Alkoholforum - Für Betroffene, Angehörige und Interessierte

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 am: Heute um 11:23:36 
Begonnen von Greenfox - Letzter Beitrag von Greenfox
Achtung, Achtung, Achtung!!!


Wegen Wartungsarbeiten am Forum kann es in der 39./40. Kalenderwoche (30.09.-12.10.2021) immer mal wieder/zeitweise zu einer Nichtnutzbarkeit, evtl. auch Nichterreichbarkeit des Forums kommen!
Sobald Näheres bekannt ist (Zeitplan o.ä.), wird es hier veröffentlicht!

Also nicht gleich Panik schieben, wenn man in dieser Zeit das Forum nicht erreicht oder nicht darin schreiben kann  :sun:
Aber u.a. die Software benötigen dringend eine Auffrischung  :D

 2 
 am: 18. September 2021, 18:17:03 
Begonnen von ichso - Letzter Beitrag von ichso
Life is a fuckin' rollercoaster...

Will mich nur kurz melden. Die beste Freundin (37) meiner Tochter ist vor ein paar Tagen nach einer Lungenembolie und schweren Hirnblutungen in ein künstliches Koma versetzt worden. Hat nichts mit Corona zu tun. Der Auslöser war wohl eine Thrombose im Bein. Ihre Überlebenschancen liegen bei ca. 5% laut den Ärzten. Ob und wann und wie sie wach wird ist völlig unklar.

Meine Tochter kümmert sich um den 11jährigen Sohn und die behinderte Mutter ihrer Freundin. Ich helfe, wo ich kann. So ist klar, dass ich hier jetzt erstmal eine Weile die Klappe halte.

Bitte betet für uns. Egal zu wem.

 3 
 am: 18. September 2021, 11:01:19 
Begonnen von Daun 2020 - Letzter Beitrag von Daun 2020
Hallo Sara
Das ist aber schade, wenn schon die Therapeuten so etwas sagen. Aber ich glaube, das liegt daran, Theorie und Praxis zu vereinen.
Theoretisches Wissen in die Praxis umzusetzen ist nicht einfach, weil theoretisch funktioniert es aber praktisch nicht.
Hat aber ein Praktiker sein Wissen erweitert, und sich die nötige Theorie angeeignet, dann sieht das meiner Meinung nach schon anders aus.

Ein berühmter Wissenschaftler hat mal gesagt:
Wissenschaft ist der letzte Stand der Technik.

Bezogen auf Alkohol:
Meiner Meinung gehört ein Wille dazu aufzuhören, und ein Wissen sich auch für die Zukunft davor zu schützen das Teufelszeug nicht mehr anzupacken, dazu braucht es den Mechanismus nicht zu vergessen.

Die Wirkung von Alkohol ist ja hinlänglich bekannt.

Das aber wieder umzudrehen haben schon viele am eigenen Körper erlebt, dass das nicht so ist.
Und dazu zählt meiner Meinung sich immer wieder bewusst zu sein, dass nicht vergessen.
Es reicht meiner Meinung nicht nur der Wille.
Denn der ist alleine betrachtet schwach und reicht nicht.
Denn der Mensch ist von Natur aus Faul und somit wählt er von Natur aus den einfachen Weg, das der aber nicht immer richtig ist, sieht man an den vielen Rückfällen. Baut man sich aber hier herein dieses Fenster des Vergessens mit ein, dann meine ich zumindest hat man eine gute Grundlage.
LG
Daun


 4 
 am: 17. September 2021, 20:46:02 
Begonnen von Daun 2020 - Letzter Beitrag von Sara
Hallo Daun!

Ich glaube, dass viele nach einer Zeit denken, sie könnten wieder kontrolliert trinken und die versuchen das dann. Geht halt oft schief.

Mir hat vor kurzem sogar meine Therapeutin gesagt, dass sie mich inzwischen für so stabil hält, dass ich ab und zu normal was trinken kann. Ein Glas Wein oder so. Ich habe ihr dann gesagt, dass das ganz bestimmt nicht so ist, und dass das mit ein bisschen trinken nicht klappen wird.

Aber wenn sogar Therapeuten denken, dass das funktionieren kann, ist es verständlich dass es andere auch tun.

Liebe Grüße
Sara

 5 
 am: 17. September 2021, 20:23:56 
Begonnen von Isa - Letzter Beitrag von Sara
Hallo Isa!

