Alkoholforum - Für Betroffene, Angehörige und Interessierte

Infos => Aktuelles => Thema gestartet von: Britt am 13. März 2020, 09:20:56

Titel: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 13. März 2020, 09:20:56
Die Welt wird gerade ruhiger und sehr viel leiser. Die Luft wird vielerorts sauberer und überfüllte Urlaubsziele bleiben leer.
Die Nachteile der Globalisierung werden sichtbar und spürbar.
Covid-19 bremst uns alle aus. Viele Auto und Flugkilometer werden eingespart, viele Kreuzfahrtschiffe und Frachter bleiben im Hafen.
Das Virus hat in in kürzester Zeit erreicht, wofür Greta lange gekämpft hat.
Nun haben wir Zeit genug, uns zu besinnen, wie wir zukünftig mit unserer Natur umgehen wollen.

„Wie viele Dinge es doch gibt, die ich nicht brauche.“ Sokrates

Bleibt oder werdet gesund!
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Betty am 15. März 2020, 04:12:52
Alles hat seinen Sinn.
Ich wünsche allen Menschen Gesundheit.
Manchmal ist allerdings solch eine Erfahrung notwendig, damit der Mensch nachdenkt. Wie war das? Die Natur hilft sich selbst. Ich lebe schon eine ganze Weile nach dem Prinzip, dass materielle Werte mein Glück nicht ausmachen. Ich bin auf einem anderen Weg unterwegs. Er gefällt mir besser.
Schönes Wochenende und beste Gesundheit für euch alle.
Betty
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: gerd48 am 15. März 2020, 09:11:38
Zitat
Manchmal ist allerdings solch eine Erfahrung notwendig, damit der Mensch nachdenkt.
Betty, da glaube ich nicht dran. Das Denken hat schon längst das Smartfon und die "(A)sozialen Medien" übernommen.
Alle warten jetzt darauf, was Bundes- und Landesregierung anordnet und selbst das wird nur begrenzt eingehalten werden.
Mein Enkel sollte vor 2 Wochen in die Skifreizeit nach Südtirol, hat sich führ ihn aber aus anderen Gründen nicht ergeben, der Rest (100 Schüler und Lehrr) wurde nach 3 Tagen zurückgeholt und in Quarantäne geschickt. Wie bescheuert kann man noch sein?

LG Gerd
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Risu am 15. März 2020, 19:27:03
Innehalten wäre schön, aber im Moment jagt eine Info und Einschränkung die nächste.
Da fühle ich mich eher gehetzt und zum zerreißen angespannt.

Schwer auszuhalten für mich.

Vor allem, da ich noch nicht weiß, wie es sich auf die Arbeit auswirkt.

Ich werde es bald erfahren, ich hoffe, dass ich dann auch mal wieder zur Ruhe komme.
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Betty am 15. März 2020, 19:58:35
Moin Risu,

das tut mir Leid für dich. Diese Situation der Ungewissheit ist mehr als schlimm, aber leider wohl im Moment nicht wirklich änderbar. Ich habe leider auch keine Ahnung wie es bei uns weitergeht. Letztlich kann es auch für mich bedeuten, dass unser Büro täglich zugemacht wird und wir unter Quarantäne gestellt werden. Ich hoffe es nicht.
Da ich schon viele Jahre alleine lebe, fände ich 2 Wochen "Hausarrest" nicht so dramatisch. Ich könnte das aushalten. Überleben für die Zeit stellt sich nicht als schwierig für mich dar. Wasser kommt aus der Leitung. Tee habe ich genügend. Mein Gefrierschrank hat ein paar Dinge zum Überleben. Mein Brot backe ich sowieso selbst. Fleisch ist nicht mein wichtiges Lebensmittel. Hülsenfrüchte, Reis, Humus, Couscous und Gedöns habe ich immer genug im Hause. Nüsse, Feigen und Datteln auch. Sollte ausreichen.
Da ich momentan gerade mein Gästebad komplett neu mache, würde ich mich auch nicht langweilen. Ich habe noch mehrere Fotoaufträge zu bearbeiten und ein paar Bücher, die darauf warten, gelesen zu werden. Meine Fotos der Irlandreise warten auch noch auf die Bearbeitung. Unterhalten kann ich mich zur Not mit meinem Katerchen und meine Internetleitung ist auch ok. Also ich könnte per Whasapp, Telefon, E-Mail etc. Kontakt zur Außenwelt halten.

Ich hoffe, die Situation wird sich bald ändern und für dich wird es erträglicher. Leider sind mir die Menschen momentan sehr hysterisch und kämpferisch unterwegs. Ich glaube, uns allen würde ein wenig Gelassenheit mehr helfen. Für dich alles Gute und beste Gesundheit.

Herzliche Grüße von Betty
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Risu am 15. März 2020, 20:31:33
Danke Betty,

ich war heute laufen, dass hat etwas geholfen. Das hat sogar so gut getan, dass ich an meine Standardrunde noch eine Extrarunde angehängt habe.

Ich bin unsicher, was mich morgen bei der Arbeit erwartet, ob es eine gute Lösung gibt, oder ob ich kämpfen muss...

Aber nun gut, mittlerweile sprechen die Nachrichten ja für sich und da kann kein Arbeitgeber mehr beschönigen und denken, mit Händewaschen wäre das alles getan.
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Susanne68 am 16. März 2020, 09:43:52
Sehr unterschiedlich, würde ich sagen.

Während manche zwangsgebremst werden, müssen manche Andere, die schon bisher genug zu tun hatten, noch mehr ran (Krankenhäuser z.B.).

Vielleicht verschiebt es ein wenig die Wertung bei manchen, was wirklich wichtig ist, kann man aber nur hoffen. Bislang gibts auch schon eine Menge Geschrei, weil sich viele nicht einschränken wollen. Und da es die Jungen ja weniger trifft, ist das natürlich auch ein Anlass für Streitereien...gibts schon im Bekanntenkreis.

Und einige in meinem ferneren Bekanntenkreis haben auch schon private Quarantänegruppen gegründet. Mit ordentlich Hochprozentigem, weil sie glauben, dass das den Virus abtötet. Natürlich nur in entsprechender Konzentration. Also nur Schnaps. Ja, das vertreten die tatsächlich öffentlich.

Sicher ist wohl nur, dass sich dadurch was ändert. Aber wie die Bilanz ausfallen wird, das können wir nur abwarten. Und es wird dem Vernehmen nach ja nicht in ein paar Wochen vorbei sein.
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Rina am 16. März 2020, 17:41:23
Nun ja, ich bin bereits in Quarantäne, lebe nicht in Deutschland. Alles ist geschlossen, Büros, Schulen, Einkaufszentren, Restaurants, Kino...Ghost-City. Das Haus verlassen darf man nur um Lebensmittel zu kaufen oder zur Apotheke...ab 18h sichert Armee und Polizei dafür, dass niemand draussen ist. Ich komme mir total wie in einer fiktiven Parallelwelt vor.
Innehalten wäre schon schön, aber mit Home-schooling, Heimbüro und 2 Kinder voller Energieüberschuss liegt das nicht so drinnen...Aber es ist eine echte Erfahrung auf das notwendigste reduziert zu leben und nur in der eigenen Familie. Eine Herausforderung an manchen Tagen!

Bleibt gesund und geht noch raus in die Natur solange ihr könnt! Hier gehen die Behörden mittlerweile von 2 Monaten aus...eingesperrt im eigenen Zuhause...

Rina
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Greenfox am 16. März 2020, 18:43:26
Das Haus verlassen darf man nur um Lebensmittel zu kaufen oder zur Apotheke...ab 18h sichert Armee und Polizei dafür, dass niemand draussen ist. ...eingesperrt im eigenen Zuhause...

Ich frage mich echt, ob das Sinn macht?!? Nicht mal mehr spazieren gehen im Freien? Was soll denn gesundheitsfördernd sein am "hocken in den 4 Wänden"?

Naja - hoffen wir mal, dass wir alle die "Zombie-Apokalypse" gut und gesund überstehen und es bis Mitte/Ende April, wenn es wärmer wird, ein (vorläufiges) Ende dieses Dramas in Sicht kommt.
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Rina am 16. März 2020, 19:20:53
Hier wo ich wohne, machen solche drakonischen Massnahmen sicher nicht so viel Sinn, in den grösseren Städten wohl eher. Aber die Regeln sind für alle die selben,ungeachtet wo man lebt.

Ja hoffentlich dauert das Ganze nicht zu lange,werden alle noch verrückt hier...
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Susanne68 am 16. März 2020, 20:01:35
Bei uns sind sämtliche Versammlungen verboten, unabhängig ob öffentlich oder nicht öffentlich, und unabhängig vor der Personenzahl.
Dürfte ja wohl auch Real-Life-Selbsthilfegruppen oder Therapiegruppen jeglicher Art betreffen. Meine Krankengymnastik ruht jedenfalls auch.
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: changemaker am 17. März 2020, 21:46:07
Hallo in die Runde,

ich bin ja auch betroffen und weil ich verssuche auch das Positive zu sehen, hier mal ein paar Gedanken und Beobachtungen.
Ich stelle fest, dass Menschen jetzt besser zusammenhalten.
Mein Bruder ist zum Beispiel ein echter Kapitalist.
Jetzt hat er grosse Verluste und letzens haben wir telefoniert.
Ich habe bei einem völlig gestressten Typ in kurzer Zeit mächtiga was bewirkt.
Er hat Verluste im 5-stelligen Bereich pro Woche und das stresst ihn natürlich.
Ich habe ihm kurz klar gemacht, dass es auch auf andere Dinge ankommt und er hat mit zugehört.
Er hat einen Kurzurlaub gemacht, endlich mal an sich gedacht und jetzt seine Mitarbeiter angeregt zu helfen.
Heißt diese hochbezahlten Leute kümmern sich jetzt um alte Menschen die Hilfe brauchen.
Als Rückmeldung habe ich bekommen, dass jetzt die Leute hochzufrieden sind und Geld ist jetzt plötzlich nicht mehr so wichtig.

