Alkoholforum - Für Betroffene, Angehörige und Interessierte

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 1 
 am: Heute um 20:12:17 
Begonnen von steurun - Letzter Beitrag von Elly
Hallo Niko,

willkommen bei uns im Forum!

Das finde ich gut, dass Du so früh (altersmässig gesehen) die Notbremse gezogen hast.

6 Monate trocken, das ist prima! Bestimmt geht es Dir nun um einiges besser, nicht wahr?

Was hast Du nun alles an Deinem Leben geändert und wie sind Deine Pläne für die Zukunft?

LG Elly

 2 
 am: Heute um 19:31:02 
Begonnen von Katniss - Letzter Beitrag von Susanne68
T.C. Boyle

 3 
 am: Heute um 18:42:06 
Begonnen von AngelaD - Letzter Beitrag von Susanne68
Hallo,

Bin ja noch zwei Jahre älter als Christiane F. und die Warnungen gabs bei uns natürlich auch. Aber ich wusste damals ja nur, was ich NICHT wollte, nämlich auf gar keinen Fall so ein Leben führen wie meine Eltern und am Besten überhaupt keine 30 werden, also alles was verboten und gefährlich war, hatte einen unglaublichen Reiz für mich. In meinem pubertären Depri-Leichtsinn hielt ich es mit Nina Hagen "ist ja alles so schön bunt  hier, kann mich gar nicht entscheiden"...wenn mans überlebt hat, sind es Erfahrungen.

War ein bisschen provomäßig von mir wegen der Therapeutin, ich kenne sie nicht, man kann auch mal daneben langen und Therapeuten sind auch nur Menschen. Und ich finde es auch gut, dass Du trotzdem mitnimmst, was geht und Dich darauf einlässt. Dass sie ruppig ist, muss nicht unbedingt ein Schaden sein, da bleibt man beim Wesentlichen und driftet nicht so ins Kaffeekränzchenmäßige ab. Ausserdem, keine Ahnung mit was für Publikum und Anspruchsdenken sie da konfrontiert ist, viele Alktherapeuten werden irgendwann ziemlich nüchtern und distanziert, z.T auch frustriert. Müssen wir wegen mir auch nicht vertiefen.

Ich hab das Yoga nach dem Trockenwerden auch angefangen, später dann noch das Meditieren und das mache ich bis heute, finde das gut.

Du hast ja da das Problem mit dem Therapeuten hinterher. Ich denke, da hast Du doch aber auch schon ziemlich genaue Vorstellungen davon, wo es schwierig werden kann. Ein Therapeut löst Dir das ja auch nicht direkt, sondern erarbeitet normalerweise mit Dir Werkzeuge und Lösungen. Das Handwerkszeug, das Du dann aber selbst anwenden musst. Das geht ja aber auch ohne Therapeut, zumindest für den Anfang mal. Hier oder in Gruppen sind doch auch Leute, die eine gewisse Erfahrung und auch Ahnung haben. Nur mal so als Hinweis.

Weiterhin viel Erfolg.

Gruß Susanne

 4 
 am: Heute um 17:40:00 
Begonnen von Nyssa - Letzter Beitrag von Susanne68
Na ja, ich bin auch in frühester Kindheit schon damit in Berührung gekommen, hatte mit 15 die ersten Filmrisse, dann Drogen und bis 41 dann eine wechselvolle Karriere, mit ziemlichen Abstürzen. Also insgesamt mindestens 26 Jahre problematisches Trinkverhalten, wenn man den Vorspann dazurechnet, noch länger. Und bei mir war das ein zentraler Bestandteil meines Lebens, völlig undenkbar, dass ich jemals damit aufhöre. Lange wäre ich lieber gestorben, als nüchtern zu bleiben.

Und eines Tages reichte es mir einfach. Ich habe aber auch schon oft gedacht, das kam, weil es einfach zu viel war. Nur dadurch war es dann ja wirklich nicht mehr schön und es gibt da für mich auch nichts mehr zu vermissen.