Ich kann dich so verstehen! Mir ging es anfangs auch so, dass ich wusste, ich habe ein Problem und ich muss aufhören, aber ich wollte nicht.
Da musste leider noch einiges passieren bis ich es endlich schaffte, das Trinken sein zu lassen.
Ich war auch verheiratet, Vollzeit berufstätig mit 2 Kindern und glaubte, alles unter Kontrolle zu haben. Anfangs wollte ich es auch niemandem sagen, auch nicht meinem Mann, bis er kurz darauf zum ersten Mal den Rettungswagen rief, aus Sorge um meinen alkoholisierten Zustand.

Inzwischen mache ich beruflich ganz etwas anderes, bin geschieden, lebe mit meinen Kindern alleine, aber ich bin trocken. Und das nüchterne Leben ist schön. Das hätte ich mir am Anfang und noch trinkend nie vorstellen können.

Wenn du es schaffen willst, musst du es aus tiefsten Herzen wollen. Nicht nur ein bisschen, sondern ganz und du darfst dir keine Hintertür offen lassen. Denn eines kann ich dir garantieren: Wenn du nichts änderst, wird es immer schlimmer, und es wird der Tag kommen an dem du nichts mehr verheimlichen kannst.

Alles Liebe
Sara

 6 
 am: 17. September 2021, 15:11:03 
Begonnen von Isa - Letzter Beitrag von Greenfox
Hallo, Isa, auch von mir ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier im Forum  :welcome:

Auch ich kenne es nur zu gut, immer der Starke sein, allen helfen zu wollen und für JEDEN den Seelen-Mülleimer zu spielen.
Nur: Mir hat niemand geholfen, für mich war niemand da, wo ich MEINEN Müll abladen konnte.

Und das "Allheilmittel" dagegen kennst Du ja.

Und ich kenne auch die ganzen anderen von Dir genannten Probleme ([un]heimlich trinken, verstecken, die Versuche, kontrolliert zu trinken, verheimlichen etc).
Als ich mich dann geoutet habe, kamen überhaupt keine Vorwürfe, Lästereiien, negative Reaktionen - im Gegenteil: Mehrfach äußerten Bekannte/Freunde "Na endlich! Wir haben uns Sorgen gemacht und wussten nur nicht, wie wir Dich ansprechen sollen!"

Das hat mir unheimlich viel gegeben. Auch wenn ich meinte, den ganzen Mist vor meiner Umgebung verheimlicht zu haben - es haben Viele gemerkt.
Und nach meinem "Outing" hat sich die Spreu vom Weizen getrennt - übrig blieben nur wirkliche Freunde. Einige Trink-Freunde haben sich verabschiedet. Um die war es auch nicht schade.

Dann habe ich gesagt, dass ich klar kommunizieren werde, wenn ich etwas NICHT möchte, z.Bsp. zu einer Feier zu gehen, jemandem beim Jammern zuzuhören.
Und wer damit ein Problem hat - nun, dann hat ER ein Problem, nicht ich.

Das hat so viel Druck bei MIR rausgenommen und mir sehr geholfen, nicht zur Flasche zu greifen.

Schön, dass Du Dir einen Termin bei der Suchtberatung organisiert hast. Hier wurden Dir ja schon diverse Tipps/Hinweise gegeben. Dort kannst Du es nochmal persönlich hören und Fragen auch sofort besprechen.

Und sollte bei Dir ein Schamgefühl aufkommen: Dort ist es anonym - und es ist deren Arbeit/Aufgabe, sich um Hilfesuchende zu kümmern.
Vor Allem: Du willst ja etwas für Dich und gegen die Scht tun!

Bei Fragen weisst Du ja, wo Du uns findest  ;) Immer raus damit!

