Alkoholforum - Für Betroffene, Angehörige und Interessierte

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 am: Heute um 10:34:04 
Begonnen von Sonnenkäfer - Letzter Beitrag von Rieke66
Guten Morgen Sonnenkäfer!

Auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum!

Also ich denke, Du hast den ersten Schritt in die richtige Richtung schon getan und ich gratuliere Dir ganz herzlich dazu!  44.

Ich z.B. habe viel länger gebraucht als Du, bis ich verstanden habe, daß ich es ohne Hilfe nicht schaffen werde, dauerhaft vom Alkohol loszukommen.

Nun hast Du ja schon viele wertvolle Tipps bekommen. Ich möchte Dir gerne schreiben, wie es bei mir war. Inzwischen bin ich 54 und habe seit ungefähr sieben Wochen das Gefühl, es endlich geschafft zu haben. In der Vergangenheit habe ich etliche Versuche gemacht, vom Trinken loszukommen, bin aber immer irgendwann wieder „schwach“ geworden, wie Du es nennst. Meine längste Trinkpause dauerte über 3 Jahre. Jedesmal war es bei mir ähnlich, wie Du es beschreibst: in mir reifte der Plan heran, nun mal wieder ein Glas Wein zu trinken. Was nichts anderes bedeutet, als daß ich die Krankheit einfach noch nicht als solche akzeptieren konnte und wollte.

Zu Anfang meiner dreijährigen Trockenzeit war ich ein halbes Jahr bei den AA, habe dann aber gemerkt, daß mir das irgendwann nicht mehr so viel brachte. Gestern habe ich nun endlich gelernt, warum das so war: es handelte sich um eine Monologgruppe und ich wußte gar nicht, daß es auch Dialoggruppen gibt (danke, gerchla!). Tja, man lernt immer dazu. Jedenfalls fühlte ich mich damals so wohl und sicher in meiner Trockenheit, daß ich nichts weiter unternommen habe.
Aber natürlich habe ich in all diesen Trinkpausen wichtige Erfahrungen gesammelt, auf die ich jetzt zurückgreifen kann.
Warum ich denke, daß ich es diesmal geschafft habe? Nun, weil ich kapiert habe, wie wichtig es ist, diese Krankheit FÜR IMMER im Auge zu behalten, egal, wie lange man trocken ist. Ein kluges Mitglied hier hat geschrieben: „Den ersten Schritt in Richtung Rückfall mache ich, wenn ich mich nicht mehr regelmäßig mit der Krankheit auseinandersetze“.
Vor sieben Wochen habe ich mich endlich hier angemeldet und auf Anraten einiger Forenmitglieder einen Termin bei der Suchtberatung gemacht. Das ging problemlos, mir wurde sofort wirklich geholfen. Wie ja schon von anderen hier geschrieben: nimm jede Hilfe wahr! Aber ich denke, daß tust Du sowieso.

Es gibt keine endgültige Heilung. Aber es gibt ein gesundes freudvolles Leben ohne Alkohol. Und natürlich wird es mit der Zeit immer leichter werden, das erste Glas stehen zu lassen. Man entwickelt Strategien und lernt sich selbst immer besser kennen. Es ist vollkommen normal, wenn plötzlich der Gedanke in Dir aufkommt, daß es doch eine gute Idee wäre, sich ein Glas einzugießen. Ich kann manchmal gar nicht fassen, wie breit sich dieser Gedanke machen kann. Daneben ist dann scheinbar kein Platz für all die vernünftigen Gedanken, die dagegen sprechen.
Das ist das berühmte Suchtgedächtnis. Es ist immens wichtig, sich damit zu beschäftigen, denn es ist tückisch und kann einen, wenn man nicht vorbereitet ist, einfach ehe man es sich versieht aushebeln.

Mit Willensstärke hat das Trockensein meiner Meinung nach nur zu einem sehr kleinen Teil zu tun.
Lieber Sonnenkäfer, Du bist nicht schwach, da bin ich mir ziemlich sicher. Du versuchst aber
anscheinend, gegen einen Gegner zu kämpfen, gegen den man einfach nicht gewinnen kann. 
Jemand, der sich vor einer Sturmflut in Sicherheit bringt, ist weder stark noch schwach, sondern einfach klug.

Auch ich habe übrigens damals rund um die Schwangerschaft keinen Tropfen angerührt (mit dem Rauchen hatte ich zum Glück schon ein Jahr vorher aufgehört), war dann aber froh, nach dem Abstillen endlich wieder trinken zu dürfen. Ich verstehe auch sehr gut, daß Du das Nichttrinken bisher als Verzicht betrachtest. Auch das Telefonieren mit Wein kenne ich von früher genauso, wie Du es schreibst. Heute ist das aber weit weg. Ich bin froh, am Telefon einen klaren Kopf zu haben und Gespräche mit an- oder betrunkenen Menschen öden mich an.

Aber noch bist Du ja ganz am Anfang. Mir wurde hier geraten, erstmal zur Ruhe zu kommen, es dauert, bis man aus dem gröbsten heraus ist, aber es lohnt sich hundertprozentig!
Jede weite Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Und solltest Du mal stolpern, bedeutet das nicht das Ende der Reise, wie gerchla das ja auch schon geschrieben hat.