Aber dieses "Schnauze voll" habe ich auch schon von mehreren gehört, die dann trotzdem wieder angefangen haben, das verblasst wohl irgendwie. Das alleine reicht jedenfalls wohl nicht. Ich bin halt dran geblieben und habe mich damit auseinandergesetzt, wie sehr dieses ganze Suchtverhalten und das "Drumherum" mein gesamtes Leben geformt haben und dann wollte ich aus meiner zweiten Lebenshälfte einfach etwas anderes machen. Und heute habe ich fast täglich Momente, wo ich stocknüchtern das Leben viel schöner finde als "damals"...da würde Alkohol nichts dran verbessern, für mich.

Einerseits würde ich sagen, wenn das bei mir geklappt hat, dann müsste das bei Dir doch erst recht klappen. Denn ich habe mit Sicherheit deutlich mehr getrunken und dann relativ einfach aufgehört. Zumindest mal rein mit dem Alkohol, es blieben ein paar Baustellen meines früher verkorksten Lebens, wo ich dann noch mal richtig ran musste, aber das wollte ich dann auch nur nüchtern. Andererseits kann ich schon nachvollziehen, dass man da mehr damit hadert, wenns eigentlich noch schmecken würde.
Jedenfalls wünsche ich Dir einen guten Austausch hier und bleib dran, es rentiert sich praktisch immer.

Gruß Susanne

 5 
 am: Heute um 17:27:54 
Begonnen von AngelaD - Letzter Beitrag von AngelaD
Hallo Ihr Lieben,

vielen Dank für die vielen Meinungen. Um eins mal vorweg zu nehmen (irgendwie bekomme ich das mit dem Zitieren hier nicht hin). @Susanne:

"Drogenabhängige, wie eklig. Da kommen übrigens auch viele aus gut betuchten Eltenrhäusern, kennst Du den Begriff "Wohlstandsverwahrlosung"? Ein Glück, dass Du was Besseres bist. Dabei bist Du aber auch nur eine Säuferin, die Hilfe benötigt. Und das kratzt vermutlich an Deinem Selbstbewusstsein."

Ich habe nie gesagt, das ich etwas besseres als ein Drogenabhängiger bin, das sind Drogen genauso "arme Schweinie" wie ich/wir. Wir haben damals den Film Christiane F. in der Schule geschaut, und seitdem graust es mir vor Drogen und anscheinend hat unsere Lehrerin das richtig gemacht, denn ausser Alkohol habe ich nie Drogen genommen (ok, 1 Mal nen Joint probiert und nie wieder :-) . und JA - Alkohol ist auch eine Droge... darüber könnte man noch stundenlang schreiben und zu keinem einstimmigen Ergebnis kommen.

Ich habe mich wochenlang informiert und mir gefiel hier, dass die Gruppe nie größer als 10 Leute ist. Und ja - ich kann mir die Privatklinik leisten und bin sehr glücklich darüber? ... und? Ich mag nur nicht gleich voreilig in eine Schublade gepackt werden von Leuten, die mich und die Hintergründe nicht kennen. Ich habe immer für meinen Lebensunterhalt gearbeitet - von wegen gut betuchtes Elternhaus - alle bekamen mit 18 den Führerschein und ein Auto .... ich habe dann Selbiges mit 24 bekommen .... selbst bezahlt. Also ... nicht gleich so schnell schiessen wenn man die Hintergründe oder die Vorgeschichte nicht kennt. Und genau das hat die Psychologin gemacht - und eigentlich sollte gerade die es besser wissen.

Gut... Thema erledigt.

Momentan arbeiten wir gerade eben diese Geschichte, also von meiner Kindheit an auf - gerade sind wir bei meinem 30. Lebensjahr und haben noch 20 Jahre vor uns. Sie ist immer noch sehr "ruppig", hält sich aber mit Kommentaren noch zurück. Auch misst sie mit zweierlei Maß und hat, um es direkt zu sagen, Lieblinge in der Gruppe. Bei einer Verhaltensanalyse habe ich etwas gesagt, wovon sie hinterher meinte, das geht gar nicht..... heute hatten wir wieder Analyse (das ist immer in der Gruppe) und eine andere hat genau dasselbe gesagt ... und wurde gelobt, dass sie das Probem erkannt hätte... grummel.