Finde ich schön  :)

Ansonsten fällt halt jetzt die Gruppe erstmal aus aber für Notfälle gibts durchaus Ansprechpartner.

Ich möchte damit sagen, dassauch in solchen Krisen etwas Gutes liegt

Ich nehme es wie es ist. Eine Herausforderung und ein Zeichen von oben, dass wie einfach nur Gäste auf diesem Planeten sind.

Gruß

changemaker

Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: FrankUndFrei am 17. März 2020, 22:23:55
Ich bin dieser Tage eigentlich wesentlich gelassener und ruhiger als sonst, keine Ahnung warum.  Dabei ist  eigentlich alles möglich:
selbst schwer zu erkranken (obwohl ich ja oft die wohl vielen Alkoholikern eigene Selbstherrlichkeit an den Tag lege "Mich trifft es nicht...und wenn doch, was solls, ich habe gute Abwehrkräfte")
die eigenen Lieben, aber auch andere unbeteiligte Dritte anzustecken
Der Verlust des Arbeitsplatzes
leergekaufte Supermarkt-regale 
Nun zu den ersten beiden Sachen, ich bin eben vorsichtig, aber nicht ängstlich
Den Arbeitsplatz kann man theoretisch immer verlieren und wirklich konkret zeichnet sich da zum Glück im Moment auch nichts ab, und wenn dann kann ich da im Moment sowieso nichts gegen tun
Und zu den Supermarktregalen: Klopapier macht das Leben leichter, ist aber kein wirklich Lebensnotwendiger Artikel :D

Gestern habe ich wieder angefangen mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Der Morgen hat sich komplett anders angefühlt als andere Montag-Morgen.  Eigentlich wie ein schöner Sonntagmorgen , noch besser ein schöner Sonnatgmorgen wenn man gerade Urlaub hat und die kommende Woche auch nicht arbeiten muss.
Ich habe die reißende Strömung der kleinen  Bäche die auf meinem Weg liegen gesehen und mich gefreut dass sich wieder so viel Wasser führen und dass es die letzten Wochen so viel geregnet hat so dass die besorgniserregende Dürre der letzten fast zwei Jahre zu mindestens vorerst vorbei ist. 

Auch die Arbeit hat sich anders angefühlt. Ich arbeite hier ja sowieso in einem ausgegliederten kleinem Büro ,manchmal mit einem Kollegen aber der macht auch in "normalen Zeiten" oft Home-Office. Diesmal waren auch meine engsten beiden Kollegen aus unserem Süddeutschen Stammwerk im Home-Office,  alle hatten ihr head-set auf und habe zusammen gearbeitet oder auch mal ein bisschen privat gequatscht. Und dann zwischendrin auch mal wieder in aller Ruhe ohne head-set alleine.
Alles ganz entspannt, aber deshalb habe ich nicht etwas weniger geschafft als sonst.

Manchmal denke ich, wenn wir es richtig anstellen könnte die Welt etwas besser aus diesen Wochen hervorgehen als sie vorher war.

Frank
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: gerd48 am 18. März 2020, 05:49:05
Zitat
Klopapier macht das Leben leichter, ist aber kein wirklich Lebensnotwendiger Artikel
Ich kenne noch die Zeit, da wurden Zeitungen klein geschnitten. Da gab es auf dem Land überwuegend Plumpsklos.
Jetzt wären die Kanalrohre der Häuser ganz schnell verstopft und die Sanitärbetriebe kämen nicht mit der Reinigung hinterher,
auch kein schöner Zustand.
War gestern im Großhandel, fast jeder Einkaufswagen war mit mindestens 2-3 Paketen der gerollten Ware bestückt und die Regale der Konserven leer :o
Wir können jetzt nur aufmerksam leben, ein Auge und mehr auch auf die Mitmenschen richten und erhöhte Hygiene anwenden.
Auf jeden Fall eine interessante Zeit in der man nicht unbedingt glauben muss, dass die Lebensmittelversorgung gesichert ist.
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: FrankUndFrei am 18. März 2020, 12:22:12
Zitat
Klopapier macht das Leben leichter, ist aber kein wirklich Lebensnotwendiger Artikel
Ich kenne noch die Zeit, da wurden Zeitungen klein geschnitten.
Naja, heutzutage käme man mit Zeitungen wahrscheinlich auch nicht weit, ist schon einige Zeit her dass ich das letzte mal eine Zeitung aus Papier in den Händen hatte und Laptop oder Tablet eignen sich für solche Zwecke wohl eher weniger  :D   
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 18. März 2020, 23:32:21
(http://alkoholforum.de//gallery/1241_18_03_20_11_21_18.jpeg)

Bleibt oder werdet gesund!
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Betty am 19. März 2020, 08:54:42
Moin moin an Alle,

ich wünsche euch einen guten Tag. Habt alle gut acht und denkt positiv.

Mir persönlich gefällt die Entschleunigung. Der Grund dafür gefällt mir natürlich nicht. Hoffen wir, dass wir schnellstmöglich eine für uns alle gute Entwicklung bekommen. Jeder sollte etwas dazu beitragen. Und... ich kenne eine Menge Alternativen zu Toilettenpapier. (andere Länder - andere Sitten) Manchmal sogar sehr viel hygienischer. Ich fahre im Moment morgens um kurz nach 7 an einem Lidlmarkt vorbei.  nixweiss0 Der Parkplatz ist dann schon voll. Was tun die Menschen? Geht es denn nicht in die Köpfe? Wir werden nicht verhungern und verdursten auch nicht.

In diesem Sinne...

alles Gute  :sun:

Betty
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Greenfox am 20. März 2020, 12:49:49
Sind die Wissenschaftler sicher, dass der Virus die Lunge angreift - und nicht das Gehirn?? So denn bei manchen Leuten soetwas vorhanden ist?!?

War gerade "einkaufen" (wollte nur Wasser und Brot, eventuell etwas Zitronensaft) - Brot ausverkauft, Tiefkühle so gut wie leer, Klopapier + Papiertaschentücher + Mehl nicht mehr existent, Wasser die letzte Packung erwischt, Fertiggerichte leergefegt ... Ich kam mir vor wie in einem Geschäft in Sibirien 1994 - aber da waren die leeren Regale besser kaschiert  :o

Noch habe ich 4 Rollen Klopapier da ... die Tageszeitung habe ich vor 2 Jahren abbestellt  ::)
Die, die normal einkaufen, sind mal wieder in den A...lerwertesten gekniffen. Aber die Politik setzt ja mal wieder auf "Einsicht" und "Freiwilligkeit"  :lach: :wall:
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Betty am 20. März 2020, 13:09:14
Das frage ich mich schon länger. Allerdings haben wir hier bei uns mittlerweile größeres Polizeiaufkommen.  44. Ich denke, eine Ausgangssperre würde gut tun. Schön finde ich es auch nicht, aber viel zu viele Menschen ignorieren unsere Situation. Bei uns im Büro habe ich als Vorsichtsmaßnahme schon Bescheinigungen geschrieben für den Fall der Ausgangssperre. Leider ist es so, dass wir benötigt werden und viele Dingen eben nicht als Homeofficer zu machen sind. Blöd, aber wahr.

Ich würde liebendgern von zu Hause aus arbeiten. Ich kann auch eine Weile überleben. Letztlich kann man den Kontakt nach außen doch heute auch wunderbar halten. Es gibt Telefone, emails, Skype, Whatsapp usw. usw. usw.

Ich werde nicht verhungern oder verdursten. Manch Einer könnte vielleicht auch einmal eine Fastenkur gebrauchen. Wir sind doch gerade in der Fastenzeit. Ich habe eine Woche schon hinter mir. Mir hat es sehr gut getan. Fasten putzt die Gehirnzellen.

So und nun: stay safe - stay home

LG aus dem Norden
Betty
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Rina am 20. März 2020, 19:56:15
Hallo Forum,

Diese Hamstereinkäufe gab es bei mir hier auch kurz vor der Ausgangssperrenverkündung...hat sich jetzt gelegt als die Menschen geschnallt haben dass sie trotzdem einkaufen dürfen und es v.a. An nichts mangelt!
Ich hoffe ehrlich gesagt dass Deutschland endlich reagiert und die Ausgangssperre verhängt! Hier in Frankreich wurde eindeutig zu spät reagiert und es kommt genau wie es in Italien gekommen ist: Das Pflegepersonal muss Menschen sterben lassen...es wird selektiv geheilt, einfach weil es unmöglich ist alle Bedürftigen auf einmal zu versorgen, der Ansturm ist zu gross und die Verfügbarkeit von Betten, Reanimationsmaterial etc zu gering.Zuerst schickt man die 80-jährigen weg,dann die 70-jährigen usw...so brutal es klingen mag. Und wir sind noch nicht an der Spitze der Epidemie angekommen...wir gehen hier von einer wochenlanger / im schlimmsten Fall monatelanger Ausgangssperre aus.

Gebt acht auf euch und eure nächsten,

Lg aus dem Süden
Rina
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Rekonvaleszent am 20. März 2020, 21:12:24

War gerade "einkaufen" (wollte nur Wasser und Brot, eventuell etwas Zitronensaft) - Brot ausverkauft, Tiefkühle so gut wie leer, Klopapier + Papiertaschentücher + Mehl nicht mehr existent, Wasser die letzte Packung erwischt, Fertiggerichte leergefegt ... Ich kam mir vor wie in einem Geschäft in Sibirien 1994 - aber da waren die leeren Regale besser kaschiert  :o

Noch habe ich 4 Rollen Klopapier da ... die Tageszeitung habe ich vor 2 Jahren abbestellt  ::)
Die, die normal einkaufen, sind mal wieder in den A...lerwertesten gekniffen.

Bei bestimmten Artikeln wie Mehl und Klopapier muss man halt zu unterschiedlichen Zeiten bei unterschiedlichen Märkten nachschauen. Einzig Hefe ist ein Problem, das ich zum Glück lösen konnte.

Ansonsten haben wir alles.

