Alkoholforum - Für Betroffene, Angehörige und Interessierte

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 1 
 am: Heute um 12:47:24 
Begonnen von Ina B. - Letzter Beitrag von Ina B.
Hallo zusammen,

dass ich Alkoholiker bin steht jetzt für mich außer Frage, ich komme damit gut klar, bin sogar ein wenig stolz, auch wenn ich erst 8 Monate trocken bin.
Da es mir vorher nicht körperlich und seelisch nicht schlechter ging, kann ich ohne Alk. keine wirkliche Verbesserung feststellen.
ABER, ich bin deutlich ungeduldiger geworden. Ich arbeite in der IT-Branche und habe einen Mann der dazu gar keine Lust hat. Soll heißen, wenn er vor einem Computer steht hat er sofort die Hände in den Hosentaschen. Macht nix, braucht ihn nicht zu interessieren. Jetzt bin ich aber zunehmend genervt wenn sein Handy plötzlich kein w-lan mehr hat oder er mal wieder im Flugmodus ist, usw. Er war das nie, bei uns passiert das immer durch "Zauberhand". Oder auf die Frage "wo ist das Salz" meine Antwort: Küchenschrank-linke Tür-zweites Bord von oben-ganz recht" Für mich eine klare Ansage. Mein Mann steht vor dem Schrank und schauuuuuut. Ich dann genervt: "Den Schrank musst du schon öffnen".
Früher, also als ich noch getrunken habe, hat mich das ganz kalt gelassen, mit einem Lächeln habe ich ihm das Salz gegeben oder das Handy gerichtet.
Ich will gar nicht so ungeduldig sein, es tut mir auch immer leid denn er hat das nicht verdient. Mit mir war er auch immer geduldig. Aber ich jetzt so impusiv, das war ich früher nicht.

Kennt Ihr das auch, bzw. wie geht man damit um?

Vielleicht fällt Euch dazu etwas ein.
Viele Grüße und ein schönes WE
Ina



 2 
 am: Heute um 06:04:36 
Begonnen von Ina B. - Letzter Beitrag von Gerchla
Guten Morgen Ina,

Zitat
Aber Gerchla, mal ehrlich, Du kennst meinen Therapeuten, oder
Na klar, wir sprechen uns immer ab  ;)

Jetzt aber im Ernst. Ich schreibe immer nur über das, was ich selbst erlebt habe. Inkl. der Gefühle die dazu gehören. Und manchmal auch über das, was mir gute Bekannte (Alkoholiker) über ihre Erfahrungen berichtet haben. Das sag ich dann aber dazu. Du kannst also sicher sein, dass alles „echt“ ist, was Du hier liest.

Und wir erreichen Eich deshalb so gut, weil wir das was Du erlebst, eben zumindest zum Teil auch erlebt haben. Und verbinden die Erfahrungen die wir mit dieser Krankheit gemacht haben.

Ich verabschiede mich jetzt mal in eine kleine Schreibpause. Freu mich aber darauf, danach von Dir zu lesen, wie Du Deinen Weg weiter konsequent ohne Alkohol gegangen bist  44.

LG
Gerchla

 3 
 am: 17. Oktober 2019, 17:34:02 
Begonnen von Dietmar - Letzter Beitrag von Risu
Hallo Emilie,

ich bin w, Mitte 40 und seit knapp einem Jahr abstinent.

Seit ich nicht mehr trinke geht es emotional deutlich besser. Nicht mehr diese totalen Talfahrten. Keine Verzweiflung mehr, sondern eher ein Wahrnehmen von Gefühlen und auch von depressiven Gedanken.

Dann auch mal die Feststellung, die Welt geht gar nicht unter, es wird nur Winter und ich bin müder und bequemer als im Sommer.

Ich arbeite, aber nicht mehr Vollzeit und auch das hat deutlich dazu beigetragen, dass es mir besser geht. Ich habe einfach mehr Zeit und Ruhe für mich, verlier mich nicht mehr so sehr im Alltag.