Solltest Du gerne lesen, möchte ich Dir noch ein Buch empfehlen: „Vom unerwarteten Vergnügen, nüchtern zu sein“, Untertitel „Frei und glücklich - ein Leben ohne Alkohol“ von Catherine Gray, sie müßte ungefähr in Deinem Alter sein. Dieses Buch hat mich sehr motiviert, es ist außerdem toll geschrieben, liest sich sehr gut.
Außerdem ist auch „Nüchtern“ von Daniel Schreiber ein super Buch. Und natürlich gibt es noch viele andere gute Bücher zum Thema, mit denen Du Deine Motivation stärken und sehr viel über unsere Krankheit erfahren kannst.

Liebe Grüße und einen schönen Tag!
Rieke

 2 
 am: Heute um 10:16:35 
Begonnen von Tinka - Letzter Beitrag von Tinka
Ich wollte mich Mal wieder melden. Ich hab mich etwas zurückgezogen in der letzten Zeit.

Es ist leider so, dass es mir gerade nicht gut geht mit der Situation. Ich bin extrem gestresst und war letztes Wochenende nachts in der Notaufnahme wg. akuter Atemnot.

Ich weiß leider, dass Atemnot bei mir ein Stressfaktor ist,ich hatte das vor einigen Jahren schon mal.

Ich musste einen Teil von meinem Resturlaub nehmen (war also 2 Wochen zu Hause). Und ich habe gemerkt, es tut mir gerade nicht gut.

Mein Freund trinkt nach wie vor nicht. Aber ich merke, dass er es als Strafe sieht. Er würde gerne, weiß aber auch, dass er dann ganz schnell wieder an dem ursprünglichen Punkt ist. Deswegen wäre es wichtig, dass er Hilfe bekommt (Reha, Selbsthilfegruppe...). Und ER will nicht mehr trinken, nicht ich quatsch ihm das auf.
Reha ist beantragt, SHG haben hier immer noch, Coronabedingt, keine Termine.

Ich komme gerade an meine Grenzen, ich finde das Zusammenleben wirklich schwierig, und er fällt auch wieder in alte Verhaltensmuster. Ist oft einfach überfordert von Kleinigkeiten. Diese Überforderung stresst mich dann.(Aber das ist mein Problem).

Ihr werdet sagen: Beziehung gescheitert, zieh dich einfach aus.
Ja das ist richtig. Das ist auch eine Option von mir.
Ich denke trotzdem, dass sich nach der Reha irgendwas in seiner Denkweise ändert. Also diese Chance kriegt er noch.
Außerdem haben wir einen Hund, um den ich mich natürlich kümmern werde und das ist kein Hund, der in einer Mietwohnung ohne Garten glücklich wäre. Daher überbrücke ich die Zeit.

Was meinen Stress angeht, da muss ich an mir arbeiten und mir Auszeiten nehmen.

Ich denke, in meiner Zeit, die ich dann allein bin (Reha) werde ich die Zeit haben, zu merken, was da noch ist und ob das alles noch eine Zukunft hat.

Ja ich war der Meinung, wir schaffen alles... Aber es ist nicht immer alles einfach.


 3 
 am: Heute um 09:07:44 
Begonnen von Zelda - Letzter Beitrag von Zelda
Hallo,

ich schreibe wenig und lese viel, wie viele. Ich trinke nichts und es geht mir gut damit - meistens. Gestern war ich sehr stolz auf mich. Ich hatte ja geschrieben, dass es bei mir gefährlich werden könnte, wenn ich mich mit meinem Partner streite. (Streit ist ein sehr banales und vereinfachtes Wort dafür - und auch nicht das richtige, aber das würde hier erstmal zu weit führen) Auf jeden Fall hatten wir am Montag ein Problem - ich hatte es. Ich steigere mich rein, bin aufgewühlt bis panisch und dann ist der Druck, nicht mal das Verlangen, zu trinken am höchsten (das habe ich schon mal erkannt und so hingenommen) Aus der Situation herausgehen war nicht möglich, auch keine Ablenkung, da wir zusammen mit Kind im Freizeitpark waren. Ich habe die letzten Tage dann daran zu kämpfen gehabt und wusste, wenn ich nichts tue, kann das zum Trinken führen, was ich nicht will. Also habe ich gestern meinen Mut zusammen genommen und das mit meinem Partner besprochen.

Das habe ich sonst nie getan, immer nur betrunken. Es ist schwer für mich über etwas wirklich bewegendes zu reden, ohne dabei die Worte zu verlieren. Und es tat mir gut, es war ein großes Ausatmen, eine tiefe Erleichterung, der Druck ist weg. Das hat geklappt, weil ich nüchtern war, weil ich mir Zeit gelassen habe und weil mein Partner super reagiert hat. Auch das konnte er nur tun, weil er mich ernst nehmen konnte. Wenn ich betrunken bin, kann er das nicht.

Das wollte ich mal hier festhalten. Es ist ein großer Schritt gewesen und ich bin mir dankbar, dass ich ihn bereit war zu gehen. Das ist ein gutes Gefühl.