Und ganz ehrlich: Beim Klopapier habe ich auch ein klein wenig gehamstert. Gestern auf meiner Mittagsrunde kam ich bei R....vorbei und der hatte noch ein halbes Regal voll. Ich habe mir noch ein Paket mit 16 Rollen mitgenommen, obwohl ich auch 2 hätte kaufen können.

@greenfox: Bei uns sehe ich öfter Polizeibeamte mal eben in Discounter oder Drogerie reinspringen.  ;)

Gruß
Rekonvaleszent
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Greenfox am 21. März 2020, 18:14:29
@greenfox: Bei uns sehe ich öfter Polizeibeamte mal eben in Discounter oder Drogerie reinspringen.  ;)

Und was willst Du mir jetzt damit sagen? " ;) "

Als wenn wir Aliens wären ...  >:(
Als ich noch "auf der Straße" war, bin ich auch öfter mal an einem Imbiss gewesen - weil ich ein Mensch mit Gefühlen, nämlich Hunger, bin. Manche haben zu Hause auch eine Familie, wo der/die Partner/in auch berufstätig ist (ja, das soll es geben) und/oder wegen der Kinderbetreuung nicht zum Einkaufen kommt.
Abgesehen davon willst Du mir bestimmt nicht erzählen, dass der Kollege/die Kollegin dort Großeinkäufe getätigt haben, sondern höchstens Kleinigkeiten und dann auch nur, wenn es halbwegs leer war (man muss ja ständig mit einemm neuen Einsatz rechnen).
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Rina am 21. März 2020, 19:16:18
Ich glaube Viele haben den Ernst der Lage einfach noch nicht begriffen.  :(
In einer solchen Krisenzeit gilt es solidarisch zu handeln und Prioritäten zu setzen...Klopapier gehört definitiv nicht zu meinen.

Ich habe übrigens in meinem Bekanntenkreis einen beachtlichen Anstieg an Alkoholkonsum festgestellt...vor allem bei denen,wo es eh schon kritisch war! Die Ausgangssperre ist geradezu eine Einladung für viele täglich und den ganzen Tag zu trinken...man muss/ kann nicht zur Arbeit, null Verpflichtungen,kann eh nicht raus...ich sehe wirklich wie das innerhalb kürzester Zeit einreissen kann. Viele Freunde meines Mannes genehmigen sich schon den ersten Aperitif ab Mittags, über Skype mit Freunden trinkt man dann ja auch nicht „alleine „...so ein wochenlanges Ausgehverbot kann meiner Meinung nach für einige verheerende Folgen haben. Bei mir würde es zu 100% schlecht ausgehen würde ich noch trinken!!
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Wolfsfrau am 21. März 2020, 19:45:55
In einer solchen Krisenzeit gilt es solidarisch zu handeln und Prioritäten zu setzen...
Klopapier gehört definitiv nicht zu meinen.

Ich erlebe das gerade anders herum: Meine Mutter lebt allein und ist aus vielen
Gründen risiko-gefährdet (schwerer Verlauf bei Ansteckung). Aus dem Grund war
mein erstes Anliegen, für ihren und für meinen Haushalt schnellstmöglich die
Klopapier-Frage zu klären. Sogar bei ihr auf dem "Dorf" waren die Regale leer.

Habe ich inzwischen geschafft, ohne selbst zig Male ins Getümmel der Läden zu
müssen. - Und jetzt, wo ich weiß, alle anderen kleinen Einkäufe sind für sie allein
gut machbar, hat auch bei mir die Besinnung Raum. ;)

Am meisten stört mich bei einigen Menschen die Distanzlosigkeit. Abstand
funktioniert wirklich nur, wenn beide mitmachen!

In meiner Wohnung ändert sich gar nichts zu sonst. Ich pflege immer viele
Kontakte von hier aus, mir fehlen aber die echten SHGs draußen trotzdem.
Zugleich bin ich beeindruckt, wie viel Intiative und Kreativität (um Ersatz zu
schaffen) plötzlich entsteht, und wie wenig ich trotz alledem "allein" bin.

Dafür fühle ich echte Dankbarkeit!

Auch ich wünsche uns allen gute Gesundheit und den Menschen möglichst viel
Entlastung, bei denen sich gerade mehr Stress ansammelt ...

Liebe Grüße
Wolfsfrau
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Rekonvaleszent am 21. März 2020, 20:15:02


Als wenn wir Aliens wären ...  >:(


Verstehe ich nicht  ;)

Ich fürchte, Du hast da was falsch interpretiert. Gemeint war: Es gibt für Polizeibemate, die auch mal draußen unterwegs sind, doch auch mal 5 Minuten, um zu schauen, ob das was sie dringend benötigen, im Laden vorhanden ist.

Was das Thema Einkäufe anbelangt: Nächste Woche dürfte es besser werden, denn es nähert sich das Monatsende, da haben viele ihr Pulver schon verschossen.

Ansonsten: Mittlerweile befürchte ich, dass die ganze Krankheitsgeschichte uns noch einige Monate schwer zusetzen wird. Aber ich will nicht jammern, wir kommen klar und müssen uns keine finanziellen Sorgen machen. Ich gehe davon aus, dass auch unsere Familie zwangläufig Kontakt mit dem Virus haben wird und hoffe, wir gehören dann nicht zu den ca. 5% der Notfälle, die intensivmedizinisch mit ungewissem Ausgang behandelt werden müssen.

Gruß
Rekonvaleszent
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Susanne68 am 21. März 2020, 21:20:40
Ich denke schon, dass da jetzt insgesamt eine größere Krise auf uns zukommt, weil mir das Szanario, dass es 70 bis 80% erwischen wird, bevor das durch ist, schon relativ plausibel vorkommt. Also mit einiger Wahrscheinlichkeit werden wir auch dabei sein und es zeichnen sich ja auch sonst schon einige Probleme ab, gesellschaftlich, wirtschaftlich etc. und wie unser Geschäft weiter gehen wird, wissen wir auch noch nicht, bleibt jetzt halt abzuwarten und hängt auch davon ab, wie unsere Kunden weitermachen. Verhungern werden wir aber nicht gleich.

Also ich bin weit davon entfernt, das als harmlos zu empfinden und ich halte mich an die Vorgaben, anderseits würde es mir ja auch nichts helfen nun in Selbstmitleid zu versinken, davon würde es ja nicht besser. Also leben wir vorerst so gut weiter, wie es geht, und passen uns so weit an.
Ansonsten habe ich mich einer Bürgerinitiative angeschlossen, wo man sich gegenseitig hilft, die gibts nicht erst seit Corona aber für mich war das jetzt der Anlass. Momentan ist noch nichts los, aber man rechnet ja damit dass Einkaufshilfen und auch Kommunikationshilfen für Kranke und alte Leute gebraucht werden, also da gibts dann sicher was zu tun. Vielleicht ist es ja auch eine Möglichkeit, dann trotz Ausgangssperre noch rauszukommen, oder man braucht es selbst mal.

Also panisch bin ich nicht gerade, aber das Thema ist existent und lässt sich nicht einfach wegschieben. Ich denke mir aber auch, dass ich seit langer Zeit ziemlich gesund lebe, wird mich davor zwar nicht bewahren, erhöht aber sicherlich zumindest die Chance, dass ich es nicht so schlimm kriegen werde. Man wird wahrscheinlich trotzdem welche kennen, die es dann erwischt. Urlaub und so ist dieses Jahr zwar wahrscheinlich gestrichen, aber das ist dann halb so wild.

Dann halten wir mal die Ohren steif.
Gruß Susanne
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 21. März 2020, 22:03:17
Das las ich unlängst an anderer Stelle:

An jene, die jetzt 28 Packungen Nudeln kaufen.
An jene, die Toilettenpapier horten.
An jene, die auf dem Schwarzmarkt nach Händedesinfektionsmittel suchen.
An jene, die mit einer Gesichtsmaske rumlaufen.
An jene, die die Flucht aus einer Region mit 10 Fällen des Coronavirus planen:

"Verachtet nie wieder Menschen, die vor Hunger und Krieg fliehen!"

Bleibt oder werdet gesund!

Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Betty am 21. März 2020, 22:09:45
 44.
Schönes Wochenende und passt auf euch auf.
Ich bleib zu Hause.

LG Betty
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Greenfox am 22. März 2020, 10:55:40
An jene, die jetzt 28 Packungen Nudeln kaufen.
An jene, die Toilettenpapier horten.
An jene, die auf dem Schwarzmarkt nach Händedesinfektionsmittel suchen.
An jene, die mit einer Gesichtsmaske rumlaufen.
An jene, die die Flucht aus einer Region mit 10 Fällen des Coronavirus planen:

"Verachtet nie wieder Menschen, die vor Hunger und Krieg fliehen!"


 44. 44.
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Camina1969 am 22. März 2020, 12:41:33
Auch ich möchte viele Grüße auf diesem Wege senden.
Ich freue mich und bin dankbar für die Möglichkeiten, die ich glücklicherweise habe, mit Menschen in Kontakt zu treten/zu bleiben, auch wenn ich physisch nicht bei ihnen sein kann.
Oder wie hier in Online-Gemeinschaften Ansprechpartner zu haben und Verbundenheit statt Isolation zu fühlen.

Bleibt alle gesund und zu Hause,
Viele Grüße
Camina
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Betty am 22. März 2020, 13:04:59
(http://alkoholforum.de//gallery/111_22_03_20_1_01_33.jpeg)
Ich wünsche allen einen schönen Sonntag und zähle auf die Zukunft.
Hoffnung ist ein schönes Wort.

Hakuna Matata

LG von Betty
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Greenfox am 22. März 2020, 17:41:30
Dem kann ich mich nur anschließen  wikende091

Danke für das wunderschöne Foto  :)
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Betty am 28. März 2020, 11:31:42
Hallo Frühling - Hallo Menschen - Hallo Glück - Hallo Hoffnung

(http://alkoholforum.de//gallery/111_28_03_20_11_27_27.jpeg)

Ich war gestern Bärlauch pflücken für ein schönes Pesto und dabei habe ich die Buschwindröschen begrüßt. Ein Gruß an euch alle und ein schönes Wochenende. Bei mir gibt es heute Pasta mit Pesto.  44. :D

LG Betty

Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Susanne68 am 29. März 2020, 20:52:52
Wie es auf Deinem Bild aussieht, kommt die Knoblauchsrauke auch schon (vorne rechts die größeren Blätter)

Bärlauch habe ich die Woche zwei mal geholt, allerdings ein bisschen zurückhaltend weil es hier nicht so viele Stellen gibt, und ich will ihn ja nicht kaputtmachen. Für größere Mengen müsste ich weiter fahren und das spare ich mir grade.