Aber Tagesstruktur ist grundsätzlich super wichtig.

Ich überlege im Winter auch immer mich mal im Fitness Studio anzumelden, bin aber eher ein draußen Mensch. Ich merke, dass es mir besser geht, wenn ich draußen bin und Wetter und Natur mitbekommen. Im besten Fall noch ein paar Sonnenstrahlen.

Das ist im Winter schwieriger.

Ich wünsch dir auch einen schönen Tag.

Grüße,
Risu

 4 
 am: 17. Oktober 2019, 17:12:51 
Begonnen von Ina B. - Letzter Beitrag von Ina B.
Hallo Gerchla,

Nö, ich weiß dass ich Alkoholiker bin und spätestens nach Euren Antworten gibt es gar keinen Zweifel mehr.
Deine Antwort auf die Frage nach Deinem Getränkewunsch: "ich trinke keinen Alkohol mehr" werde ich sofort übernehmen.

Überhaupt an alle die mir geschrieben haben, IHR seit GROßARTIG !!!
Ich hatte nicht zu hoffen gewagt so viel positive Resonanz aber auch Kritik die mich weiter bringt zu lesen.
Das ist ja auch eine Form der Therapie hier.
Aber Gerchla, mal ehrlich, Du kennst meinen Therapeuten, oder?

Jedenfalls hoffe ich, auch mal so gefestigt zu sein wie Ihr. Vielleicht habe ich dann ja auch die Möglichkeit etwas zurück zu geben und auch mal so motivierende Sätze jemandem schreiben zu können.
( Die Kritik habe ich auch verstanden)

Momentan ist es noch so, dass ich noch häufiger an Wein denke, aber nicht in der Form von " ich will ihn trinken" sondern eher z.B. im Supermarkt wenn ich an den Flaschen vorbei gehe in Form von " euch brauche ich nun auch nicht mehr zu schleppen."
Sicher, das ist schon weniger geworden in letzter Zeit, aber hin und wieder präsent.

Also, alle Eure Antworten habe ich gespeichert, denn sie sind es wert dass man sie öfter liest.

Allen einen schönen Abend und nochmals DANKE.

Liebe Grüße
Ina

 5 
 am: 17. Oktober 2019, 12:35:03 
Begonnen von Ina B. - Letzter Beitrag von Gerchla
Hallo Ina,

das ist doch alles wunderschön was Du uns hier berichtest!

Häng Dich doch nicht so ran an "Alkoholiker oder nicht". Du schreibst ja sogar, dass es Dir gut geht, auch in Gesellschaft, wenn Du ohne Alkohol bleibst. Du bist jetzt noch in der Phase, wo Du Deinen Nicht-Konsum zu rechtfertigen versuchst ("er bekommt mir momentan nicht"). Sei doch einfach mal selbstbewust und sage: Ich trinke keinen Alkohol mehr! Punkt.

Das mache ich z. B., das klingt dann so: Nein Danke, ich trinke schon seit vielen Jahren keinen Alkohol mehr - und glaube mir, kaum einer "wagt" es nach dem warum zu fragen. Wenn jemand fragt, dem es nichts angeht das ich Alkholiker bin, dann sage ich: Das ist eine Lebenseinstellung von mir.

Schau mal, Dir geht es gut. Du hast, so denke ich mir, einen wunderbaren Partner, der Dich dabei unterstützt, der sogar auf Alkohol verzichtet (was, wie Risu schrieb, für Nichtalkoholiker kein großes Ding ist) und Du hast damit allerbeste Voraussetzungen ganz entspannt ein Leben ohne Alkohol führen zu können. Aus eigener Überzeugung heraus. Man sowas auch machen, wenn man kein Alkoholiker ist, das nur mal nebenbei bemerkt. Da fallen mir ganz spontan sogar 2 Leute in meinem Umfeld ein, die sicher keine Alkoholiker sind und trotzdem zu 100% auf das Zeug verzichten. Deren Lebenseinstellung sozusagen.

