshalb zum Alkoholiker geworden. Aussprechen tut sie das nicht aber in manchen Situationen ist es schon mal so rausgekommen. Leider gehört auch sie zu denjenigen, die darüber lieber schweigen als zu reden. Vielleicht war das sogar das Grundsatzproblem meiner Kindheit und Jugend, das nie über Probleme gesprochen wurde sondern sie immer wegignoriert wurden.... Später habe ich sie dann auch wegignoriert und, da sie mich aber doch belastet haben, zusätzlich noch weggesoffen.

Alles Gute weiterhin!

LG
gerchla
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Chloé

  • Gast
Re: Ich will es schaffen
« Antwort #20 am: 05. Mai 2017, 12:48:01 »

Hallo zusammen und danke für eure Antworten

Warum kann ich eigentlich die Smileys nicht nutzen? Muss ich da etwas einstellen?

@ Franz68
Das freut mich jetzt auch grad, dass es hier Vegetarier gibt . Danke für  die Buchtips. Du ernährst dich ja super gesund! Ich hab zuerst auf Grund von gesundheitlichen Beschwerden auf Fleisch verzichtet. Sehr bald kam aber auch der Ethische Aspekt dazu. Du hast Recht, dann fällt einem der Verzicht sehr leicht.
Wenn wir eingeladen sind bestehe ich immer darauf für mich keine „Extrawurst“ zu machen. Und trotzdem sind immer alle sehr bemüht und möchten für mich separat etwas kochen. Super lieb, aber anstrengend. Auch im Restaurant führt das ständig zu Diskussionen! Das nervt mich extrem! Wenn ich jetzt auch keinen Alkohol mehr trinke….Oje, das wird zu reden geben, mir graut es…

@Gerchla
Auch bei uns zu Hause wurde schon immer Alkohol getrunken. Apéro, dann Wein und natürlich nach dem Essen noch einen Schnaps. Früher natürlich nicht täglich aber schon mehrmals pro Woche. Nun weiss ich von meiner Mutter, die auch gerne ein Glas Wein trinkt aber sehr gemässigt, dass mein Vater seit er pensioniert ist wirklich täglich trinkt! Und wenn sie ihn darauf hinweist, reagiert er sehr gereizt…
Die Reaktion von deinem Vater ist sehr traurig finde ich. Das tut mir richtig leid! Du zeigst aber extrem Grösse wie du damit umgehst, da kannst du Stolz auf dich sein!

So nun zu mir. Das Essen mit meiner Freundin war toll, wie immer. Hatte aber leider den Mut nicht, mit ihr über mein Problem zu sprechen. War echt zu feige, denn links und rechts von uns sassen andere Gäste doch sehr nah und ich hatte Angst, dass die das mitbekommen. Ja, ich weiss, faule Ausrede, aber es war so. Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Das wichtigste ist aber, ich habe nichts getrunken! Es ist mir auch überhaupt nicht schwer gefallen. Lustigerweise hat meine Freundin auch nicht nachgefragt warum, darüber war ich natürlich froh.
Am Samstag Abend musste ich ein wenig kämpfen mit mir als wir am kochen waren. Habe aber wieder nichts getrunken! Und war natürlich sehr stolz auf mich.
Dann kam der Sonntag. Wir hatten einen super schönen Tag. Am Abend gab aber leider Ärger mit den Kids und am Schluss hatten sogar mein Mann und ich Streit. Dass ich am nächsten Tag wieder zu meinem verhassten Job muss, gab mir irgendwie den Rest. Ich fand dann, ok du hast das ganze Wochenende (also eigentlich ja die ganze Woche) nichts getrunken, da kann ein kleiner Apéro ja nicht schaden. Er schadete und ich bin abgestürzt! Wie man sich danach fühlt, muss ich euch ja nicht sagen….Horror. Kaum geschlafen und Kater am nächsten Tag.
Was habe ich daraus gelernt? Ich kann nicht kontrolliert trinken, Punkt! Ist ja kein Weltuntergang, aber eine Herausforderung. Morgen feiern wir mit meinem Bruder zusammen den Geburtstag von meiner Mutter. Ich werde mich auf keinen Fall outen! Sie werden bestimmt fragen stellen, mal sehen was ich dann erzähle.