Nächste Wochen werden wir die Corona-Soforthilfe beantragen, alles etwas unübersichtlich momentan. Unser Geschäft könnte zwar weiter laufen, aber wenn unsere Kunden alles runterfahren, brauchen sie uns auch nicht mehr. Und es weiss ja keiner, wie das nun weiter geht.

Bleibt gesund
Gruß Susanne
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 15. April 2020, 08:48:07
Guten Morgen!
In Gesprächen zu Ostern mit meinen „alten Herrschaften“ ist mir bewusst geworden, wie schwer es für sie ist, mit der Krise umzugehen:
Mein alter Herr sagte: Bitte rede deutsch! Ja, ich finde, er hat Recht. Es wäre wichtig, dass wir (und vor allem die Medien) Deutsch reden.
Da gibt es m.E. seit Wochen zunehmend ein Missverhältnis. Das am häufigsten verwendete Fremdwort
ist zur Zeit der Corona-Scheinanglizismus Home-Office
(im Englischen: Innenministerium !  ::))
Und wir werden weiter mit Fremdwörtern überschüttet: Homeschooling, Gruppen-mails, Scypen (wie denn ohne Computer/Handy !)
Chatrooms-Messages, Social-Distancing in der Hotspot-Zone, Handy-Tracking, Lockdown oder ganz schlimm Flatten the curve.  nixweiss0
Statt der geschlossenen Kirchen gibt es jetzt für die Home-Churchs Links zu gestreamten Gottesdiensten im Livestream und Podcasts.
Ist es nicht gerade für die „Alten“ wichtig, dass  alle möglichst alles verstehen? Es gibt für fast jedes Fremdwort ein deutsches Wort. Mir ist bewusst geworden, wie schnell ich mich an diese unglaubliche Form der Sprache gewöhnt (Gewohnheit ist nie gut) habe und das macht mir Sorgen. Die Art, wie ich über Dinge spreche, beeinflusst immer auch die Art, wie ich darüber nachdenke und handele.
Ich sehe hier auch Parallelen zu meiner Alkoholsucht:
Wenn ich will, kann ich mich immer von etwas lösen und darüber reflektieren. Nichts zwingt mich in eine bestimmte Spur.
Mein Fazit: Die Coronakrise bedroht nicht nur die Menschen, sondern auch die deutsche Sprache,
selbst beim kontaktlosen Osterfest mit meinen betagten Lieben.
Wenn ich verstanden werden will, sollte ich auch verständlich sprechen.

Bleibt oder werdet gesund! :sun:
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Susanne68 am 15. April 2020, 09:12:34
Dann musst Du das bei Deinen alten Herrschaften halt so machen. Diese Themen habe ich mit meiner Mutter und ihrem Mann überhaupt nicht. Da ist seit 30 Jahren klar, dass sie von meinem Job eh nichts versteht, da ist man momentan froh, das niemand im Pflegeheim sitzt, ansonsten lebt man mit den üblichen Vorsichtsmaßnahmen, und viel öffentliches Leben haben sie ja eh nicht mehr, sondern sind schon lange eher für sich.
Und dass die Leute nun zu Hause sitzen, das verstehen sie mühelos. Aber sie müssen ja nicht damit arbeiten, also sind die Feinheiten auch egal.

Und bei uns läuft das schon Jahrzehnte hauptsächlich telefonisch, hat Corona nichts dran geändert. Meine Mutter würde eh nie einen Computer anlangen.

Momentan hat es seine Vorteile, wenn man schon immer gerne etwas eigenbrötlerisch war. Oder zumindest gut auch mal alleine sein konnte.

Viele alte Leute sind doch gerade froh, dass sie nicht mehr alles verstehen müssen und sich endlich ausklinken konnten.
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Gerchla am 15. April 2020, 10:46:35
Hallo zusammen,

sehr interessant, liebe Britt, was Du hier über die deutsche Sprache schreibst. Wie unterschiedlich wir Menschen doch sind. Ich sehe das ganz anders. Bei mir ist es tatsächlich so, dass ich mich in meiner aktiven Alkoholikerzeit ganz hervorragend und intensivst über dieses Thema austauschen hätte können.

Und ich wäre ein Verfechter der deutschen Sprache gewesen, das darfst mir glauben. Ich hätte (und habe) die Fahne unserer Sprache hoch gehalten und daneben noch die Fahne meines Heimatdialektes. Ich hätte gesagt: Wir sind hier in Deutschland und da wird gefälligst deutsch gesprochen.

Und heute? Heute sehe ich das viel entspannter. Heute denke ich mir, das waren damals meine Minderwertigkeitskoplexe, meine Ängste, die für diese Gedanken verantwortlich waren. Heute denke ich mir: Hat es nicht im 17. 18. und 19 Jhd. eine Phase gegeben in der die französische Sprache unsere deutsche enorm beeinflusst hat? Worte wie Jalousie, Fassade, Serviette, Parfum, Rivale, Adresse, Cousin (und noch ewig viele mehr) stammen aus dieser Zeit und sind heute ganz normal. Armee ist auch noch so ein Wort oder Portemonnaie (letzteres ein Wort, das hauptsächlich ältere Menschen noch benutzen, vielleicht sogar jene, die heute Anglizismen ablehnen).

Nein, ich habe wirklich andere Dinge zu tun, als mich aufzuregen. Auch nicht über die Jugend, deren Sprache etc. Denn letztlich erinnere ich mich noch gut daran, wie sich meine Eltern / Großeltern über meine Generation und über "unsere" Sprache aufgeregt haben. Nein, ich sehe weder mich noch meine Sprache bedroht. Ich denke mir, alles ist immer im Wandel und immer im Fluss. Nichts ist für die Ewigkeit und vor allem das ist für mich eine ganz wichtige Erkenntnis. Denn das bedeutet für mich, dass ich stets dankbar bin für das was ich gerade habe, denn ich weiß, es wird nicht ewig so bleiben.

Insofern liegt mein Fokus auf mir und auf dem, was ich in der Hand habe und was ich für mich verändern kann. Und hier ist und waren immer meine stärksten "Waffen" meine Denkweise bzw. meine Gedanken. Und so denke ich mir: Nein, Anglizismen sind es nicht, die mein Wohlbefinden, meine Zufriedenheit oder gar mein Glück bedrohen, deshalb muss ich auch nicht gegen sie kämpfen. Das sind ganz andere Dinge um die ich mich kümmern muss.

LG
gerchla
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Betty am 15. April 2020, 10:46:40
 :) Moin,

ab wann ist man denn nun alt und muss sowieso nichts mehr wissen  nixweiss0

Ich denke, dass man ein wenig genauer hinschauen muss. Es gibt immer wieder alte Junge und junge Alte. Der eine Mensch hat ganz früh keine Lust mehr auf Neuerungen und der andere eben nicht. Ich persönlich mag unsere deutsche Sprache auch sehr und ich denke, dass man die deutschen Bezeichnungen auch ruhig benutzen sollte. Da die Menschen im allgemeinen noch sehr lange im Berufsleben stehen sollen und müssen, kann man dann aber auch nicht verlangen, dass sie ab ? nicht mehr denken. Ich kenne "ALTE", die sich sehr gut mit Computern auskennen. Ich bin auch über 60 und bin mit dieser Zeit schon groß geworden. Ich kenne sogar noch die Grundprinzipien und weiß als und wann die Computer in die Büros und Haushalte einzogen. Ich habe sie mit einziehen lassen.  ;) :)

Alt ist also auch noch trotzdem mündig, oder?

Liebe Grüße und allen einen schönen Tag.  44.

Betty
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Susanne68 am 15. April 2020, 11:17:18
Wenn unsereins hier von den Eltern redet, gehe ich da grundsätzlich von 80+ aus. Die 60-Jährigen, die vor dem Computer sitzen und sowieso alles noch mitkriegen, sind wir ja selber.
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Susanne68 am 15. April 2020, 11:26:27
Nachsatz:

der zweite Mann meiner Mutter und meine Schwiegermutter sitzen mit 87 auch noch vor dem Rechner. Aber die machen da ihre Privatsachen und fragen im Zweifelsfall auch Google. Trotzdem müssen die heute nicht mehr jeder Sau hinterherlaufen, die durchs Dorf getrieben wird.
Das muss ja ich schon nicht mehr und ich nehme mir auch die Freiheit, die Probleme Anderer nicht zu meinen werden zu lassen.
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Greenfox am 15. April 2020, 11:33:16
Ich stimme britt zu.

Auch mir geht diese Verballhornung der Sprache zunehmend auf die Nerven. Denn das hat überhaupt nichts mit einer Sprachentwicklung auf Grund Einwanderung, wie sie Gerchla sehr richtig beschreibt, zu tun. Sondern es ist in meinen Augen ein krampfhaftes Bemühen zu zeigen "ich kann international!" Und dann kommt nur Scheisse (Bullshit) dabei raus: Home-Office = Innenministerium, Public Viewing = öffentliche Leichenschau, Showmaster = ??

Ich bilde mir ein, halbwegs englisch zu können, zumindest kann ich mich gut verständigen. Aber oft genug frage ich bei irgendwelchen Reklame- oder Politikersprüchen: "Was zur Hölle will dieser Vollidiot mir jetzt sagen?!" Oder auf "neudeutsch": WHAT THE FUCK...  >:(

In diesem Land ist eigentlich alles ganz klar geregelt: Laut § 23 Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG) (https://www.gesetze-im-internet.de/vwvfg/__23.html) ist die Amtssprache in Deutschland DEUTSCH - und nicht denglisch.

