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Autor Thema: Zufriedene Trockenheit – was bedeutet das für mich?  (Gelesen 26436 mal)

Daun 2020

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Re: Zufriedene Trockenheit – was bedeutet das für mich?
« Antwort #30 am: 20. März 2022, 02:17:49 »

@ Orangina14
Ich zumindest finde das gut umschrieben, und auf den Punkt gebracht.
LG
Daun
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Greenfox

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Re: Zufriedene Trockenheit – was bedeutet das für mich?
« Antwort #31 am: 20. März 2022, 14:10:30 »


Disziplin gehört meiner Meinung mit dazu, weil ohne wäre es ein leichtes wieder mit dem Alkohol anzufangen, wenn irgendwelche Problemchen auftreten.
Denn unser Gehirn ist auf vergessen programmiert.
...
Beides ist aber wiederum nur ein vorübergehender Zustand, den man meiner Meinung mit einem gewissen Grad an Disziplin in den Griff bekommt.
Wenn hier nicht direkt gegengesteuert wird, ist man schnell da, wo man nicht hin möchte.

Das gilt auch für eine Selbsthilfegruppe.
Ob nun real oder wie hier.es wird unser Gehirn stimuliert und mit der Situation konfrontiert.
Und meiner Meinung ein Schutz aufgebaut, um sich nicht in bestimmten Situationen direkt wieder gehen zu lassen.


Vielleicht verstehe ich Dich irgendwie miss - aber ich kann Dir irgendwie nicht zustimmen.
Denn ZUFRIEDENE Trockenheit hat für mich nichts mit Disziplin in diesem Sinne zu tun.

Natürlich muss ich mich zu Beginn disziplinieren, bestimmte Verhaltensweisen einzuhalten, um nicht wieder zur Flasche zu greifen - weil irgendwo ganz hinten im Hinterstübchen noch etwas sagt "Komm schon - ein Gläschen erleichtert das Ganze! Das wird Dir gut tun!"
Aber damit bin (bzw. war) ich zwar trocken -  aber noch nicht wirklich zufrieden, da es ja noch quasi "Arbeit" war.

Mittlerweile ist die ganze "Trockenarbeit", wenn man es denn so nennen will, vollkommen zur Normalität geworden. Ich brauchen nicht mehr drüber nachdenken. Im Prinzip ist es so wie beim Autofahren - Routine.

Eins möchte ich jedoch betonen: Diese Routine besteht unter anderem auch deshalb, weil ich NICHT vergesse/vergessen will, warum ich sie mir überhaupt erst "erarbeitet" habe!
Ich habe einmal verdrängt/vergessen, dass ich alkoholabhängig bin, habe nicht mehr dran gedacht - und das hat dazu geführt, dass die Routine nicht mehr existierte, ich einen Rückfall gebaut habe, dieser 4 Jahre angedauert hat und ich schwer zu kämpfen hatte, um da wieder rauszukommen!

Wie gesagt - kann sein, dass ich Dich mißverstanden habe und wir beide trotzdem dasselbe meinen.

Gruß
Greenfox
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Daun 2020

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Re: Zufriedene Trockenheit – was bedeutet das für mich?
« Antwort #32 am: 20. März 2022, 15:11:36 »

@Greenfox
Ja ich weiß auch nicht, wie ich das beschreiben soll, ich kann ja nur meine Gedanken wiedergeben.
Das ist wie der Begriff liebe, den zu beschreiben, weiß ich auch keine Antwort so artok drauf.
Vielleicht noch ein neuer Versuch:
Zufrieden, bin ich mit dem Zustand, wo ich mich gerade befinde, im hier und jetzt.

Habe zwar gerade den Fuß gebrochen, weil ein Bus darüber gefahren ist, mit Fahrerflucht, habe auch schmerzen, und einen Gips Fuß,
aber ich bin zufrieden ,dass nicht noch schlimmeres passiert ist.
Habe keine Hassgefühle gegen den Busfahrer, und das nenne ich Zufriedenheit mit mir selber.
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Greenfox

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Re: Zufriedene Trockenheit – was bedeutet das für mich?
« Antwort #33 am: 20. März 2022, 16:22:47 »


Habe zwar gerade den Fuß gebrochen, weil ein Bus darüber gefahren ist, mit Fahrerflucht, habe auch schmerzen, und einen Gips Fuß


 :o Warum machst Du denn sowas?  nixweiss0

Auf jeden Fall: Gute Besserung!!