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende

Chloé
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Betty

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Re: Ich will es schaffen
« Antwort #21 am: 05. Mai 2017, 13:30:03 »

Liebe Chloé,

 ??? gehen die Smileys gar nicht? Eigentlich braucht man nur drauf klicken. Oder schreibst du von einem Tablet? Dann geht es bei mir auch nicht immer. Aber unser "Henri" gibt dir da bestimmt Auskunft. Der kennt sich aus.  44.

Nun zu dir. Das mit deiner Freundin finde ich ok. Manchmal nimmt man sich etwas vor und dann passt es eben irgendwie nicht. Wie du so schön bemerkt hast: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Der Zeitpunkt wird sich finden.

Ja, und dein Sonntag?  :-\ Wie oft ist es mir passiert?  nixweiss0 Leider immer wieder. Irgendwann ist bei mir der "Groschen" gefallen. Wie oft hab ich mir gesagt: "Versuch es gar nicht erst. Betty du kannst es nicht. Du lässt das zweite Glas nicht stehen." ABER - auch bei mir hat es irgendwann funktioniert. Ich bin jetzt 3 Jahre alkoholfrei und so soll es bleiben. Ich fühl mich gut, ausgeglichen, glücklich und und und...

Du schaffst es, den Weg für dich zu finden, den du benötigst. Alles Gute.

Schönes Wochenende

LG Betty  :sun:
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Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen.
Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.

Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.

Gerchla

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Re: Ich will es schaffen
« Antwort #22 am: 05. Mai 2017, 13:40:30 »

Hallo Chloé,

Zitat
Das Essen mit meiner Freundin war toll, wie immer. Hatte aber leider den Mut nicht, mit ihr über mein Problem zu sprechen.

Wie Du selbst sagst: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben - vielleicht solltet Ihr Euch mal unter 4 Augen sprechen, ohne mögliche Zuhörer. Ich habe mich meinem Freund gegenüber übrigens auch in einem Restaurant geoutet. Er hatte sich noch ganz entspannt ein Bier bestellt  ;D 
Als ich dann die Katze aus dem Sack gelassen habe war ihm das ganz peinlich. Aber da kann er ja nix dafür. Und seither hat er nie mehr in meiner Gegenwart Alkohol getrunken, obwohl das für mich ok wäre, das habe ich ihm auch gesagt. Da er aber überhaupt kein Alkoholproblem hat kann er natürlich auch gut verzichten wenn wir zusammen sind. Und macht das auch.

Zitat
Lustigerweise hat meine Freundin auch nicht nachgefragt warum, darüber war ich natürlich froh.

Vielleicht hat sie ja ganz bewusst nicht gefragt. Vielleicht war sie froh, dass Du keinen Alkohol getrunken hast. Vielleicht ahnt oder weiß sie mehr als Du denkst.

Zitat
Ich fand dann, ok du hast das ganze Wochenende (also eigentlich ja die ganze Woche) nichts getrunken, da kann ein kleiner Apéro ja nicht schaden. Er schadete und ich bin abgestürzt!

Mal wieder ein Klassiker - Nee, nee, das funktioniert i. d. R. nicht mehr, wenn man erst mal abhängig ist. Und Du bist eben Alkoholikerin und deshalb langt so ein kleiner Apero um Dich zum Komplettabsturz zu führen. War bei mir nicht anders, nur dass ich keinen Apero getrunken habe.

Zitat
Ist ja kein Weltuntergang, aber eine Herausforderung.

Nein, es ist natürlich kein Weltuntergang und ja, es ist eine Herausforderung. Wenn ich Dir aus meinen Erfahrungen etwas sagen darf: Hake es nicht zu einfach ab denn dann wirst Du die Herausforderung nicht meistern können. Die Gefahr, dass man sich von Trinkpause zu Trinkpause schleppt und zwischendrin immer wieder mal abstürzt ist enorm hoch. Ich habe das jahrelang praktiziert, am Schluss habe ich dann aufgegeben und einfach gesoffen was rein ging. Ich wollte gar keine Pausen mehr machen.

Ich will damit sagen, dass es meiner Meinung nach gut wäre, wenn Du genau überlegst was Du tun willst wenn Du wieder an so einem Punkt ankommst. So eine Situation wirst Du sicher (bald) wieder mal haben. Dein Job bleibt Dein Job, zumindest im Moment und auch sonst kann immer mal ein Einschlag kommen. Ich würde versuchen etwas anders zu machen als Du es sonst immer gemacht hast. Du hast ja mal geschrieben, dass Du eine Suchtberatung aufsuchen möchtest, aber noch Zeit brauchst. Vielleicht wäre es eine Idee, dass angzugehen.