Zitat
Portemonnaie (letzteres ein Wort, das hauptsächlich ältere Menschen noch benutzen, vielleicht sogar jene, die heute Anglizismen ablehnen).
Hier kommt das Wort allerdings aus dem Französischen, wie viele andere Worte, die mittlerweile Eingang in unsere Sprache gefunden haben.
Ebenso haben auch viele deutsche Worte Eingang in andere Sprachen gefunden. Aber dies geschah alles auf natürlichem Wege.

Manche Dinge müssen international einheitlich benannt werden, da führt kein Weg herum. Bei anderen sind die ausländischen Bezeichnungen einprägsamer oder sogar besser auszusprechen als die deutschen - dann bürgern sich diese ganz natürlich ein. Aber oft werden Begriffe benutzt, die kein Mensch kennt geschweige denn aussprechen kann, aber trotzdem immer wieder verwendet werden, weil es "chic" ist, ein"gebildet" klingt ...

Ich muss aufhören, mein Blutdruck steigt ...
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Susanne68 am 15. April 2020, 12:31:02
Ich wills mal so sagen: vieles an der momentanen Diskussions-Unkultur, z.b bei Facebook, gefällt mir auch nicht. Aber deswegen ändert sich da trotzdem keiner. Und wenn einer dagegen hält, dann streiten sich innerhalb von 5 Minuten auf der eine Seite 200, auf der Anderen 230 und dazwischen zerbreit es auch noch ein paar. Jeden Tag kommen ein paar Mahnrufe von Leuten, die zu mehr Ruhe auffordern, aber die werden auch gleich schräg angemacht usw. Was gestern geschrieben wurde, interessiert heute sowieso keinen mehr. Liest eh keiner, was schon etwas runtergeruscht ist. Einfach mal voll drauf, scheint bei vielen die Devise zu sein. Und Corona, einfach super in diesem Gebräu. Da gehts erst richtig ab.
Das mit der Werbung und Politikersprüchen, das sortiere ich mir schon lange irgenwie ein, meistens im Fach Durchzug. Zum Teil weiss ich aber auch selbst, was man labern muss, um etwas zu verkaufen, und zum Teil stelle ich mir auch vor, ob ich eigentlich wesentlich besser wäre, wenn ich da vorne dran stehen würde und irgendwelche Reden halten müsste, wo man es eh nie allen oder ogar keinem recht machen kann. Ich glaub nämlich, das ist ein Scheissjob, und nicht mal besonders gut bezahlt im Vergleich zu Managementjobs. Wer da drüber meckert, soll sich halt selbst hinstellen, und dann gucken wir mal.

Viele von diesen Klagen gabs schon bei den alten Ägyptern, Römern, etc. genauso das mit der verhunzten Sprache. Das ändert sich nie. Und was auch gleich bleibt ist, dass sich viele Leute das Leben damit versauen, indem sie sich da drüber aufregen.

Ich mach das so wie mit den Gedanken bei der Meditation, wahrnehmen und weiterziehen lassen. Wenn ich mich darüber aufregen würde, wäre ich halt ein weiterer Mensch, der sich drüber aufregt, und sonst gar nichts. Und das einzige Leben, was ich dadurch ändern würde, und zwar zum Schlechteren, wäre meines.

Wer sich nervt, hat noch Reserven :D
Wo bleibt das Popcorn?
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Rina am 15. April 2020, 20:32:29
Sehr spannende Diskussion finde ich!

Es stimmt schon dass sich in der deutschen Sprache viel mehr Anglizismen finden als in z Bsp Sprachen lateinischen Ursprungs...sie bietet sich wegen der Nähe zum Englischen einfach sehr gut dafür an. Aber auch im französischen gibt es sie und da wird’s dann auch noch französisch ausgesprochen...sehr abenteuerlich und völlig unverständlich wenn man den Originalausdruck nicht kennt.

Aber schlimm finde ich es ganz und gar nicht eher amüsant. Sprache lebt ja und jede Generation prägt ihre Entwicklung, sowie die technologische und soziale Entwicklung auch voran schreitet. Es braucht ja neue Wortschöpfungen damit wir uns überhaupt verständigen Können...vor 30 Jahren gabs das Wort „googeln“ auch nicht, heute weiss jeder was gemeint ist wenn man sagt „er hat meinen Status geliked „...hätte vor 20 Jahren null Sinn ergeben. Und Sprache ist ja ein Mittel zum Zweck, es soll Kommunikation ermöglichen. Das Wort „Handy „ heisst auch „handlich“ und hat nichts mit telefonieren zu tun, im deutschen Sprachraum würde aber niemand „mobile“ sagen...mit „Home-Office“ etc verhält es sich auch so, Ziel ist ja nur dass jeder weiss was ich damit meine.

Deshalb macht ein anpassen des Kommunikationsstils auch Sinn wenn ich will, dass man mich versteht...bei älteren Leuten achte ich da auch drauf.

Schönen Abend an alle und ich hoffe der Blutdruck hat sich wieder stabilisiert...:)
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Susanne68 am 15. April 2020, 20:38:09
Das Wort „Handy „ heisst auch „handlich“

in Schwaben war das zuerst die Abkürzung für "Hän die koi Schnur?"

Again what learned...
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Rina am 15. April 2020, 21:34:00
Hach ich liebe deutsche Dialekte!!!

Ist doch spannend und interessant die Sprachentwicklung mitzuverfolgen...

Aufregen könnte man sich über die ganze Welt, nur ist dies der ganzen Welt völlig egal und Leidtragend ist man nur selbst...also was soll’s.  ;)
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Greenfox am 16. April 2020, 13:00:38

in Schwaben war das zuerst die Abkürzung für "Hän die koi Schnur?"


 :lach: 44.
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 17. April 2020, 12:15:53
@Susanne
Zitat
   …vieles an der momentanen Diskussions-Unkultur, z.b bei Facebook, gefällt mir auch nicht…
Ich mach das so wie mit den Gedanken bei der Meditation, wahrnehmen und weiterziehen lassen. Wenn ich mich darüber aufregen würde, wäre ich halt ein weiterer Mensch, der sich drüber aufregt, und sonst gar nichts. Und das einzige Leben, was ich dadurch ändern würde, und zwar zum Schlechteren, wäre meines.
Wer sich nervt, hat noch Reserven 
Wo bleibt das Popcorn?
Da stellt sich mir aber die Frage, wie gehe ich mit „Etwas“ (hier denglisch/Anglizismus/Facebook) um bzw. wie reagiere ich
auf „Etwas" oder was macht „Etwas“ mit mir? Es geht ja hier m. E. nicht darum , ob „man“ sich über etwas aufregt.
Geht es nicht darum, Gedanken, Gefühle, Sorgen, Ängste etc. zu benennen und auszusprechen, anstatt nach Popcorn (oder Alkohol) zu greifen?
Benennen, rauslassen und darüber sprechen, was mich beschäftigt, das sind die Bausteine meiner zufriedenen
Trockenheit und jeder Krise. Denn nur so kann ich Dinge aus einer anderen Perspektive betrachten. Es beeinflusst mein Handeln.
(Facebook und andere soziale Medien nutze ich aus diesem Grunde nicht.) 

Schönes Wochenende :sun:

 

Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Risu am 17. April 2020, 13:26:25
Das Wort „Handy „ heisst auch „handlich“

in Schwaben war das zuerst die Abkürzung für "Hän die koi Schnur?"

Again what learned...

Endlich gelernt, warum die Dinger Händies heißen.  :)
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: proky am 17. April 2020, 13:44:50
Hallo Forum

ich bin mal ne zeitlang auf Tauchstation, aber ich möchte ein Lebenszeichen von mir geben und sagen das ich nach wie vor da bin und an Euch alle denke.... wikende091
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Risu am 17. April 2020, 14:27:05
Zum Thema Denglish:

Das gehört für mich in die Kategorie „Dinge die passieren und gemacht werden, egal was ich darüber denke“

Daher kann ich mich über sowas gar nicht aufregen und denke nicht weiter drüber nach.

Schlimm finde ich es auch nicht.

Und meine Eltern sagen dann nur: „Wir verstehen kein Wort von dem worüber ihr redet.“ Aber da ich weiß, dass sie auch kein Interesse mehr haben, dass zu verstehen, ist das für mich absolut in Ordnung.

Sprache entwickelt sich nun mal so wie sie genutzt wird und wenn sich etwas etabliert liegt es vielleicht daran, dass es praktisch ist.

Genauso wie es praktisch ist, bei einem internationalen Thema oder Problem auch internationale Begriffe aufzugreifen und zu verwenden.
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Greenfox am 17. April 2020, 16:17:13
Yo: Der Klügere gibt nach - und die Dummheit siegt  44.

Egal, wie man es betrachtet, es liegt alles nur an der Wubdulenz der Holonse:

Zitat
Sprache entwickelt sich nun mal so wie sie genutzt wird
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Susanne68 am 17. April 2020, 22:48:54
Da stellt sich mir aber die Frage, wie gehe ich mit „Etwas“ (hier denglisch/Anglizismus/Facebook) um bzw. wie reagiere ich
auf „Etwas" oder was macht „Etwas“ mit mir? Es geht ja hier m. E. nicht darum , ob „man“ sich über etwas aufregt.
Geht es nicht darum, Gedanken, Gefühle, Sorgen, Ängste etc. zu benennen und auszusprechen, anstatt nach Popcorn (oder Alkohol) zu greifen?



Popcorn ist der metaphorische Ausdruck dafür (im übrigen so bekannt), dass man als Zuschauer seinen Spaß hat. Und manche Streitereien werden ja auch so geführt, dass es richtig Spaß macht, zuzuschauen. Das ganze Kino und Fernsehen bemüht sich, spannende Dialoge und Auseinandersetzungen zu produzieren. Fußball ist nur deswegen für Zuschauer interessant. Ich behaupte, das ist ein Grund, warum soziale Netzwerke so erfolgreich sind. Eine Menge Leute springen total drauf an, sich öffentlich zu kappeln. Da hat dann halt plötzlich jeder seine Arena und fühlt sich als der kleine Star, der es den anderen zeigt. Kann man gut beobachten. Und dabei wird auch Geld verdient.
Ansonsten ist FB für manche Berufsfelder heute geradezu notwendig, komme ich gar nicht drum rum. Ohne würde das halbe Geschäft wegbrechen.