Vielleicht noch ein neuer Versuch:
Zufrieden, bin ich mit dem Zustand, wo ich mich gerade befinde, im hier und jetzt.


Yepp - das kann ich akzeptieren  :)
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Daun 2020

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Re: Zufriedene Trockenheit – was bedeutet das für mich?
« Antwort #34 am: 20. März 2022, 18:34:14 »

@ Greenfox

Danke für die Besserung.

Ja ich weiß es halt nicht besser zu umschreiben.


Unzufrieden kann ich mir schon besser vorstellen, da kenne ich in meinem Bekanntenkreis genügend Beispiele.
 Partnerschaft, und Geld, das sind immer die Hauptthemen.
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Rekonvaleszent

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Re: Zufriedene Trockenheit – was bedeutet das für mich?
« Antwort #35 am: 20. März 2022, 19:17:09 »

Habe zwar gerade den Fuß gebrochen, weil ein Bus darüber gefahren ist, mit Fahrerflucht, habe auch schmerzen, und einen Gips Fuß,
aber ich bin zufrieden ,dass nicht noch schlimmeres passiert ist.
Habe keine Hassgefühle gegen den Busfahrer, und das nenne ich Zufriedenheit mit mir selber.

Erst mal gute Besserung und rasche Genesung. Deine Haltung ist Klasse. Mein Respekt.

Nur am Rande: Hat der Fahrer denn den Unfall bemerkt? Zwar mag objektiv ein Entfernern vom Unfallort vorliegen, häufig bemerken die Fahrer größerer Fahrzeuge wie LKW oder Busse kleine Rempler oder kleinere Erschütterungen nicht und halten sie z.B. für Schlaglöcher. Dann liegt auch keine Unfallflucht vor.


Zufriedene Abstinenz setzt eine positive Einstellung zum Leben voraus und erfordert jedochr auch eine gewisse finanzielle Absicherung. Wer im Niedriglohnbereich schuften muss, nicht von Beruf Sohn oder Tochter oder einfach wohlhabender Erbe ist, der hat es deutlich schwerer, diesen Zustand je zu erreichen. Wer tagein-tagaus grübeln muss wie er die Strom-, Gas und Benzinrechnung bezahlen kann und jeden Euro 2x umdrehen muss, für den ist der Zustand der Zufriedenheit eine gewaltige Herausforderung.

Gruß
Rekonvaleszent

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Daun 2020

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Re: Zufriedene Trockenheit – was bedeutet das für mich?
« Antwort #36 am: 20. März 2022, 20:39:46 »

@Rekonvaleszent
Ja erst mal Danke.
Zum Unfall will ich jetzt noch nichts schreiben, da ist ab morgen ein Rechtsverdreher dran, wenn denn endlich mal ein Termin zu Stande kommt, Gott sei Dank habe ich eine Zeugin.


Zufriedene Abstinenz setzt eine positive Einstellung zum Leben voraus und erfordert jedoch auch eine gewisse finanzielle Absicherung. Wer im Niedriglohnbereich schuften muss, nicht von Beruf Sohn oder Tochter oder einfach wohlhabender Erbe ist, der hat es deutlich schwerer, diesen Zustand je zu erreichen. Wer tagein-tagaus grübeln muss, wie er die Strom-, Gas und Benzinrechnung bezahlen kann und jeden Euro 2x umdrehen muss, für den ist der Zustand der Zufriedenheit eine gewaltige Herausforderung.

Da möchte ich dir nicht widersprechen.
Meiner Meinung spielen in diesem Zusammenhang aber noch viele andere Faktoren eine entscheidende Rolle.
Unter anderem Medien. Es wird doch schon von klein auf diktiert, was du als Modebewusster anzuziehen hast.
Das geht natürlich ins Geld, und der Rest folgt dann zwangsläufig.
Danach kommen Hobbys, z. B. Reiten, ja ich gebe dir recht. Geld spielt eine grundsätzliche Rolle bei der Zufriedenheit.
Aber auch für Geld kannst du nicht alles kaufen.
Meiner Meinung zählt auch hier eine grundsätzliche positive Lebenseinstellung mit einem gesunden Menschenverstand.
Wenn ich mal zurückblicke, dann fängt das ganze schon in der Erziehung im Elternhaus an.
Genau so, wie mache Sucht auch schon aus dem Elternhaus mitgenommen wird.
LG
Daun