Also ich finde Deine Ausgangssituation einfacfh großartig. Zerrede sie Dir doch nicht selbst in dem Du soviel darüber nachdenkst, ob Du was trinken darfst oder nicht. Gehe Deinen Weg ohne Alkohol konsequent weiter, dann wird sicher noch der ein oder andere erhellende Moment für Dich kommen. Lass das auf Dich zukommen, aber trinke keinen Alkohol mehr. Wozu auch, Dir geht es wunderbar ohne und das Risiko einzugehen, dass es schief geht und Du dann irgendwann vor den AA stehst und sagst "hier habt ihr mich wieder, mit Absturz und jetzt bin ich eine richtige Alkoholikerin" ist groß.

Also Lebe doch einfach dieses wunderbare Leben ohne das Zeug. Es geht, wir zeigen es Dir ja hier und von uns gibt's noch viel viel mehr. Und ganz wichtig: Es geht ohne irgendwelche Einschränkungen, ohne das man irgendwas an Lebensqualität verliert etc. Mach ein abstinentes Leben zu Deiner Lebenseinstellung, so wie es Vegetarier oder Veganer doch auch tun. Die "dürften" ja auch Fleisch essen, tun  es aber nicht!

LG
gerchla

 6 
 am: 17. Oktober 2019, 11:37:13 
Begonnen von Dietmar - Letzter Beitrag von Wodka1964
Hallo Risu,

Schön, dass ich einen "Mitleidenden" hier treffe.
Die letzten 2 Tage ging es mir gut, ich war aktiv, habe Papierkram erledigt, endlich Lampen für Wohn/Essbereich und Schlafzimmer besorgt, und auch sofort montiert.
Das Tun tut mir gut, das kennst du sicherlich auch von dir.
Bei mir ist kein Muster erkennbar, früher war es auch eher Herbst/Winter. Dann hat es sich auf Frühjahr/Sommer verschoben. Seit ugf 3 Jahren durchgehend, bis auf knapp 5 Wochen im Dezember 2017, wo es mir gut ging. Diese Zeit habe ich zum Verkauf des Hauses und die Suche nach einer Wohnung genutzt.

Ob ich zu der Zeit besser den Wein als Genussmittel hätte sein lassen...wer weiß..

Gestern hatte ich Beratungsgespräch im Fitnessstudio, am Montag Einweisung, und dann habe ich endlich Tagesstruktur. Dann noch auf gesunde Ernährung achten, mehr nehme ich mir nicht vor. Denn ich bin nicht belastbar, deswegen auch seit 2015 schon berentet.

Wie sieht dein Tag aus, bist du noch berufstätig? M oder W?:D

Ich wünsche uns einen guten Tag, trotz Nieselregen.

Liebe Grüße
Emilie

 7 
 am: 17. Oktober 2019, 11:17:07 
Begonnen von Ina B. - Letzter Beitrag von Ina B.
Hallo Risu,

nein, keine negativen Anzeichen gehabt. Jeden Abend 18.00 Uhr meinen Wein geöffnet, und bis 22.30 Uhr ausgetrunken. Dann ins Bett, gut geschlafen und um 8.00 Uhr morgens angefangen zu arbeiten.
Weil es mir nie schlecht ging, verstehe ich nur schwer was mir jetzt besser gehen soll.
Mein Mann meint ich würde besser schlafen, als ich noch getrunken habe, habe ich Nachts phantasiert, das ist jetzt vorbei.

Und ja, wir sind sehr eng mit unseren Kindern und sehen uns oft. Wenn dann 3 Kinder + Mann sich Sorgen um meine Gesundheit machen, kann ich das nicht einfach zur Seite tun. Sie können sich nicht alle irren. Der Hausarzt, ( er kennt mich seit 35 Jahren) meinte er sei froh dass ich selbst darauf gekommen bin und gab mir sofort die Einweisung. Ich bin sicher er hat auch dafür gesorgt dass ich nicht lange auf einen Termin in der Klinik warten musste.
So ging alles ganz schnell und unkompliziert wofür ich auch dankbar bin. In der Klinik habe ich andere Fälle gesehen und dort möchte ich keinesfalls hin.