Ich habe ganz viel zu sagen, weil viel in mir passiert, aber es ist auch sehr dynamisch und ich bin wahrscheinlich (noch) nicht motiviert genug, das alles festzuhalten, obwohl ich es gut finden würde - wegen der Reflexion.

Ich gehe gleich mit meiner besten Freundin wandern - deshalb verabschiede ich mich schon wieder.

 wikende091

 4 
 am: 05. Juni 2020, 22:11:16 
Begonnen von Sonnenkäfer - Letzter Beitrag von Sonnenkäfer
Guten Abend, da bin ich wieder wie angekündigt. Da ich vom Handy schreibe, wird das jetzt wahrscheinlich nicht so einfach mit dem zitieren und gezielt antworten, aber ich versuche es mal Antwort für Antwort zu strukturieren.

@Betty

Vielen Dank für deine Worte. Ich glaube ich habe tatsächlich eine vage Vorstellung in mir wie mein Leben eigentlich aussehen soll. Darin hat Alkohol, zumindest so wie ich ihn konsumiere auch keinen Platz. Ich habe so viele Tage in den ganzen Jahren verschwendet in denen ich energielos ihr Ende herbei gesehnt habe. Wollte nur in den Schlaf fallen, Peinlichkeiten oder zu intime Geständnisse vergessen. So möchte ich nicht mehr leben, vor allem auch wegen meiner Tochter. Ich glaube im Endeffekt war sie meine Rettung, denn nur durch sie habe ich den Ausstieg damals geschafft und hinterfrage jetzt so wie nie zuvor meinen Wiedereinstieg ins Trinken.
Vor einigen Jahren war ich tatsächlich schon mal bei einer Beratung, ich habe mich bei dem Mann aber gar nicht wohl gefühlt. Ich weiß nicht ob es Einbildung war, aber ich hatte irgendwie das Gefühl das er mehr als beratendes Interesse an mir hatte, auf eine zwar unterschwellige aber unangenehme Art.
Deshalb bin ich dort noch zwei, drei Stunden nicht mehr hingegangen und habe mir leider aber auch nichts anderes gesucht.
Grundsätzlich habe ich aber Interesse an einer Beratung oder Selbsthilfegruppe. Das werde ich auf jeden Fall noch mal angehen.

@Frankundfrei

Danke auch dir für deine Antwort.
Du hast total recht, ich habe die Alkohol und Nikotinabstinenz als komplette Strafe empfunden und absolut nicht als Gewinn, obwohl ich wusste das es total gut für mich ist und eigentlich auch absolut überfällig die Notbremse zu ziehen. Mir war auch die ganze Zeit klar, das ich wieder rauchen will und ab und zu wieder trinken. :) Den Moment habe ich wirklich herbeigesehnt. Letztendlich war es eigentlich anfänglich gar nicht so toll, ich kam von den ersten Abenden heim und meinte zu meinem Mann, das es eigentlich recht langweilig war, alle kippen sich so schnell wie möglich die Getränke rein und die richtig guten Gespräche gab es auch nicht. Allerdings muss ich sagen, das ich sehr gerne mit nur einer oder zwei Personen zusammen trinke, weil ich dann doch immer finde das die Gespräche in andere Richtungen gehen, sich die Menschen mehr öffnen und tiefer blicken lassen. Aber natürlich hatte ich mit guten Freunden solche oder ähnliche Gespräche auch schon (tagsüber) nüchtern. Auch du schreibst von einer Selbsthilfegruppe und wer weiß, vielleicht finde ich da tatsächlich neue Bekanntschaften die nicht trinken. Das würde mir definitiv helfen. Ein paar nette Mütter habe ich durch meine Tochter schon kennengelernt und da sind die Treffen natürlich nie Alkohol geprägt aber trotzdem immer toll. Davon bräuchte ich einfach mehr denke ich.