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AmSee13

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Re: Zufriedene Trockenheit – was bedeutet das für mich?
« Antwort #37 am: 21. März 2022, 08:01:21 »

Zufriedene Abstinenz setzt eine positive Einstellung zum Leben voraus und erfordert jedochr auch eine gewisse finanzielle Absicherung. Wer im Niedriglohnbereich schuften muss, nicht von Beruf Sohn oder Tochter oder einfach wohlhabender Erbe ist, der hat es deutlich schwerer, diesen Zustand je zu erreichen. Wer tagein-tagaus grübeln muss wie er die Strom-, Gas und Benzinrechnung bezahlen kann und jeden Euro 2x umdrehen muss, für den ist der Zustand der Zufriedenheit eine gewaltige Herausforderung.

Ich frag mich, wer hier der Adressat sein soll.

Zudem scheint mir hier ein Missverständnis vorzuliegen zwischen den Begrifflichkeiten  „Zufriedenheit“ und „zufriedener Abstinenz“. Nach meinem Verständnis besteht da ein Unterschied.

Bei „zufriedener Abstinenz“ geht’s meines Erachtens um den Zustand, nicht darunter zu leiden, aus Krankheitsgründen nicht Alkohol trinken zu dürfen, sondern im Gegenteil tatsächlich zufrieden damit zu sein, nicht mehr Alkohol trinken zu MÜSSEN.
Es geht um dieses Gefühl, den ganzen Schattenseiten der Sauferei entronnen zu sein und stattdessen das, was man sich erfolglos vom Trinken versprochen hat (z.B. Glücksgefühle hervorrufen, Probleme bewältigen, mit negativen Gefühlen umgehen) aus eigener Kraft schaffen oder zuverlässig in sich selbst hervorrufen zu können.

Dass Alkoholmissbrauch die Lage von jemand, der „tagein-tagaus grübeln muss wie er die Strom-, Gas und Benzinrechnung bezahlen kann und jeden Euro 2x umdrehen muss“ nicht bessert, darüber dürfte hier wohl Einigkeit bestehen, oder?

Es ist eine Weile her, dass ich selbst in einer derartigen finanziellen Lage steckte, mein bester Freund steckt krankheitsbedingt unverschuldet in dieser Lage und wird nicht mehr daraus entkommen, daher behaupte ich einfach mal, eine Ahnung davon zu haben, wie das ist, in einer solchen Lage zu sein.

Gewiss ist das nicht einfach, aber in einer solchen Lage zufrieden zu sein, nicht auch noch saufen zu MÜSSEN ist möglich. Und wer in einer solchen Situation schätzt, in der Lage zu sein, mit klarem Kopf Lösungen für seine Probleme finden zu können, negative Gefühle bewältigen zu können und überhaupt einen Blick für das, was schön ist, haben zu können, den würde ich „zufrieden abstinent“ nennen.
Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass er auch „zufrieden“ mit seinem Leben und seiner finanziellen Gesamtsituation ist.

Grüße
AmSee
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AmSee13

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Re: Zufriedene Trockenheit – was bedeutet das für mich?
« Antwort #38 am: 21. März 2022, 08:22:18 »

@Daun
Ich wünsche dir möglichst baldige gute Besserung und Genesung sowie Erfolg mit dem Anwalt.

Grüße
AmSee
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Susanne68

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Re: Zufriedene Trockenheit – was bedeutet das für mich?
« Antwort #39 am: 21. März 2022, 10:29:23 »

Ich hab jetzt ein bisschen auf dem Begriff herumgekaut.

Ich bin eigentlich nicht zufrieden trocken in dem Sinn, wie es hier beschrieben wird.
Mir ging es die letzten Jahre meiner Saufzeit so schlecht, dass ich es schon im ersten Moment, als ich mal auf die Idee kam, aufzuhören, als reine Erleichterung empfunden habe, dass ich ja gar nicht saufen MUSS. Sondern mir nur einbilde, dass ich saufen muss, weil ich irgendwelche total geisteskranken und gestörten Vorstellungen damit verbunden habe. Wegen der psychischen Abhängigkeit, aber sonst wegen gar nichts.