Erst mal alles Gute

Gruß
Greenfox

 7 
 am: 17. September 2021, 12:58:57 
Begonnen von Daun 2020 - Letzter Beitrag von Daun 2020
Hallo
Ich möchte einmal wissen, wie ihr es seht:
Das Thema ist bei mir aufgetaucht in der Therapie.
Warum, wenn man einfach aufgehört hat fängt man wieder an zu Trinken? Dieses Thema ist jetzt auch mal in der SHG aufgetaucht, und wurde dort diskutiert.
Meine Theorie ist ja, nachdem in der Therapie von der Therapeutin gesagt wurde.es gibt kein Allheilmittel und ich mich damit selber auf die Suche begeben soll, das Vergessen eins der wichtigsten Themen bis heute.
Grundlage war ja das Erlebnis in der Therapie, wo herauskam ein Bild von Daun, das ich mir aufhänge und immer wieder daran erinnert werde.
Zur Erweiterung habe ich noch die SHG, die wöchentlich daran erinnert.
Hierzu kann ich sagen, dass einige bei uns in der SHG schon die Erfahrung gemacht haben, dass sie sich so stabil fühlten, und dann doch festgestellt haben ,nachdem sie die Gruppe haben schleifen lassen wieder Rückfällig geworden sind.
Ich persönlich betrachte das wie früher Sonntags in die Kirche zu gehen, und jede Woche eine Auffrischung mitzunehmen.
Oder wie eine Serie im Fernsehen, mit neuen Folgen. Da ist man dann gleichzeitig auch noch einer der Hauptdarsteller.
Denn es tauchen manchmal Dinge auf, deren Zusammenhänge schon weiter zurückliegen, die man aber nicht mitbekommt, wenn man mal nicht dabei gewesen ist.
Das Dritte Standbein ist, wenn ich Morgens Kaffee trinke, nach den Nachrichten schaue ich mir dann meine Mails an ,und schaue auch hier herein,ob es etwas Neues gibt.
Das ist so meine Vorgehensweise zu diesem Thema vergessen Alkohol, und ich komme bis jetzt gut klar damit.
Mich würde nun interessieren wie andere darüber denken, bzw. damit umgehen.
LG
Daun




 8 
 am: 17. September 2021, 12:17:03 
Begonnen von Isa - Letzter Beitrag von Britt
Fragst du dich nicht mal, warum jemand ausgerechnet bei dir seinen seelischen Müll ablädt? Brauchst DU das für dein Selbstwertgefühl? Fallen andere Geschichten des Jammerns vielleicht auf fruchtbaren Boden, weil es dir ähnlich geht, dir jemand einen Spiegel vorhält?  Irgendetwas stimmt nicht an deinem Verhalten. Auch da bist du nicht ehrlich vor dir und vor Anderen. Konzentriere dich auf DEINE Gefühle und ergreife auch mal unpopuläre Maßnahmen. Ohne irgendwelche Rechtfertigungen auch "NEIN" sagen können ist ungemein schwer, aber für mich war dieses "NEIN" der Weg zur Veränderung und zur zufriedenen Abstinenz.

Alles Gute
Britt

 9 
 am: 17. September 2021, 12:08:49 
Begonnen von Isa - Letzter Beitrag von AmSee13
Hallo Isa,
ich habe deine Beiträge gelesen und möchte auch ein paar Gedanken mit dir teilen.

Den ersten wichtigen Schritt hast du gemacht und dir selbst eingestanden, dass du ein großes Problem hast, und du hast dich hier anonym geoutet.

Wie groß dieses Problem tatsächlich ist, wird sich dir gewiss nach und nach immer mehr eröffnen, je mehr du dich mit dem Thema beschäftigst.

Vom Prinzip weißt du also, dass du nicht kontrolliert trinken kannst. Mit den Erfahrungen, die du diesbezüglich schilderst, bist du nicht allein. Das haben andere ebenso kennengelernt.

Vom Prinzip weißt du und siehst du, was der Alkohol mit dir macht.

Mir stellt sich die Frage, was du dir dann doch noch vom Alkohol versprichst, dass du nicht davon lassen möchtest.
Hast du Angst, dich ohne Alkohol nicht runterregulieren zu können?
Hast du Angst nicht mehr richtig feiern zu können?
Hast du Angst vor Entzugserscheinungen?
Hast du Angst, etwas zu vermissen?


Ich kenne das, immer die „Starke“ sein zu wollen und natürlich gibt einem das Helfen und das Alles-im-Griff haben etwas, doch es kostet dich auch etwas und zwar nicht wenig, wie du selbst durchaus bemerkst.

Es kann sich für dich durchaus mal ergeben, dem nachzugehen, was denn überhaupt dahinter steckt. Vielleicht ist das ja gar nicht immer so gesund für dich, „alles im Griff“ haben zu müssen und „Die Starke“ zu sein.