Ich versuche ja immer nur auf meine eigenen Erfahrungen zurück zu greifen. Und da kann ich sagen: Es hat erst funktioniert, als ich es anders gemacht habe als die vielen Male vorher.

Zitat
Ich werde mich auf keinen Fall outen! Sie werden bestimmt fragen stellen, mal sehen was ich dann erzähle.

Das Portfolio der plausiblen Ausreden ist groß. Da wirst sicher was finden. Wenn Du Dich aber erst mal zu Deiner Krankheit bekannt hast, brauchst Du über sowas gar nicht mehr nachdenken. Es lebt sich wesentlich freier, druckfreier, nach dem Outing. Aber natürlich kenne ich Deine familiäre Situation nicht und der Geburtstag Deines Bruder mag dafür durchaus nicht der geeignete Zeitpunkt sein.

Alles Gute weiterhin und einen alkoholfreie Geburtstagsfeier wünsche ich Dir!

LG
gerchla
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Linda

  • Gast
Re: Ich will es schaffen
« Antwort #23 am: 05. Mai 2017, 14:10:25 »

Hallo Chloe',

für mich klingt es erst mal gut, was Du schreibst. Den Freitag und den Samstag hast Du geschafft. Das ist klasse! Was am Sonntag passiert ist, ist natürlich Mist, aber für den Anfang sicher nicht anders zu erwarten. Und etwas Gutes hat es: Du weißt jetzt, dass Du, wie Du selbst sagst, die Kontrolle nicht behältst und es nicht schaffst, es bei einer geringen Menge Alkohol zu belassen. Und noch etwas: es ging Dir mal wieder richtig schlecht. Das motiviert Dich vielleicht, weiterzumachen.

Vielleicht hilft es Dir für den Geburtstag morgen, Dich gut vorzubereiten. Ich würde mir vorher eine Ausrede überlegen und das schon mal gedanklich durchspielen. Und vielleicht hilft es auch, wenn Du Dir vorher genau überlegst, was Du dort trinken möchtest. Das hat den Vorteil, dass Du nicht überlegen musst, wenn Dich jemand fragt. Das bedeutet auch, dass Du über ein alkoholisches Getränk nicht nachdenken mußt, wenn Du Dich vorher ganz fest auf z.B. Cola eingeschossen hast.

Ich wünsche Dir eine schöne Feier! Und lass Dich nicht beirren! So wie Du hier klingst, willst Du es schaffen und dann kannst Du es auch schaffen!

Liebe Grüße
Linda
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Rekonvaleszent

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  • Beiträge: 703
Re: Ich will es schaffen
« Antwort #24 am: 05. Mai 2017, 16:21:14 »

Die Gefahr, dass man sich von Trinkpause zu Trinkpause schleppt und zwischendrin immer wieder mal abstürzt ist enorm hoch. Ich habe das jahrelang praktiziert

Hallo!

So was nennt sich dann Quartalssäufer. Entweder trocken oder "sackvoll", nur die Zeiträume variieren von Person zu Person.

Nach so einem Absturz sollte mal überlegt werden, entweder abzusagen oder aber nur ganz zu Beginn zu erscheinen und kurz darauf, bevor die anderen Gäste stärker dem Stoff zusprechen, wieder zu gehen. Risikominimierung nennt sich so was.

Nur wundere dich nicht, wenn die Stimmung gut ist, drückt dir womöglich irgendwer schneller ein Glas in die Hand, als Du gucken kannst. Der Weg zum Mund ist dann recht kurz. Das Ganze getragen von dem Gedanken, ach einen kannst Du doch, ist ja schließlich Geburtstag.

Und selbst wenn Du auf der Feier trocken bleibst, besteht die Gefahr, dass dein Suchtgedächtnis aufgrund der Feier dermaßen angetörnt ist, dass Du daheim schnell 'nen Absacker brauchst.

Ich habe in meinen ersten beiden Jahren Feiern konsequent gemieden. Meine Abstinenz war mir wichtiger. Sie steht bei mir an allererster Stelle gemeinsam mit meiner Frau und dem Nachwuchs. Dem wird alles untergeordnet. Es hat mir nicht geschadet.

Inkonsequent wäre es jedoch, hinzugehen, abzustürzen und hinterher das Lamentieren zu beginnen. Wer sich in Gefahr begibt, kommt drin um oder anders formuliert: Wer sich dem Alkohol zu sehr nähert, stürzt womöglich ab.