Schön, dass ich euch gefunden habe !!! Dafür bin ich auch dankbar.

Liebe Grüße
Ina


 8 
 am: 17. Oktober 2019, 10:42:05 
Begonnen von Ina B. - Letzter Beitrag von Risu
Hallo Ina,

mal ganz ehrlich jetzt:

Du hast „nur“ aufgehört, weil deine Kinder sich Sorgen gemacht haben?

Das ist zwar sehr löblich, aber ich kann mir das gar nicht vorstellen.

Hast du gar keine negativen Auswirkungen vom Alkohol gespürt?
Kein Hangover?
Keine Kopfschmerzen?
Kein schlechtes Gewissen?
Keine depressiven Gefühle?
Keine Ängste?

Ich finde es tiptop , dass dein Mann zu Hause nicht mehr trinkt!
Das ihm das leicht fällt ist ein Zeichen dafür, dass er KEIN Alkoholiker ist. :-)

Für Nicht-Alkoholiker ist es nicht so schwer auf Alkohol zu verzichten.

Viele Grüße,
Risu

 9 
 am: 17. Oktober 2019, 10:25:23 
Begonnen von Ina B. - Letzter Beitrag von Ina B.
Liebe Camina, Liebe Silbermöwe, liebe Risu,
lieber Gerchla,

vielen Dank für eure Antworten, die inhaltlich schon "intensiv" sind.
Mir ist das gerade ein bisschen unheimlich wie ihr in mich reinschauen könnt oder ist das eure Erfahrung und "ticken" alle Alkoholiker gleich?
Ich habe für mich angenommen Alkoholiker zu sein, auch wenn ich noch nie Suchtdruck verspürt habe oder Ähnliches.
Es geht mir gut damit in Gesellschaft keinen Alkohol zu trinken auch wenn ich nicht immer sage warum. Manchmal sage ich auch nur, dass er mir momentan nicht bekommt.
Ein wenig Leid tut es mir für meinen Mann, er hat gerne mal ein Bier getrunken, aber er hat allen Alkohol aus dem Haus entsorgt als ich in der Entgiftung war. Schon öfters habe ich gesagt dass es mich nicht stört wenn er mal ein Bier trinkt, will er aber nicht.
Mit mir hat der Alkohol nichts Böses angestellt, in Familie und Job habe ich funktioniert.
Nur haben sich unsere 3 erwachsenen Kinder Sorgen um die Konsummenge gemacht und ich habe mich deshalb entschlossen gar keinen Alkohol mehr trinken zu wollen. Dann ging alles zügig. Einweisung vom Hausarzt geholt, Termin in der Klinik gemacht und los.
Zuvor hatte ich die Weinmenge halbiert. Ganz weglassen habe ich mich nicht getraut aus Angst vor den mögl. Nebenwirkungen.
Mein Ziel ist weiterhin die völlige Abstinenz und das mit der gleichen Zufriedenheit wie ihr sie habt.
DANKE für eure Worte.

Schönen Tag noch
Ina

 10 
 am: 17. Oktober 2019, 09:44:55 
Begonnen von Dietmar - Letzter Beitrag von Risu
Hallo Emilie,

ich hoffe es geht dir besser und du bleibst standhaft.

Das Wetter zieht mich gerade ganz schön runter. Im Sommer bin ich so viel unterwegs und aktiv und jetzt bei Dauerregen komme ich mir so faul und träge vor. Da muss man sich erst mal wieder dran gewöhnen.

Die Sonne fehlt mir. :-(

Aber... man gewöhnt sich dran, jedes Jahr aufs Neue.

Wie geht es deiner Depression? Wird das bei dir auch schlimmer im Winter?

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