Fakt ist... die Klinik und das angebotene Programm ist toll. Würde ich noch einmal eine Therapie machen müssen, würde ich dies hier allerdings nicht machen - wegen der Therapeutin. Ich denke mir aber: Nimm so viel mit wie Du kannst und hoffentlich findet sich dann zu Hause in nicht allzu ferner Zukunft ein Therapeut, bei  dem die Chemie dann stimmt. Sie ist inhaltlich keine schlechte Therapeutin aber emotional total tot, kalt, unfair. Ich denke, es würde ihr auch nicht schaden, einmal zu einem Therapeuten zu gehen ;-)

Ich bin insgesamt 4 Wochen hier - 1 Woche Entgiftung - 3 Wochen Entwöhnung. Es wird viel Yoga gemacht, es gibt ein Thermalbad und viel "Gehirnjogging".

Meine Entscheidung war richtig, ich bereue nichts... Mir ist mulmig wenn ich dann an zu Hause denke, also wieder der Alltagstrott... aber ich will es schaffen und hoffe, es klappt.

Bis die Tage :-)

Liebe Grüße

Angela


 6 
 am: Heute um 17:14:58 
Begonnen von Nyssa - Letzter Beitrag von Nyssa
Liebe Susanne

Gerne antworte ich dir auch auf deine Fragen:

Zitat
Wenn Du durchgehalten hast..musstest Du kämpfen? Durchhalten hört sich nach Anstrengung oder Kampf an. Ist das so?

Ja, leider.
Alkohol gehört seit fast 30 Jahren einfach zu meinem Leben dazu. Wenn etwas zu feiern und anstossen gab, mit dem Mann abends gemütlich sitzen und reden, als Medizin gegen Stress oder Übelkeit oder Grippe oder Aphten, abends zum runterkommen und besser einschlafen, sich was besonderes gönnen, ein gutes Essen aufwerten oder verdauen...
Teilweise konnte ich das ersetzen (mit alkoholfreiem oder Tee), oder tatsächlichen Medikamenten.
Teilweise blieb es einfach ein Verzicht.
Zu Beginn war der Kampf echt gross.
Jetzt stört es mich einfach, wenn dann mein Mann abends da sitzt und trinkt. Keine Ahnung warum. Vielleicht, weil es mir halt auch geschmeckt hat und weil ER die angenehmen Gefühle dann hat und ich nicht.  nixweiss0 (morgens bin ich natürlich nicht neidisch auf den Kater).

Zitat
Was erwartest Du? Wie kann man Dir helfen, was glaubst Du?

Ich denke mir hilft es wenn ich darüber schreiben und mich damit auseinandersetzen kann.
Nicht alleine damit bin, dass für mich Alkoholverzicht nicht ganz leicht ist.
Mut, weil ich sehe, dass es andere auch geschafft haben.
Zuspruch, dran zu bleiben und nicht aufzugeben.
Input, wie man den Alkohol ersetzen kann und Tipps zur Selbsthilfe.

 7 
 am: Heute um 17:06:42 
Begonnen von Nyssa - Letzter Beitrag von Nyssa
Hallo Gerchla

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort und die Zeit, die du dir dafür genommen hast.
Gerne gehe ich auf einige Punkte ein, weil ich denke, dass mir das hilft.

Zitat
Also grundsätzlich kann ich nur sagen: je früher desto besser. Desto weniger besteht auch die Gefahr, dass Du auch z. B. körperliche Schäden nimmst. Ich bin mir aber nicht sicher, ob Du es deshalb leichter hast mit dem aufhören. Es gibt hier ja auch die Theorie, dass ein Alkoholiker erst seinen persönlichen Tiefpunkt erreicht haben muss, bevor es ihm wirklich gelingen kann, dauerhaft mit dem Trinken aufzuhören.

Das habe ich auch schon gelesen...
Und ja, ich denke, das fehlt mir ein wenig. Ich habe keinen Tiefpunkt, es geht nichts schief, im Gegenteil.
Körperlich habe ich noch keine Schäden. Trotzdem habe ich ein Problem und möchte das loswerden. Eben weil ich ja in der Familie sehe, wie das sonst enden kann. Und darauf habe ich echt keine Lust. Deswegen will ich es vorher lassen.