Ansonsten ist es mir wohl entgangen, dass Du dabei nur schreiben wolltest, wie Dir damit geht und was es mit Dir macht. Ändert aber nichts an dem, was ich Dir geschrieben habe, das Du dabei eben das machen musst, was Du für notwendig erachtest.
Für mich ist Englisch schon lange zweite Arbeitssprache, ich nehme oft nicht mal mehr bewusst wahr, ob ein Fachartikel auf Englisch oder Deutsch ist. Das ist für mich Normalität, tägliches Brot. Von daher hab ich da kein Problem damit.

Gruß Susanne
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 21. April 2020, 08:30:14
Aus der Rede von Angela Merkel vom 20.4.20:

Zitat
Wir haben ja in den letzten vier Wochen, also seit Beginn der harten Maßnahmen […] insgesamt sehr viel erreicht. Aber wir dürfen keine Sekunde aus den Augen verlieren, dass wir trotz allem immer noch ganz am Anfang […], dass wir am Anfang stehen und noch lange nicht über den Berg sind. Ich glaube, das müssen wir uns gerade zu Beginn […) wieder und wieder klarmachen. Natürlich fällt das schwer. Aber wenn wir jetzt Beschränkungen aufheben, wenn wir Lockerungen machen, dann wissen wir eben nicht genau, was die Folge davon ist, und deshalb müssen wir schrittweise, langsam und vorsichtig vorgehen. Denn es wäre jammerschade, wenn wir sehenden Auges in einen Rückfall gingen, wenn wir sehenden Auges die ersten Erfolge gefährden würden. Deshalb dürfen wir keine Sekunde leichtfertig oder leichtsinnig werden. Wir dürfen uns keine Sekunde in Sicherheit wiegen. Es ist ganz, ganz wichtig, dass wir sozusagen weder leichtsinnig sind noch uns in Sicherheit wiegen, sondern wir müssen wachsam und diszipliniert bleiben. Wir müssen jetzt nur aufpassen, dass wir uns nicht jede Woche eine Maßnahme vornehmen und in der nächsten Woche wieder eine andere, sondern dass wir noch einmal überlegen:
Wo stehen wir? Wo sind Probleme? Denn wir wissen, dass wir - auf dünnem Eis sind.
Der beste Weg ist der, der jetzt vorsichtig und nicht leichtfertig ist.

Ich lasse das mal so unkommentiert stehen...

Bleibt oder werdet gesund! :sun:
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: proky am 21. April 2020, 11:56:45
Aus der Rede von Angela Merkel vom 20.4.20:

Zitat
Wir haben ja in den letzten vier Wochen, also seit Beginn der harten Maßnahmen […] insgesamt sehr viel erreicht. Aber wir dürfen keine Sekunde aus den Augen verlieren, dass wir trotz allem immer noch ganz am Anfang […], dass wir am Anfang stehen und noch lange nicht über den Berg sind. Ich glaube, das müssen wir uns gerade zu Beginn […) wieder und wieder klarmachen. Natürlich fällt das schwer. Aber wenn wir jetzt Beschränkungen aufheben, wenn wir Lockerungen machen, dann wissen wir eben nicht genau, was die Folge davon ist, und deshalb müssen wir schrittweise, langsam und vorsichtig vorgehen. Denn es wäre jammerschade, wenn wir sehenden Auges in einen Rückfall gingen, wenn wir sehenden Auges die ersten Erfolge gefährden würden. Deshalb dürfen wir keine Sekunde leichtfertig oder leichtsinnig werden. Wir dürfen uns keine Sekunde in Sicherheit wiegen. Es ist ganz, ganz wichtig, dass wir sozusagen weder leichtsinnig sind noch uns in Sicherheit wiegen, sondern wir müssen wachsam und diszipliniert bleiben. Wir müssen jetzt nur aufpassen, dass wir uns nicht jede Woche eine Maßnahme vornehmen und in der nächsten Woche wieder eine andere, sondern dass wir noch einmal überlegen:
Wo stehen wir? Wo sind Probleme? Denn wir wissen, dass wir - auf dünnem Eis sind.
Der beste Weg ist der, der jetzt vorsichtig und nicht leichtfertig ist.

Ich lasse das mal so unkommentiert stehen...

Bleibt oder werdet gesund! :sun:


...wenn ich es nicht besser wüssten würde, dann würde ich das für eine Art Leitbild für Abstinenzgruppen halten... ;)


Bleibt gesund! 44.
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 08. Mai 2020, 08:44:48
Hallo in die Runde!
Ich habe in der Krise gelernt, dass ich nie sicher bin. Weder nach vielen Jahrzehnten Frieden,
Wohlstand und nicht sicher trotz unseres großartigem Gesundheitssystems.
Ja, ich werde auch nicht sicher sein, ob ich mich durch auftretende Suchtgedanken in einen Rückfall treiben lasse…
Ich wünsche allen einen nicht zu steinigen Weg in die „neue Normalität“ im Rahmen der vorgegebenen Denkmuster.

Bleibt oder werdet gesund!
Britt :sun:


Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 07. Januar 2021, 09:44:12
Moin,
hier mal meine Gedanken zum z. Zt. viel diskutierten Thema Corona-Impfstoff und deren Verfügbarkeit:
Unsere Demokratie hat sich bewusst für ein gemeinsames Vorgehen mit den Partnern der EU entschieden. Den Entscheidungen der europäischen Zulassungsbehörde (EMA) kann man daher nicht vorgreifen.
Eine gemeinsame Impfstoffbestellung für alle 27 Länder der EU war und ist daher für mich der richtige Weg.
Der Föderalismus zeigt, was passiert, wenn jeder sein eigenes Ding macht. Nationale Alleingänge nützen uns weltumfassend nichts.
Kann ein Impfstoff die Pandemie überhaupt stoppen? Rettet uns eine Spritze vor weiterem Leid? Wie viele Menschen wollen sich überhaupt impfen lassen?
Mit dem Impfen bekommen wir lediglich eine weitere Säule und eine langfristige Perspektive, uns wieder Schritte in die Normalität zu ermöglichen.
Die erste Säule ist und bleibt: Kontakte vermeiden, wo immer es geht ! Nur wenn diese zwei Säulen ineinandergreifen, sind wir ein ganzes Stück weiter.
Der Erfolg einer Pandemiebekämpfung hängt in hohem Maße davon ab, dass die verordneten/empfohlenen Maßnahmen in der Bevölkerung auf Akzeptanz stoßen und auch befolgt werden.
(Selbst)-Verantwortung abschieben und die „Schuld“ bei anderen suchen ist immer leicht, kenne ich nur zu gut aus nassen Zeiten. Mal bei sich selber schauen. Jeder Einzelne von uns ist Verantwortungsträger für (s)eine Krisen-Bewältigung.

Ich wünsche euch eine Dosis Zuversicht und Hoffnung!
Britt
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Rekonvaleszent am 07. Januar 2021, 15:32:38
Hallo Britt!

Danke für die Dosis Hoffnung, Impfdosen von Biontech wären mir wesentlich lieber ;)

Wann hat die EU bei Biontech bestellt? Im November.

Wann haben die USA, GB und Israel bei Biontech bestellt? Im Hochsommer '20.

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Daher wird bei uns auf absehbare Zeit weniger geimpft werden als in den o.a. Staaten.

Gruß
Rekonvaleszent




Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Daun 2020 am 08. Januar 2021, 14:22:22
Hallo Rekonvaleszent
Da gebe ich dir Recht aber das ist ja noch nicht alles.
Solange nicht genügend Menschen infiziert sind,und dadurch das Virus sich selber eindämmt wird es noch ein Weiter Weg werden.

Ich kann mich noch erinnern,wie Damals die Ersten Meldungen von Aids durch die Medien gingen,ich habe mir da schon gedcht,ist ja ein Virus,was Passiert,wenn der mal anfängt zu Fliegen nixweiss0
Was war da für eine Hektik....
Wenn einer Schon einen Pickel im Gesicht hatte wurde er schon Angesehen als wenn er ein Aussätziger wäre.

Ich war Lange Zeit in der Giessereibranche unterwegs und einer Meiner chefs sagte mal das ist hier die Gesündeste Luft.....
Wenn schon mal einer in einer Giesserei war weis er bestimmt was ich Meine.
Aber ich glaube dort traut sich dieses schöne Virus gar nicht erst hin :'(

Ich gebe euch auch Recht mit der Deutschen Sprache warum müssen wir uns immer wieder anpassen?
Eu Amtssprache Englisch ,jetzt wo die Briten nicht mehr Mitspielen frag ich mich ging das nicht auch Französich???
Eine Klarere Sprache und vom Klang finde ich sie auch Schöner.

Na ja soviel zum Englischen.
Es ist schon einige Jahre her  ich glaube ich ging in die 5 Klasse zur Schule,und wir hatten Englischunterricht,es Schmeckte mir einfach nicht,und das sagte ich auch unserer Lehrerin,keine Lust Keine Mitarbeit.....
Aber wir sind immer noch in die Klasse gegangen und haben uns den Blödsinn angehört.(Meine Meinung)
Und ich hatte bis dieses Fach vorbei war,auch immer eine 5 im Zeugniss Stehen,bin zwar nicht Stolz darauf,aber ich hatte einfach Keinen Sinn darin gesehen.
Jahre später Bekam ich dann eine Stelle im Irak angeboten,bei der Bewerbung wurde dann auch gefragt,ob ich Englisch Spreche.
Na Ja Yes und No konnte ich,von Ein bis 10 Konnte ich auch,Guten Morgen und Guten Abend auch,also habe ich dann geantwortet,Klar.
Bis ich dann im Irak war....
Aber nach Drei Monaten konnte ich das dann.