Wenn ich mir hier und heute vorstelle, dass ich was trinke, dann

- gibt es kein alkoholisches Getränk, was mir wirklich schmecken würde. Weder Bier, Wein noch Schnaps haben mir jemals wirklich geschmeckt, zumindest so weit ich mich erinnern kann, sondern das Zeug musste einfach rein, wegen der Wirkung. Schon aus dem Grund hab ich "Ersatzgetränke" immer mit einem innerlichen Würgen wahrgenommen. Alkoholfreies Bier oder Sekt, wer säuft die Pisse? Konnte ich noch nie nachvollziehen, ausser, dass die Geschmäcker wohl verschieden sind.

- und was die Wirkung angeht...ein oder zwei Bier waren mir meistens so unangenehm, dass ich ja nicht mal Mittags getrunken habe, denn wenn ich mittags getrunken habe, war der Tag am Arsch. Weil ich persönlich von 2 Bier nämlich nur matschig in der Birne werde, einfach nicht besonders fit.
Wenn ich mir heute vorstelle, dass ich zwei Bier trinke, dann kommt da in meiner Vorstellung überhaupt nichts dabei heraus, was ich will. Also nach zwei Bier könnte ich nur weitersaufen, um das "Gefühl nach zwei Bier" wieder wegzubringen, oder leicht angenervt zu warten, bis es von selbst vorbei geht.

Ich hab vor 12 Jahren mal nen Nachtisch erwischt, der trotz meiner gegenteiligen Bestellung gut angereichert war. Ich hab ihn gegessen, weil es mir egal war und weil ich mir auch sicher war, dass nichts passiert, weil ich mir einfach sicher war, dass ich im Grund nicht trinken will. Ich hab sogar ein bisschen was gemerkt, und es war mir nur unangenehm. Nicht das geringste Bedürfnis, dieses Gefühl auszubauen. Nach ner  halben Stunde war es vorbei (mehr wars nicht) und es war tatsächlich vorbei.

Und was das "mehr trinken" angeht, verbinde ich das heute vor meinem geistigen Auge nur mit Unangenehmem.

Die zufriedene Trockenheit ist bei mir sozusagen nur der Gegensatz dazu, dass ich unzufrieden wäre (was für eine Verharmlosung), wenn ich trinken würde. Und zwar egal , was sonst grade alles passt oder nicht passt.

Mit Disziplin wäre ich nie trocken geworden, wenn ich noch hätte trinken wollen, dafür bin ich viel zu wenig diszipliniert. Wenn ich mich für irgendwas diszplinieren muss, suche ich immer nach dem Schlupfloch, die Disziplin zu umgehen.  Das ist aber auch eine Erkenntnis.
Bei mir läuft das nur über die Erkenntnis oder die Einsicht sozusagen, wenn ich selbst mein bester Freund wäre und wüsste, wie es mir gegangen ist, dann würde ich mir auch nichts einschenken.
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Greenfox

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Re: Zufriedene Trockenheit – was bedeutet das für mich?
« Antwort #40 am: 21. März 2022, 13:13:27 »


Zufriedene Abstinenz setzt eine positive Einstellung zum Leben voraus und erfordert jedochr auch eine gewisse finanzielle Absicherung. Wer im Niedriglohnbereich schuften muss, nicht von Beruf Sohn oder Tochter oder einfach wohlhabender Erbe ist, der hat es deutlich schwerer, diesen Zustand je zu erreichen. Wer tagein-tagaus grübeln muss wie er die Strom-, Gas und Benzinrechnung bezahlen kann und jeden Euro 2x umdrehen muss, für den ist der Zustand der Zufriedenheit eine gewaltige Herausforderung.


Ich glaube, Du setzt "zufriedene Abstinenz" mit "Zufriedenheit mit dem/meinem gesamten Leben/Lebensumständen" gleich - und davon reden wir bzw. ich überhaupt nicht.

Oder glaubst Du, ich bin zufrieden damit, mich jeden Tag mit ignoranten Leuten (egal, ob es Vorgesetzte/Kollegen und/oder andere Mitmenschen sind) auseinandersetzen zu müssen?? Oder damit, dass sich dauernd ein neues Zipperlein meldet??