@Rina
vielen Dank für deinen Beitrag. Darf ich fragen inwieweit deine Familie, Mann und Kinder unter dir zu leiden hatten? Ich habe (noch) das Gefühl das bei mir noch Niemand leidet, außer mir vielleicht. Auch wenn ich müde Tage habe, stehe ich immer auf, gehe mit meiner Tochter raus, kümmere mich und wir haben auch viel Spaß. Ab und zu schlafe ich auf der Couch, ansonsten schlafen wir immer zu dritt im Bett, aber das ist jetzt das einzige wo ich dann von der Norm abweiche. Aber natürlich könnte es, wenn ich mein Verhalten nicht ändere, oder der Konsum noch mehr wird, schlimmer werden oder den Alltag mehr beeinflussen. Gerade wenn sie älter wird und mich vielleicht betrunken erlebt, eine nach Zigaretten und Alkohol riechende Mutter ist eigentlich wirklich meine Horrorvorstellung. Ganz schlimm. Dafür schäme ich mich auch am meisten. Es passt einfach nicht in mein Bild als Mutter. Du hast gefragt was mein Mann dazu sagt. Ich muss kurz dazu sagen, das wir uns bei der Arbeit kennengelernt haben und wir also die gleiche Trinkroutine hatten. Wir waren ständig unterwegs und haben zusammen ausgekatert. Eigentlich war das eine schöne Zeit. Zum Teil zumindest. Er hat dann aber auch mit mir aufgehört zu rauchen und nur ganz selten was getrunken wenn er mal weg war. Er hat es aber mir zuliebe wirklich unfassbar stark reduziert. Er hat auch nicht mehr angefangen zu rauchen und zuhause trinkt er nie. Nur wenn er weg geht, dann aber auch viel. Aber das ist so selten geworden, ich würde sagen sein Verhalten ist ziemlich normal. Er hat jetzt die ganzen letzten Wochen gar nichts zu meinem neuen/alten Verhalten gesagt. Er ist da ein sehr gutmütiger, ruhigerer Typ der erst mal lange beobachtet. Ich habe ihn aber selbst letzte Woche angesprochen und gesagt das da gerade was schief läuft bei mir und da meinte er schon auch das es ihm natürlich aufgefallen ist und ich das schon wieder reduzieren sollte. Und mal versuchen nichts zu trinken beim telefonieren, das ich mich doch da umkonditionieren kann. Viel mehr haben wir darüber nicht gesprochen, ich hab mich nicht so richtig getraut auszusprechen, was ich eigentlich befürchte bzw. weiß, das ich ein Alkoholproblem habe, bei dem ich mich eben leider nicht einfach umgewöhnen kann. Ich habe mich aber nicht wegen seiner möglichen Reaktion nicht getraut, sondern es generell laut auszusprechen. Dann wird es so wahr und man muss wirklich was tun. Ich weiß nicht ob man das verstehen kann. Das es wahr ist, weiß ich ja auch so.

@Gerchla
Danke für deine Worte heute Morgen. Sie haben mir wirklich Mut gemacht. Interessant fand ich abgesehen von deiner generell bestärkenden Antwort, deine Erfahrungen mit den Selbsthilfegruppen. Diese Gruppe die ich gefunden hatte, war tatsächlich eine AA-Gruppe. Nach deiner Erzählung, kann ich jetzt schon sagen das eine Monologgruppe nichts für mich ist. Ich glaube ich brauche definitiv den Dialog und hab vorhin nochmal ein bisschen recherchiert und eine andere gefunden. Im Moment findet sie aber nicht statt, man kann sich aber telefonisch an Menschen dort wenden. Vielleicht mache ich das bald. :)
Sollte ich wirklich zu Treffen gehen, müsste ich meinem Mann dann natürlich wirklich endlich sagen, das es doch etwas schlimmer um mich steht, als er gerade denkt und ich das Ganze schon sehr ernst sehe. Ich glaube er denkt das es nur eine Phase ist. Alleine mit Kleinkind den ganzen Tag, Corona, der Frühling lädt ein draußen zu sitzen usw. Ich glaube er findet es zwar etwas zu viel, aber nicht wirklich bedenklich.
Du schreibst zwar, ich müsste mich nicht schämen. Aber das tue ich leider trotzdem. Ich fühle mich einfach schwach, nicht nein sagen zu können. Aber wie du sagst, will ich einfach dieses Gefühl erleben wenn die ersten Drinks wirken. Irgendwas gibt mir das, ich kann es selbst noch nicht hundertprozentig greifen. Ganz platt gesagt wahrscheinlich, einen Ausbruch aus dem Alltag. Ich muss das natürlich aber noch ein bisschen ausführlicher analysieren. Da steckt schon viel begraben, das weiß ich.

Das komische ist auf jeden Fall, das ich seitdem ich hier geschrieben habe noch mehr Druck zu trinken verspüre als zuvor. Was ich überhaupt nicht verstehe. Da kämpft etwas in mir glaube ich ganz schön dafür an der, es klingt so hart es zu schreiben, Sucht festzuhalten. Ich war wirklich noch nie so sicher in meinem Entschluss und fühle mich eigentlich sehr kurz vor dem Schritt in die richtige Richtung und dennoch hätte ich heute schon wieder zum Supermarkt rennen können (zum Glück hat der jetzt zu).

Ich versuche mich jetzt abzulenken oder am besten gleich schlafen zu legen.

Danke euch fürs Lesen!

Viele Grüße
Sonnenkäfer

 5 
 am: 05. Juni 2020, 17:56:58 
Begonnen von DerKlaus - Letzter Beitrag von Rekonvaleszent

 Aber ich habe schon vor, ehrlich zu sagen, dass mein bisheriges Leben mir gezeigt hat, dass es mir viel schwerer fällt nach 1-2 Gläsern aufzuhören, als gleich das erste Glas stehen zu lassen. Die einen wissen das auch bestimmt, das sind die, die das gleiche Problem haben, aber es sich selber nicht eingestehen.


Hallo Klaus!

Genau so war es bei mir. Nichts zu trinken ist viel schwerer als nach moderatem Konsum aufzuhören. Das nennt sich Kontrollverlust und ist ein typisches Indiz für Alkoholismus.

Es dauerte halt ein etliche Jahre bis bei mir allmählich der Groschen fiel.