Ein leicht angetrockneter und nicht durch therapierter Alkoholiker hat m.E. auf einer Feier, auf der getrunken wird, nichts verloren.

Aber ein jeder ist halt seines eigenen Glückes Schmied.

Es grüßt der
Rekonvaleszent

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fran53

  • Gast
Re: Ich will es schaffen
« Antwort #25 am: 06. Mai 2017, 07:17:53 »


@ Franz68
Das freut mich jetzt auch grad, dass es hier Vegetarier gibt . Danke für  die Buchtips. Du ernährst dich ja super gesund! Ich hab zuerst auf Grund von gesundheitlichen Beschwerden auf Fleisch verzichtet. Sehr bald kam aber auch der Ethische Aspekt dazu. Du hast Recht, dann fällt einem der Verzicht sehr leicht.
Wenn wir eingeladen sind bestehe ich immer darauf für mich keine „Extrawurst“ zu machen. Und trotzdem sind immer alle sehr bemüht und möchten für mich separat etwas kochen. Super lieb, aber anstrengend. Auch im Restaurant führt das ständig zu Diskussionen! Das nervt mich extrem! Wenn ich jetzt auch keinen Alkohol mehr trinke….Oje, das wird zu reden geben, mir graut es…


Hallo Chloé,

ahmm wie spricht man deinen Namen eigentlich aus? das oe getrennt, oder ist das so ein französischer. Dehnlaut? In Youtube hab ich gesehen "chlo-i".

Ahm, ja Vegetarier bin ich irgendwie schon lange, aber leider nie ganz konsequent. Meist rein wegen Bequemlichkeit nicht geschafft. Man ist, wie du geschrieben hast, doch auch oft eine "Extrawurst". Schweinefleisch esse ich schon sehr lange gar nicht mehr. Zuletzt manchmal Huhn, Fisch und Milch- und Eiprodukte. Nun seit zwei Monaten wieder ein neuer Anlsuf, selten Milchprodukte, keine Eier und Fleisch. Für einen Veganer reichts nicht. Es ist zu aufwendig. Man müsste viele Gerichte mit Saucen stehen lassen, und auch die meisten Süssspeisen.

Naja, ich versuche diese zu minimieren bzw. beim Einkauf achten, von wo die Milch kommt. Wenn ich wirklich Gusto auf etwas fleischähnliches habe, besorge ich mir Soja-Veggiewürste oder diesen Käseersatz. Oder auch Tofu, auch geräuchert zb. Schmeckt ganz ordentlich. Oder diesen Wurstersatz, angerichtet wie Wurstsalat mit Essig, Zwiebel, ... Aber nicht oft.

Ich fühl mich gut dabeu, auch irgendwie frei, wenn man aus dem Kreislauf tierische Produkte essen, herauskommt. Auch Zucker relativ selten. Wie ich schon einmal geschrieben habe: der Körper stellt sich um, und es schmecken auf einmal die Sachen am besten, die auch noch gesund sind. Das finde ich toll. Nüsse, Kokosnussprodukte, Mandeln, Mangos, Avocados, ...

Eigentlich bin ich wieder einmal vom Thema abgekommen, wenns noch mehr interessiert, könnten wir einen Vegetarierthread einmal aufmachen.

Cloé, mir ist es auch leid, immer diese Verteidigungsstellung anzunehmen. Manchmal sage ich einfach nichts, setze ein überlegenes Lächeln auf und sage: "wenn ihr meints, dann tut so weiter, aber ich ziehe meine Sache durch". ;) (das "ihr werdet - schon noch/auch noch - draufkommen" sage ich nicht mehr extra dazu, aber das drücke ich dann noch mit der Körpersprache aus. :) Ist oft wirkungsvoller als rechtfertigen. Das hilft sowohl beim Alk als auch beim Essensthema.

Ah ja, die Smileys sollten eigentlich über dem Eingabefeld aufgereiht sein. Einfach draufdrücken, und der Smilie wird als Textkürzel in das Eingabefeld eingefügt. Wennst speichern oder Vorschau drückst, sollten diese graphisch sichtbar sein.
Falls das nicht ist: Vielleicht liegts am verwendeten Browser. Bei mir gehrs das immer, sowohl am Android mit Dolphin oder Opera, als auch am Notebook mit Firefox.
« Letzte Änderung: 06. Mai 2017, 08:12:46 von franz68 »
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