Die Andere Seite
Meine Erste Reise nach England führte nach Birmingham also dachte ich mir da Färst du mal durch den Tunnel.
Fähre wollte ich nicht ich bin 1 Jahr zur See gefahren(Marine)
Zu Diesem Zeitpunkt gab es nur Karten Kein Handy,Kein Navi.
Also an der Ersten Tankstelle ein Map gekauft mich Orientiert und Los.
CA. 30 Km  vor dem Ziel an einem Kreisverkehr wuste ich nicht wohin...Angehalten Verkehr lies es zu und habe meine Map auf der Kükhlerhaube Studiert .Ausgerechnet da Kam ein Rangerover Mit Blaulicht Stoppte hinter meinem Wagen und eine Polizistin Sprang Geschwind Raus und schrie mich im Besten Englisch an ,das ich das ncht Dürfte und Strafe und was ich mir Alles Erlaube nixweiss0 schwitz.
Na ja da war guter Rat Teuer.
Also ich Hatte ein Deutsches Auto einen Deutschen Pass was will man Mehr.
Und ich habe ihr mit Ruhigen Ton erklärt,das ich nach Birmibham will.
Die hat sich aufgeregt und Wutentbrand zu Ihrem Auto und über Funk geredet,als sie wieder zurückkam habe ich ihr den Zettel mit der Adresse in die Hand gedrückt.
Und wieder fing sie an zu Schimpfen Rannte wieder zu ihrem Auto,kam zurück,und gab mir zu Verstehen ihr zu Folgen.
Dann setzte sie sich mit ihrem Auto vor meins und Fuhr vorweg bis zum Werkstor von der Firma.
Ich bedankte mich,keine Rede Mehr von Strafe ,und dann war sie auch Schon Weg.

Ich Denke Mir die Nächste Zeit wird sie einen Großen Bogen um Deutsche Autokennzeichen gemacht haben,und ihre Kollegen konnten sich das Lachen nicht mehr Verkneifen.

Vazit
Man muß nur zur gegeben Zeit das Richtige Tun.
LG

Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: gerd48 am 09. Januar 2021, 07:50:20
Zitat
Solange nicht genügend Menschen infiziert sind,und dadurch das Virus sich selber eindämmt wird es noch ein Weiter Weg werden.
Es gibt keine dauerhafte Immunität, da hilft vorraussichtlich nur, vergleichbar mit der Grippe (wo die Risikogruppe sich impfen lassen kann), eine jährliche Impfung in der Herbstzeit.
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 11. Januar 2021, 11:07:04
Aus der Rede von Angela Merkel vom 20.4.20:
Wir haben ja in den letzten vier Wochen, also seit Beginn der harten Maßnahmen […] insgesamt sehr viel erreicht. Aber wir dürfen keine Sekunde aus den Augen verlieren, dass wir trotz allem immer noch ganz am Anfang […], dass wir am Anfang stehen und noch lange nicht über den Berg sind. Ich glaube, das müssen wir uns gerade zu Beginn […) wieder und wieder klarmachen. Natürlich fällt das schwer. Aber wenn wir jetzt Beschränkungen aufheben, wenn wir Lockerungen machen, dann wissen wir eben nicht genau, was die Folge davon ist, und deshalb müssen wir schrittweise, langsam und vorsichtig vorgehen. Denn es wäre jammerschade, wenn wir sehenden Auges in einen Rückfall gingen, wenn wir sehenden Auges die ersten Erfolge gefährden würden. Deshalb dürfen wir keine Sekunde leichtfertig oder leichtsinnig werden. Wir dürfen uns keine Sekunde in Sicherheit wiegen. Es ist ganz, ganz wichtig, dass wir sozusagen weder leichtsinnig sind noch uns in Sicherheit wiegen, sondern wir müssen wachsam und diszipliniert bleiben. Wir müssen jetzt nur aufpassen, dass wir uns nicht jede Woche eine Maßnahme vornehmen und in der nächsten Woche wieder eine andere, sondern dass wir noch einmal überlegen:
Wo stehen wir? Wo sind Probleme? Denn wir wissen, dass wir - auf dünnem Eis sind.
Der beste Weg ist der, der jetzt vorsichtig und nicht leichtfertig ist.

Moin,
Die Aspekte der Bundeskanzlerin aus Ihrer Rede im Apri letzten Jahres sind nach wie vor hochaktuell und erscheinen mir ganz zentral und  grundsätzlich wichtig für das Leben jetzt mit Corona und auch nach Corona.
Ja und ich bin auch der Meinung, dass sie voll und ganz  für jeden (trockenen) Alkoholiker gelten.
Nun sind wir wieder da, wo wir nicht hinwollten. Der „Rückfall“ ist da, schlimmer als jemals zuvor. Die persönlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Konsequenzen sind verheerend. Ich frage mich warum?
Fakt ist, manche Menschen sind spöttisch und negieren das Problem.  Purer Egoismus und Hochmut machen sich breit. Krankenhäuser stoßen an ihre Grenzen, aber Ski-Gebiete  sind voll und Urlaub am Ende der Welt ist angesagt. Kontaktbeschränkungen und AHAL werden nicht eingehalten frei nach dem Motto: so dramatisch ist es doch nicht, was soll schon passieren oder mir passiert schon nichts – recipe for disaster!  Ich „DARF“ doch oder ich lasse mir nichts vorschreiben. Brauchen rosa Brillen auch nicht hin und wieder mal ein Putztuch für klare Sicht? Klar, jeder darf alles, aber dann muss „man“ auch mit den Konsequenzen leben. Ich habe in meiner „Trockenarbeit“ gelernt, dass es „Werkzeug“ gibt, um mich vor einem „Rückfall“ zu schützen. Ohne einschneidende persönliche Denk-und Verhaltensänderungen kann „man“ nichts ändern. Ich kann nicht weitermachen wie bisher. Das Virus/der Alkohol hat zu vielfältig mit der Lupe darauf gezeigt, was nicht mehr geht . Denken hilft bei akuter Naivität. Sorry, aber da bin ich bin sehr deutlich, was ich davon halte, wenn jetzt noch jemand meint, seine Persönlichkeitsrechte auf Biegen und Brechen ausleben zu müssen.
 
Bleibt oder werdet gesund!
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: ichso am 11. Januar 2021, 14:05:53
Hallo britt,

achjee... Das klingt schon wütend, dabei hattest du so freundlich diesen Schreibbaum begonnen.

Habe jetzt alles gelesen und werde mich mal bemühen, Anglizismen aussen vor zu lassen. Bin eher eine Freundin davon, aber finde es auch interessant, mal wie früher zu schreiben.

Bei mir hat die lange Zeit der Einschränkungen eher größere Angst erzeugt. In meinem Kopf macht es nicht viel Sinn, auf Andere wütend zu sein oder zu werden.

Ich nehme mal als Beispiel meine Tochter: Sie macht ja seit einigen Jahren work&travel, meint auf deutsch: während der Reise gerade genug zu arbeiten, um weiterreisen zu können. In Coronazeiten Wahnsinn. Im Frühjahr war sie in Kroatien und ist dann über mehrere Länder in Brasilien angekommen. Zwischendurch wollte sie zu mir, weil sie sich Sorgen um mich macht.

Da sie jedoch keinen Wohnsitz mehr hat (ihr Rucksack ist sozusagen ihre Heimat) war meine Ansage ganz klar. Ich lasse niemanden in die Wohnung, da ich Risikopatientin bin.

So blieb sie weg. Wir haben Sehnsucht nach einander, aber nützt ja nichts. Und jetzt schließt sich in meinem Kopf gerade der Kreis zur Wut. Obwohl es ziemlich irre ist, wie meine Tochter lebt, vor allem in Coronazeit - kann/will ich nicht wütend sein. Denn ich war auch mal jung. Und rücksichtslos? Bestimmt. Alles hat seine/ihre Zeit. Wir haben keinen Rechtsanspruch auf ewiges Leben.

Ich bin dankbar für jede/n, der w/m/d sich an die Regeln hält, aber ich habe auch Verständnis für die Anderen.

Ich ziehe schon mal den Kopf ein, denn ich fürchte eure Antworten. Aber es war mir gerade wichtig, das Prinzip von Siddhartha hier auszudrücken. So wie ich es verstanden habe.

Netten Gruß,

ichso
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Rekonvaleszent am 11. Januar 2021, 16:37:27


Habe jetzt alles gelesen und werde mich mal bemühen, Anglizismen aussen vor zu lassen.

Ich bin dankbar für jede/n, der w/m/d sich an die Regeln hält, aber ich habe auch Verständnis für die Anderen.


Hallo!

Gute Einstellung zum ersten Satz, allerdings lesen sich deine Beiträge besser und vor allem leichter, wenn das Gendergetue nicht wäre.  ;)

Letzteres ist nicht böse gemeint :)

Gruß
Rekonvaleszent
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: ichso am 11. Januar 2021, 17:21:41
Da geht es mir wie Gerburg Jahnke. Wennste eima 'n Feminismus hattest, den krichste nich mehr wech ;)

Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Risu am 11. Januar 2021, 20:16:08
Da geht es mir wie Gerburg Jahnke. Wennste eima 'n Feminismus hattest, den krichste nich mehr wech ;)

Gerburg Jahnke hat ja auch die wirkliche elementare Frage zur aktuellen Situation gestellt:

Wohin mir dem Mann während Corona?

https://www.youtube.com/watch?v=usLkOkVSvY4

Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: ichso am 11. Januar 2021, 20:53:02
Opfere für wenige Videos Datenvolumen, aber da konnte ich natürlich nicht widerstehen ;)

Kenne Gerburg Jahnke hauptsächlich aus den "Missfits-Zeiten", ewig her... und bin etwas irritiert. Habe mit einem lachenden und einem weinenden Auge geschaut. Passiert mir die letzten Jahre öfter. Entweder hat sich mein Geschmack verändert, oder es müssen "auf Teufel komm raus" Witze produziert werden, weil es soviele Informationskanäle gibt. Ich bedaure das sehr. Also auch bei anderen KünstlerInnen.