Ich möchte mich mal selbst zitieren:

Zitat
Zufriedenheit bedeutet gemäß dem Duden:
- innerlich ausgeglichen zu sein und nichts anderes zu verlangen, als man hat;
- mit den gegebenen Verhältnissen, Leistungen oder ähnlichem einverstanden zu sein, nichts auszusetzen zu haben.

Und genau das ist der Zustand, in dem ich mich (in Bezug auf meine Trockenheit!!) nach meinem derzeitigen Empfinden befinde:
Ich möchte nichts anderes (z.Bsp. mal wieder etwas trinken) und habe an meinem jetzigen Verhältnis zum Alkohol nichts auszusetzen und bin mit ihm einverstanden.

Der Alkohol fehlt mir nicht (mehr). Ich vermisse nichts: weder etwas trinken zu „müssen“ und schon gar nicht den Zustand und die übrigen Begleitumstände „danach“.

Der Begriff "Zufriedenheit" bezieht sich lediglich auf den Zustand der Abstinenz - nicht auf die Allgemeinsituation der Welt.

Aber das ist ein völlig anderes Thema ...
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Susanne68

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Re: Zufriedene Trockenheit – was bedeutet das für mich?
« Antwort #41 am: 21. März 2022, 18:22:10 »


Zufriedene Abstinenz setzt eine positive Einstellung zum Leben voraus und erfordert jedochr auch eine gewisse finanzielle Absicherung. Wer im Niedriglohnbereich schuften muss, nicht von Beruf Sohn oder Tochter oder einfach wohlhabender Erbe ist, der hat es deutlich schwerer, diesen Zustand je zu erreichen. Wer tagein-tagaus grübeln muss wie er die Strom-, Gas und Benzinrechnung bezahlen kann und jeden Euro 2x umdrehen muss, für den ist der Zustand der Zufriedenheit eine gewaltige Herausforderung.


Ich glaube, Du setzt "zufriedene Abstinenz" mit "Zufriedenheit mit dem/meinem gesamten Leben/Lebensumständen" gleich - und davon reden wir bzw. ich überhaupt nicht.

Oder glaubst Du, ich bin zufrieden damit, mich jeden Tag mit ignoranten Leuten (egal, ob es Vorgesetzte/Kollegen und/oder andere Mitmenschen sind) auseinandersetzen zu müssen?? Oder damit, dass sich dauernd ein neues Zipperlein meldet??


Dem schliesse ich mich an.

Ich vermute  mal, dass es in der Ukraine grade ziemlich viele Leute gibt, die mit der momentanen Situation überhaupt nicht einverstanden oder gar zufrieden sind.
Ich vermute aber ebenfalls, dass ihnen Saufen überhaupt nichts helfen würde und niemand davon besser drauf käme.

Und so gehts mir auch mit meiner Behinderung z.B.. Da hatte ich schon grottenschlechte Laune deswegen, aber Saufdruck oder überhaupt den Gedanken dran hatte ich deswegen noch nie. Und gedanklich betrachtet, würde es einfach nichts verbessern, wenn ich trinken würde. Aber ich denk dann tatsächlich und völlig automatisch erst mal an ganz andere Dinge. Grade dann würde es mir erst recht nicht in den Sinn kommen, zu trinken, würde mich ja nur noch mehr behindern.
Was im übrigen auch für finanzielle Notlagen gälte, was soll ich da das Geld für Alk rauswerfen? Wäre doch völlig kontraproduktiv.

Ich meine und empfinde es auch so, dass mit klarem Kopf auch die unangenehmen Gefühle viel besser auszuhalten sind. Wenn man das mal begriffen hat, auf jeden Fall.


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Orangina14

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Re: Zufriedene Trockenheit – was bedeutet das für mich?
« Antwort #42 am: 26. März 2022, 14:11:00 »

Zufriedene Abstinenz bezieht sich meines Erachtens nur auf das zufriedene Gefühl  ,nicht mehr unter einem Suchtdruck leiden zu müssen und frei von Alkohol zu sein.
Die "andere" Zufriedenheit, die hier häufiger erwähnt wurde, hat meines Erachtens nichts mit Alkoholabstinenz zu tun.

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