Glückwunsch zu deinen 101 Tagen. Das ist doch schon mal ein richtig guter Anfang.

Hab aber auf dem Schirm, dass sich das Suchtgedächtnis sicherlich mal melden wird, um dich irgendwie zum Griff zur Flasche zu bewegen.

Und genau für diesen Moment rate ich, dir eine Strategie zurecht zu legen.

Gruß
Rekonvaleszent

 6 
 am: 05. Juni 2020, 16:47:59 
Begonnen von DerKlaus - Letzter Beitrag von DerKlaus
Hallo zusammen,

da Ihr lange nichts von mir gehört habt, wollte ich mich eigentlich schon vorgestern mal wieder melden, denn dies war der 100. Tag meiner Nüchternheit.  :) Wie ist es mir seit dem letzten Post ergangen?

Bisher bin ich immer noch überraschend gut drauf. Da ich vor allem ein Feierabend-Trinker auf dem eigenen Sofa war, könnte man meinen, eine große Gefahr müßte vom Corona-Lockdown ausgegangen sein, da man sich ja dadurch fast nur noch zuhause aufhielt und leicht auf dumme Gedanken kommen bzw. in alte Routinen zurückfallen konnte. Aber irgendwie verschwende ich daran keine Gedanken. Auch das Home Office, dass ja leicht dazu verführen kann, rückfällig zu werden (man kann länger schlafen, braucht keine Angst vor einere Fahne zu haben), änderte daran nichts.

Eine starke Versuchung gab es bisher einmal, als ich bis 20 Uhr beruflich unter starkem Druck stand (natürlich auch im Home Office). Früher wäre ich dann danach direkt zur Flasche Wein übergegangen, um runterzukommen und zu entspannen und hinterher auch schlafen zu können. Ich hab es mir verkniffen und konnte schlecht schlafen. Ich brauche noch eine Strategie, um besser mit solchen Situationen umzugehen, darauf weist Ihr immer hin. Sport? Laut Musik hören? Die Tage hörte ich in einem Podcast, scharfe Himbeer-Bombons würden helfen.  ;D

Man darf ja jetzt auch wieder in Restaurants essen gehen. Das haben meine Freundin und ich bisher zweimal gemacht.  Das eine Mal hat mir der Alkohol gar nicht gefehlt, ich hatte eine leckere Saftschorle und hab nicht an Alkohol gedacht, obwohl sie einen Aperol trank. Das andere Mal war in einem Garten-Lokal, wo viele Fahrrad-Ausflügler waren, die sich bei schönstem Sonnenschein ein (?) Bier zischten. Da kam kurz etwas Neid auf, ich weiß noch nicht, ob da nicht noch etwas schlummert, was als stärkerer „Saufdruck“ wieder ausbrechen könnte. Bisher meine ich es unter Kontrolle zu haben.

Es wird auch wieder ein soziales Leben mit Freunden und Bekannten geben, bisher hielt mich der Lockdown davon ab, mir die Situationen auszumalen. Aber ich habe schon vor, ehrlich zu sagen, dass mein bisheriges Leben mir gezeigt hat, dass es mir viel schwerer fällt nach 1-2 Gläsern aufzuhören, als gleich das erste Glas stehen zu lassen. Die einen wissen das auch bestimmt, das sind die, die das gleiche Problem haben, aber es sich selber nicht eingestehen. Die anderen wissen es vielleicht nicht, das sind die, bei denen ich unter inneren Kämpfen nach 2 Gläsern aufgehört habe, um vor ihnen nicht als Alkoholiker dazustehen, da sie zumindest in meinen Augen selber kein Problem mit Alkohol haben. Auf jeden Fall will ich das Thema nur ansprechen oder vertiefen, wenn die Situation dazu Anlass gibt.

Ansonsten kann ich von Glück sprechen, dass ich im Moment keine Lebensprobleme habe, die einen Griff zur Flasche herbeiführen könnten. Auch dazu brauche ich noch eine Strategie. Bisher geben mir dafür die 102 bereits bewältigten Tage eine gewisse Sicherheit. Aber auch z.B. die Erinnerung daran, dass ich unsere letzte richtige Beziehungskrise (mit Trennungsdrohung usw.), die schon einige Jahre her ist, bewußt - fast aus Trotz - ohne Alkohol durchgestanden hatte - zumindest ein persönlich erlebter Beweis, dass es geht.

Also - ich gehe weiter den Weg, den ich eingeschlagen habe. Ich lese hier immer noch regelmäßig und bin dankbar für alle Ratschläge, die ich hier direkt oder indirekt mitbekomme.

LG, Klaus

 7 
 am: 05. Juni 2020, 11:18:48 
Begonnen von Sonnenkäfer - Letzter Beitrag von Gerchla
Guten Morgen Sonnenkäfer,

ich finde es sehr gut, dass Du heute hier gleich geschrieben hast, obwohl Du gestern wieder zur Flasche gegriffen hast. Es kommt leider nicht so selten vor, dass Betroffene die zunächst hochmotiviert hier geschrieben haben, dann plötzlich sang- und klanglos verschwinden. Und nie mehr gesehen werden oder manchmal nach Monaten oder gar Jahren wieder schreiben und schildern, dass sie wieder getrunken haben uns sich schämten, sich nicht trauten hier weiter zu schreiben. Gut das Du bei uns bleibst.