Zitat
Aber sag mal, hälst Du Dich selbst denn für eine Alkoholikerin? Also für suchtkrank. Oder bist Du eher der Meinung, Du würdest "nur" Missbrauch betreiben. So wie Du schreibst, scheinst Du ja nicht täglich zu trinken und auch nicht so große Mengen. Magst vielleicht mal ein bisschen was über Dein Konsumverhalten schreiben?

Also mein Suchtverhalten war... unterschiedlich. Phasenweise habe ich es einfach laufen lassen. Da war es fast täglich abends Rotwein. Zwischen 2 Gläser und einer knappen Flasche. Manchmal mit Kater am nächsten Morgen (Übelkeit, Magenschmerzen, Schwindel, Kopfweh). Zudem hatte ich ziemlich Magenprobleme, und der Alkohol hat sie verschärft (in dem halben Jahr jetzt ohne ging es meinem Magen bestens). Und ich habe schlecht geschlafen. Aber konnte dank Alkohol einschlafen.
Dann hatte ich wieder Phasen, in denen ich mir dessen bewusst wurde, und mal tage- oder wochenlang nichts getrunken habe, danach weniger, bis ich irgendwann wieder bei der "laufenlassen"-Phase war.
Getrunken habe ich, um abends den Stress zu vergessen.

Einschlafen und durchschlafen kann ich mittlerweile gut ohne. Notfalls nehme ich mal ein pflanzliches Mittel (vom Arzt verschrieben). Und ich bin tagsüber viel fitter.

Zitat
Darf ich fragen, ob Du das aufgearbeitet hast? Du brauchst übrigens grundsätzlich auf nichts zu antworten wenn Du es nicht möchtest. Ich stelle diese Frage deshalb, weil es schon sein könnte, oder sogar wahrscheinlich ist, dass Dein Trinkverhalten unmittelbar damit in Zusammenhang steht. Hast Du heute immernoch das Gefühl falsch zu sein? Denkst Du immernoch Du wärst nicht normal? Oder gibt Dir irgendjemand in Deinem Umfeld dieses Gefühl?

Ja, ich denke, ich habe das meiste aufgearbeitet.
Das Gefühl von früher gibt mir sicherlich eine Person extrem auf Arbeit, weil sie mich sehr an meine Eltern erinnert.
Ansonsten habe nur ich selbst immer noch das Gefühl...

Und natürlich trinken alle normalen Menschen um mich herum... Das ist ein Punkt, der es mir schwer macht, weil ich mich als Versager fühle, dass ich nicht normal konsumieren kann.

 8 
 am: Heute um 17:04:42 
Begonnen von Katniss - Letzter Beitrag von steurun
Lieber "richtige" Bücher.

Ich mag besonders Houellebecq, Richard Yates, Hans Fallada, Schopenhauer, E.M. Cioran, Baudelaire, Heine, Pessoa, Balzac, ...

Allgemein lese ich mich einfach quer durch die Weltliteratur, dabei auch Poesie, Philosophie und Sachliteratur aus den unterschiedlichsten Bereichen.
Kleine Buchempfehlung vielleicht noch (Roman,) zum Thema Alkoholismus: The Lost Weekend von Charles Jackson. https://en.wikipedia.org/wiki/The_Lost_Weekend_(novel)

Gibt's auch als Verfilmung, 1945 von Billy Wilder. Inhaltlich vom Buch leicht abweichend aber trotzdem gut.

 9 
 am: Heute um 16:49:10 
Begonnen von Katniss - Letzter Beitrag von steurun
Lieber "richtige" Bücher.

Ich mag besonders Houellebecq, Richard Yates, Hans Fallada, Schopenhauer, E.M. Cioran, Baudelaire, Heine, Pessoa, Balzac, ...

Allgemein lese ich mich einfach quer durch die Weltliteratur, dabei auch Poesie, Philosophie und Sachliteratur aus den unterschiedlichsten Bereichen.

 10 
 am: Heute um 16:44:10 
Begonnen von Katniss - Letzter Beitrag von steurun
Favoriten sind Filme von Andrei Tarkovsky, Béla Tarr, Wim Wenders, Roman Polański, Stanley Kubrick, Jean-Luc Godard, Billy Wilder, Woody Allen, Alfred Hitchcock.

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