Sich anderen ausgewählten Menschen zu öffnen, dass man ein ernsthaftes Problem hat, wirkt auf dich u.U. zunächst vielleicht wie ein Bumerang, aber das ganz alleine durchzuziehen, ist unheimlich schwer und in der Regel wenig erfolgreich, gerade, weil Alkoholismus eine ziemlich vielschichtige Erkrankung ist.

Sich anderen ausgewählten Menschen zu öffnen und mit ihnen über sein Problem und seine Gedanken zu reden, kann tatsächlich auch zu einer enormen Stütze werden.

Ein guter Freund von mir, der Bescheid weiß, sagte mal sinngemäß: „Es ist ein Zeichen des Respekts, dass wir in deiner Gegenwart keinen Alkohol trinken. Wenn man weiß, dass jemand ein Problem mit Alkohol hat, und dann trotzdem in seiner Gegenwart trinkt, ist das ja, als halte man ihm noch extra vor die Nase, dass er ein Problem hat.“

Wenn du weißt, was dich alles triggern könnte, weißt du auch, wie du dich schützen kannst. Und dich zu schützen ist absolut notwendig, weil auch du es wert bist.

Liebe Grüße
AmSee



 10 
 am: 17. September 2021, 11:09:40 
Begonnen von Isa - Letzter Beitrag von Isa
Hallo!
 Danke für die Rückmeldungen und eure Erfahrungen. Es hilft alleine schon, dass andere ähnliches kennen/ kannten.  Ich hoffe es ist ok, wenn ich quasi allen gleichzeitig antworte.
Ganz wichtig, weil das 2 Mal kam. Ja ich habe ein Problem! Das ist überhaupt keine Frage! Leider ändert es nichts daran, dass ich mir im Moment noch nicht vorstellen kann es zu lösen. D.h es gab Moment. Es gab Tage da war ich richtig euphorisch, weil ich dachte, "so jetzt höre ich auf, ich schaffe das". Leider hat es nicht sehr lange angedauert, weshalb ich jetzt auch mit solchen Versprechen an mich selbst vorsichtiger geworden bin. 
Wie es auch Britt schrieb,  möchte ich es auch allen Recht machen bzw fällt es mir schwer, klar zu sagen, wenn etwas nicht ok ist. Es gibt gesellschaftliche Situationen in die ich mich im Grunde gar nicht erst hinein begeben will und es gibt Menschen, mit denen ich eigentlich keinen Kontakt mehr will, weil ich ihn anstrengend finde. Insofern ist der Tipp manche Situationen einfach erst mal zu vermeiden sicher gut.
Mit meinem Umfeld darüber zu sprechen, ist auch deshalb so schwer für mich, weil ich eigentlich immer "die Starke" sein will. Ich arbeite selbst im Psychosozialen Bereich und auch für Freundinnen und Familie bin ich oft eine Anlaufstelle, wenn es ihnen nicht gut geht. Das ist einerseits manchmal anstrengend, aber es gibt mir auch viel. Ich mag es zu helfen und ich mag das Gefühl "alles im Griff" zu haben. Hab ich natürlich ganz und gar nicht, aber offenbar möchte ich zumindest noch so tun. Auch bei mir belastet mein trinken mein Familienleben. Auch bei mir ist es so, dass mein Sohn und mein Mann im Grunde nicht wissen woran es liegt. Mein Mann und ich streiten häufiger als Früher und ich habe es lange auf den Arbeitsstress geschoben. Mittlerweile habe ich allerdings gekündigt und mache jetzt eine Ausbildung, die mir eigentlich großen Spaß macht. Irgendwie hatte ich gehofft, damit verbessert sich auch mein Alkoholproblem. Das war auch für einige Wochen so, nur um dann schlimmer als zuvor zu werden. Vielleicht weil ich jetzt gar keine Ausrede für mein trinken habe.
Etwas positives zum Schluss, ich habe einen Termin in einer Suchtberatung vereinbart. Ich weiß gar nicht warum ich so lange gezögert habe, denn es kann ja auf keinen Fall schaden. Meiner Familie werde ich vorläufig aber nichts davon erzählen.
Jedenfalls danke an euch alle und ich bewundere euch für eure Stärke! Ich hoffe ich habe sie eines Tages auch. 

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