Du hast ganz ehrlich geschrieben was Dir passiert ist und dafür hast Du meinen Respekt. Gleichzeitig ist das aber m. E. auch die Voraussetzung um überhaupt erfolgreich gegen diese Krankheit sein zu können. Da geht es darum ehrlich gegenüber sich selbst und auch gegenüber den anderen zu sein. Das warst Du und das ist wirklich gut.

Ich glaube dieser Vorfall zeigt Dir wieder, wie ernst die Lage eigentlich ist. Und er zeigt Dir auch, wie heimtückisch diese Sucht ist und dass man ihr nicht einfach so, auch nicht mit einem starken Willen, entkommen kann. Denn der Wille ist bei dir sicher vorhanden, da bin ich mir ziemlich sicher. Du zweifelst ja nicht, Du möchtest ja weg, Du schreibst ja auch nicht (wie das durchaus ab und an hier vorkommt), dass Du "nur" weniger trinken möchtest aber keinesfalls ganz verzichten. Ich denke, Du willst da wirklich einen Strich ziehen. Was ich auch wirklich als die beste und wahrscheinlich auch einzige Möglichkeit sehen würde.

Ich kann Dich nur dazu ermutigen diesen Kampf nicht alleine zu führen. Das musst Du nicht. Lass Dir helfen. Du hast ja bereits geschrieben, dass es bei Dir eine SHG gibt. Das ist ja nur ein Weg. Ob er der Richtige für Dich ist kannst Du nur herausfinden, wenn Du ihn ausprobierst. Du brauchst da auch wirklich keine Angst haben. Ja, ich weiß, das spricht sich leicht. Aber schau mal, das sind alles Menschen die genau das gleiche Problem haben wie Du. Die werden Dich weder  komisch anschauen noch werden sie Dir irgendwie blöd kommen. Und Du wirst dort auch keinen Vortrag halten müssen, es sei denn Du willst das. Ich weiß jetzt nicht welche Art von Gruppe das ist, also monolog (wie z. B. die AA) oder dialog. Alles was hier erst mal aus meiner Sicht wichtig ist, ist die Frage ob Du Dich dort wohl fühlst. Ob die Menschen zu Dir passen, ob Du ein gutes Gefühl hast. Ich kenne viele Alkoholiker, die mehrere Gruppen ausprobiert haben bevor sie ihre gefunden haben. Und ich kenne auch welche, für die das einfach nichts war und die einfach andere Wege gegangen sind und noch gehen.

Ich möchte Dir kurz von meinen Erfahrungen berichten. Ich ging bereits am ersten Abend ohne Alkohol in eine SHG. Das war eine Gruppe der AA, also eine monolog-Gruppe. Läuft so ab, dass der Gruppenleiter moderiert und die Teilnehmer (nur die die möchten) sprechen. Immer nur einer spricht, die anderen hören zu. Dann spricht der/die Nächste, usw. Es findet aber kein Dialog statt, d.h. das was jemand gesagt hat wird von den anderen weder kommentiert noch sonstwie bewertet. Es kann sich also jeder quasi "seines" von der Seele reden, die anderen hören nur zu und ziehen daraus ggf. Input für sich selbst. Wenn jemand neues dazu kommt so ist es meist üblich, dass die Gruppenmitglieder dieser Person ihre eigene Geschichte erzählen. Das war z. B. für mich ganz ganz wichtig. Ich habe da in den ersten Wochen unglaublich viel gelernt.

Allerdings muss man das "mögen", also diese Monologform. Für manche sind Monologgruppen überhaupt nichts andere finden sie ganz prima. Mich hat es mit zunehmender Dauer gestört bzw. es hat mir nicht mehr das gegeben was ich glaubte zu brauchen. Natürlich habe ich mit den Gruppenmitgliedern auch einen Dialog geführt, also z. B. vor oder nach den offiziellen Gruppensitzungen. Das fand ich teilweise deutlich wertvoller als die Sitzungen selbst. Aber wie gesagt, das Gefühl kam dann bei mir erst nach einiger Zeit auf. Anfangs war diese Gruppe mein Anker, mein Rückhalt und da sie sich täglich getroffen hat (wenn auch in unterschiedlicher Besetzung) war ich anfangs auch fast täglich dort.

Das wollte ich Dir einfach mal schreiben, damit Du einen Einblick bekommst, wie soetwas in etwa aussehen kann.

Was ich einfach nochmal sagen möchte und was Du ja durch das Ereignis von gestern auch wieder erlebt hast: Nur nicht mehr trinken (wollen) reicht einfach nicht aus. Man muss aktiv gegen die Sucht vorgehen. Am besten mit Hilfe. Um Strategien zu entwickeln um z. B. solche enormen und plötzliche Drucksituationen wie Du sie gestern erlebt hast ohne Alkohol zu überstehen. Mit dem langfristigen Ziel solche Drucksituationen abzumildern und irgendwann überhaupt nicht mehr entstehen zu lassen. Das schafft man m. E. nur dann, wenn man die Trinkgründe dauerhaft beseitigt. Denn auch gestern wirst Du einen Grund gehabt haben, weshalb Du trinken wolltest. Du wollest ein Gefühl erleben, einen Zustand erreichen, von dem Du glaubst, dass Du ihn nur mit Alkohol erreichen kannst. Und genau das ist eben die Sucht, die psychische Abhängigkeit.

Und noch was: Du brauchst Dich nicht schämen! Im Gegenteil, sei stolz darauf, dass Du etwas unternimmst, dass Du wieder aufstehst und nicht liegen bleibst. Pass auf Dich auf, achte darauf, dass Du Dich nicht in Selbstvorwürfen verlierst und im Selbstmitleid versinkst. Das ist bei Alkoholikern relativ häufig der Fall. Jetzt ist kämpfen angesagt. Es geht um nicht weniger als um Dein Leben und am Ende dann auch um die Kindheit Deiner Tochter. Aber in erster Linie erst einmal um Dein Leben. Du entscheidest ob der Alkohol den Ton angibt und Dein Leben steuert oder ob Du die Chefin im Ring bist die ihr Leben selbstbestimmt führt.

Ich kann's nur nochmal schreiben: Mach Dir einen Plan, aber mach' ihn nicht alleine und schon gar nicht irgendwie heimlich. Geh zum Arzt, geh zur Suchtberatung, sei ganz offen und nimm die vielen Hilfsangebote die wir in diesem Land hier haben. Wirklich, Du brauchst keinerlei Scham haben, keinerlei Angst. Tue es einfach und schaue was passiert, was zu Dir passt. Schau mal, es sind nur ganz wenige Alkoholiker die diesen Schritt überhaupt gehen. Die also überhaupt versuchen ernsthaft vom Alkohol weg zu kommen. Und von denen die das Versuchen sind es wiederum nur relativ wenige, die das dann auch dauerhaft schaffen. Alle anderen, die überwiegende Mehrheit, lebt mit der Sucht und funktioniert auch mit der Sucht, irgendwie, bis es halt nicht mehr geht.

Und Du willst ja weg. Also ergreife diese Chance und sei kompromisslos. Dann kannst Du da auch raus kommen. Ich wünsche es Dir wirklich von Herzen.

LG
gerchla

 8 
 am: 05. Juni 2020, 09:48:23 
Begonnen von Sonnenkäfer - Letzter Beitrag von Sonnenkäfer


ich antworte jetzt erst mal nur kurz und versuche heute Abend ausführlicher zu antworten. Erst mal vielen Dank an alle die mir geschrieben haben! Es hat sehr gut getan von euch zu lesen. Gestern bin ich leider dann doch wieder schwach geworden. Beim schlafen legen meiner Tochter war er plötzlich wieder da, dieser innere Entschluss. Die Entscheidung wurde gefühlt einfach getroffen und ich hab als sie geschlafen hat, meine Schuhe angezogen und bin noch schnell zum Supermarkt um die Ecke. Nur ein, zwei Gläser wollte ich trinken. Wie man sich doch immer selbst belügen kann. Heute Morgen habe ich dann gesehen das es doch wieder ein halber Liter Wodka war.
Und nun ist sie wieder da, die Scham und auch das erschrockene Gefühl das ich das tatsächlich alles getrunken habe. Tatsächlich geht es mir heute bis auf etwas Müdigkeit sehr gut. Was eigentlich noch viel erschreckender ist, nach der Menge die ich in mich hinein geschüttet habe. Natürlich habe ich dann nervös mein Handy gecheckt ob ich doch irgendjemand Quatsch geschrieben habe, aber das ist nicht passiert. Immerhin.
Nach einer Selbsthilfegruppe habe ich aber geguckt und in meiner Nähe gibt es auch jeden Mittwoch eine, noch fühle ich mich nicht ganz bereit dazu. Aber ich hoffe das die nächsten Wochen die Erkenntnis bringen das es wirklich nicht mehr anders geht, als jetzt wirklich etwas zu ändern. Ich möchte das so einfach nicht mehr.

Jetzt gehe ich erst mal raus mit meiner Tochter und versuche einen klaren Kopf zu bekommen und hoffe das sich das Schamgefühl verflüchtigt. Meistens hält es aber den ganzen Tag an.

Ich wünsche euch einen schönen Tag und melde mich später nochmal.

Liebe Grüße
Sonnenkäfer

 9 
 am: 05. Juni 2020, 09:07:13 
Begonnen von Rieke66 - Letzter Beitrag von Rieke66

Hallo Ihr Lieben,

ich schreibe doch noch einmal hier, obwohl ich denke, eigentlich sind jetzt erst einmal andere dran, z.B. Sonnenkäfer. Mein Strang ist ja auch schon recht lang und die letzten Beiträge hatten nicht mehr direkt mit dem Alkohol zu tun.

Ich würde mich sehr freuen, mich mit Euch z.B. im PM Bereich weiter auszutauschen!

Liebe Camina, die Therapeutin, zu der ich gelegentlich gehe, vertritt die Auffassung, daß man die Vergangenheit ruhen lassen kann. Als ich vor einigen Jahren zum ersten Mal bei ihr war, weil ich Probleme mit dem Selbstbewusstsein hatte und weil ich in einer aussichtslosen und ungesunden Beziehung feststeckte, wollte ich gerne mit ihr zusammen die Gründe dafür aufdecken, die, wie ich dachte, in meiner Geschichte zu suchen wären.
Sie hat mich dann gleich „umgeleitet“. Als ich loslegte mit der Abwertung, die ich ständig durch meinen Vater erfahren habe, sagte sie: „Aber jetzt wertet er Sie doch nicht mehr ab“.
Mir fiel es damals wie die berühmten Schuppen von den Augen. Ja, richtig, er hat keine Macht mehr über mich, wenn ich es nicht zulasse.
Diese Sichtweise (und das Weiterdenken) hat mich außerdem in die Lage versetzt, meinen Vater objektiver, also nicht in Bezug auf mich, zu sehen. Ich habe erkannt, daß er selbst nicht glücklich war. Was leider nicht heißt, daß ich ihm verziehen habe. Seit ich selbst einen Sohn habe, ist mir sein Verhalten erst recht nicht nachvollziehbar.

Daß die Geschichte mit meinem Vater in meinem Thread noch einmal hochkam, war aber trotzdem gut. Wie gesagt habe ich es noch nie vorher so hintereinander weg runtergeschrieben. Das habe ich dadurch jetzt nachgeholt und die damit verbundene Befreiung als sehr wohltuend empfunden. Habe aber nicht den Wunsch oder das Bedürfnis, mir das Thema noch einmal gründlicher anzuschauen, sondern lasse es jetzt los.

Sie hat mir dann Hausaufgaben mitgegeben, Fragen, die ich bewegen sollte. Das hat bei mir sehr gut funktioniert.

„Meinem“ Therapeuten (von der Suchtberatung) habe ich erzählt, daß ich sehr viel gelesen habe, auch zum Thema Alkohol, und immer dachte, wenn ich das Problem erkannt habe, dann sei es auch schon halb gelöst (daß ich aber dann doch nicht wirklich weiter gekommen sei (wie ich das ja auch in meinem Thread geschrieben habe)).

Er meinte, so falsch sei das nun auch nicht.

Jetzt, wo mein Kopf nach und nach (wieder) klar wird, merke ich, daß er recht hat.
Vorausgesetzt natürlich, man arbeitet konsequent an diesen Dingen. Ich merke jetzt, daß ich jedesmal zu früh aufgegeben habe in der Vergangenheit, die Macht der Gewohnheit unterschätzt habe.

Darauf hast besonders Du, liebe Susanne, mich gebracht. Du hast mir gleich zu Anfang einen Tritt in den Po gegeben ( „Raus aus der Komfortzone“) und mit Deinen letzten Beiträgen noch einmal, hast mir verdeutlicht, daß man beispielsweise das Meditieren nicht von heute auf morgen lernt.

„Eigentlich“ wußte ich das (theoretisch), habe aber in meinem ganzen bisherigen Leben nie etwas durchgehalten. Jetzt bin ich endlich dabei, das zu ändern.

Daß mein Selbstbewusstsein und mein Selbstwertgefühl neulich noch einmal so im Keller waren, war zu etwas gut: Eure Antworten haben mir die Augen geöffnet. Alles, was ich eigentlich längst wußte, ist jetzt endlich sozusagen bis zur Handlungsebene durchgesickert.

Übrigens habe ich mit dem Meditieren angefangen, übe jetzt täglich mit Hilfe einer sehr empfehlenswerten CD. In der Einleitung wird ungefähr das gesagt, was Du, Susanne, auch geschrieben hast, und was ich auch in dem Buch wiedergefunden habe, zu dem Du mir den link geschickt hattest. Ich habe es mir bestellt, weil ich lieber reelle Bücher lese, in denen ich unterstreichen und reinschreiben kann, habe aber noch kaum mit dem Lesen angefangen (alles zu seiner Zeit).

Auf der CD sind extra kurze Übungseinheiten zur Atemmeditation. Daß ich diese Übungen täglich mache, ist für mich sehr wichtig. Ich möchte mir unbedingt beweisen, daß ich es schaffen kann, gesetzte Ziele zu erreichen.

In dem Buch „Wenn Frauen zu sehr lieben“ wird empfohlen, täglich zwei Dinge zu tun, zu denen man sich überwinden muß. Das erweitere den Horizont und das Bewusstsein dafür, wozu man fähig ist.

So, das ist schon wieder lang genug geworden.

Ganz liebe Grüße,
Rieke

 10 
 am: 05. Juni 2020, 02:39:49 
Begonnen von Sonnenkäfer - Letzter Beitrag von Spaziergänger
Sorry für das Kidnappen Deines Threads, Sonnenkäfer. Hallo und Willkommen!

Ich bin auch noch neu hier, seit 5 Monaten abstinent und rauchfrei und auch noch etwas auf der Suche nach dem richtigen Weg. Ich wünsche Dir einen guten Austausch hier im Forum!

Spaziergänger


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