Aber trotzdem bissi lustig: Früher waren wir Risikofrauen (so hot, grins) und heute Risikogruppenfrauen, Mist! ;)
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 12. Januar 2021, 08:57:10
Moin,
Hallo britt,
Ich nehme mal als Beispiel meine Tochter: Sie macht ja seit einigen Jahren work&travel,  Zwischendurch wollte sie zu mir, weil sie sich Sorgen um mich macht.
...war meine Ansage ganz klar. Ich lasse niemanden in die Wohnung, da ich Risikopatientin bin.
Netten Gruß,
ichso
Hey, du kannst sehr stolz auf deine Tochter sein. Sie ist wirklich sehr fürsorglich. Sie muss dich sehr lieben....(Ironie aus..)
Zitat
Wir haben keinen Rechtsanspruch auf ewiges Leben  
Wie lange dauert eine Ewigkeit? Wie lange dauert eine halbe Ewigkeit?
Ich gehe da mit Ludwig Wittgenstein, der da sagte:
„Wenn man unter Ewigkeit nicht unendliche Zeitdauer, sondern Unzeitlichkeit versteht, dann lebt der ewig, der in der Gegenwart lebt.“
Also ist Ewigkeit = Lebenszeit.
Im Übrigen:  Das Grundgesetz hat dem menschlichen Leben unter allen Rechtsgütern den höchsten Rang eingeräumt. LEBEN - ein absolut geschütztes Rechtsgut!

:klugsch: beendet

LG Britt
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: ichso am 12. Januar 2021, 09:19:38
Guten Morgen Britt,

manchmal passiert mir der Fehler, dass ich von mir schreiben will und dann das Wort "wir" rauskommt. Selbstredend meine ich: ich habe keinen Rechtsanspruch auf ewiges Leben. Lese gerade mal wieder die Biographie von Reich-Ranicki und bin auf jeden Fall dafür Leben zu schützen. Das geht jetzt in meinem Kopf allerdings weit ins Philosophische. Denn was ist Leben genau?

Und zu meiner Tochter: Tatsächlich bin ich froh, dass SIE noch lebt. Nach drei Kindern, die sie vor deren Geburt verlor, war sie dem Tod viel näher als dem Leben. Wir haben viele Jahre der Trauerarbeit hinter uns. So bin ich sicher bei ihr sehr weichpellig.

Also, auch wenn mir mal ein "wir" reinrutscht, spreche ich immer nur für mich und nicht für andere (noch dazu unbekannte) Menschen. Das halte ich für mega vermessen.

Dieser Text wurde nicht ärgerlich geschrieben.

Netten Gruß,

ichso
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 12. Januar 2021, 10:00:56
Guten Morgen Britt,
Denn was ist Leben genau?
Netten Gruß,
ichso
LEBEN-so vielfältig wie seine Definitionen!
ego cogito, ergo sum  -   „Ich denke, also bin ich.“

LG Britt
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: ichso am 12. Januar 2021, 10:27:26
Ich denke nicht, also lebe ich nicht? (Kann leider kein Latein)

Eine meiner politischen Freundinnen, die hauptberuflich geistig behinderte Menschen als Sozilarbeiterin betreut, könnte mir da sicherlich beim aufdröseln helfen? Denken diese Menschen nicht? Oder können wir (ich) es "nur" nicht verstehen?

Auch hier ein weites Feld... Ich weiß jedoch, dass einige der Betreuten das Tanzen lieben :) Wie auch ich. Wir hatten hier seit ein paar Jahren einmal monatlich einen Discoabend für Alle: Behinderte und "Normale" - und den vermisse ich gerade schmerzhaft...

Wenn der wieder stattfinden darf, bin ich die erste auf der Tanzfläche :)) Auf was freust du dich?
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: AmSee13 am 12. Januar 2021, 10:58:33
Hallo ichso,
so eng ist das Zitat gar nicht gemeint und sollte auch nicht so verstanden werden.
Vom Prinzip geht es doch darum: Ich bin da, also bin ich da, also lebe ich.

Die Frage, was eigentlich Leben ist, ist sooooo ein weites Feld.
Meine Mutter lebte bis vor Kurzem nach einem Schlaganfall, der sie linksseitig völlig gelähmt hat, in einem Heim. Sie selbst empfand sich nur noch als Fleisch, das regelmäßig gewendet werden muss, damit es sich nicht wundliegt. War das noch Leben? Für sie nicht mehr, sie war oft sehr unglücklich, denn sie konnte zwar klar denken, aber bei Weitem nicht mehr so leben, wie sie es wollte.
Für mich war es Leben, denn sie war noch da. Ich konnte mit ihr sprechen, ich konnte sie berühren usw.

Nicht nur diese beiden unterschiedlichen Perspektiven haben mich sehr nachdenklich gemacht.
Ich bin 48 Jahre alt, kann aber krankheitsbedingt keinem Beruf, keiner regelmäßigen Tätigkeit mehr nachgehen. Ich, die ich gelernt habe, dass man in dieser Gesellschaft bis zum Rentenalter Leistung erbringen muss, erbringe keine Leistungen mehr. Ich bin zu nichts mehr nütze, so denke ich in meinen schlimmen Momenten, man könnte also doch sehr gut auf mich verzichten.
Wenn ich aber daran denke, was meine Mutter für mich bedeutet hat, wie wichtig es mir war, dass sie noch da war, dann denke ich anders über mein Leben.
Ich bin da und damit bin ich da. - Und es gibt Menschen in meinem Leben, denen bedeutet es etwas, dass ich da bin.

Viele Grüße
AmSee
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: ichso am 12. Januar 2021, 11:22:19
Hallo AmSee,

so eine Liebe... Heute Nacht träumte ich ganz intensiv von meiner Mutter, im Traum war sie so liebevoll, wie nie im Leben. Ich habe keinen Kontakt zu ihr, und werde auch nicht über andere Kanäle nachhören, ob sie verstorben ist. Denn das war der erste Gedanke beim aufwachen. So ein intensiver Traum, da "muss" was passiert sein.

Es wurde aus deinem Schreiben nicht klar, ob deine Mutter noch lebt? So ist es mir schwierig, darauf zu antworten. Sicher bin ich neidisch auf eure Liebe. Im guten Sinn.

Und zu deinem "nützlichseinmüssen". Bullshit. Ich habe mit 36 die Unfähigkeit bescheinigt bekommen. Das ist ein hartes Brot.  So kann ich mich erinnern, an dieses gruselige Gefühl der Wertlosigkeit. Dann hatte ich eine Betreuerin, die sagte: "Definieren Sie sich nicht, über das was Sie tun. Definieren Sie sich über das, was Sie sind." Einer meiner Leitsätze geworden. Und ich lese bei dir, du bist auf dem guten Weg :) Fühl dich mal virtuell geärmelt :)
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 12. Januar 2021, 11:29:59
Ist ja ein Thread, in dem auch OT Platz hat...
Wissen geistig Behinderte, dass sie geistig behindert sind? Könnte es sein, dass ich geistig behindert bin und es gar nicht weiß? Kann ein geistig Behinderter überhaupt denken ?
Interessante Fragestellung. Ich denke schon, dass jeder geistig behinderte Mensch auch denken kann. Die Wahrnehmung der Außenwelt hingegen mag eine andere sein.
"Betreute", die den monatlichen Discoabend und das Tanzen lieben, können meiner Meinung nach Informationen verarbeiten, denn sonst wüssten sie ja nicht, wie Tanzen geht.
Also denken sie.
LG Britt

 
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: ichso am 12. Januar 2021, 11:51:15
Was bedeutet OT?

Und: du hast "uns" (in diesem Fall berechtigt, lächel...) noch nicht "tanzen" sehen ;)

Das funktioniert nach dem Motto:

Jeder w/m/d macht was er will,
keiner macht was er soll,
aber alle machen mit ;)

Gott, wie ich das grad vermisse! Schmeiße jetzt mal das Radio an und tanze 'ne Runde.<3
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 12. Januar 2021, 12:00:09
:)) Auf was freust du dich?
Ich muss gleich zum Zahnarzt....und ich freue mich darauf, dass es heute Abend nicht mehr weh tut :autsch:
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: AmSee13 am 12. Januar 2021, 12:10:47
Es wurde aus deinem Schreiben nicht klar, ob deine Mutter noch lebt?

Wird das nicht schon durch die Vergangenheitsform deutlich? Meine Mutter ist Ende September friedlich gestorben.

Zu deiner Mutter kann ich nichts sagen. Du bist nicht die erste von der ich höre, dass sie den Kontakt zu ihrer Mutter gänzlich abgebrochen hat. Meine Mutter selbst hat das nach vielen, vielen Jahren des Leids unter ihrer Mutter schließlich auch getan und es war richtig für sie.

Ich kann gut nachvollziehen, wie‘s dich mit 36 getroffen hat, „unfähig“ zu sein. Ist‘n hartes Brot, in der Tat! Du weißt ja selbst, wie die Gesellschaft, in der wir leben und aufgewachsen sind, so tickt.

Danke dir.  :)

Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: ichso am 12. Januar 2021, 15:04:33
@britt: toi toi toi :)
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Susanne68 am 12. Januar 2021, 15:47:50
Servus,

Mei, die nutzlosen Frührentner...der Nachbar hat einfach immer die schöneren Äpfel.

Als ich in meine erste Selbsthilfegruppe kam, hatte ich ein Gehalt von gut 10.000 Mark im Monat (war damals für meine Verhältnisse ziemlich viel), Euro kam da grade erst, und stand vor einem Karrieresprung, nach dem das Dreifache verdienen sollte. Nach meinem versemmelten Früherwachsensein hab ich noch ein ziemlich begehrtes Studium abgeschlossen, aber Leistungsdenken war trotzdem nicht meins. Nur wenn ich mich schon mal angestrengt habe, wollte ich wenigstens die Beste sein, damit ich mir das immerhin selbst überlegen konnte, was ich draus machen wollte. Aber wer A sagt, muss wohl auch da B sagen, wer nach Leistungsfähigkeit aussieht muss wohl dann auch. Ich hab das eigentlich gar nicht eingesehen, ich wäre lieber heim gegangen, sobald mir das Geld gereicht hätte, aber das haben die Arbeitgeber nicht akzeptiert. Da gabs leichter eine Gehaltserhöhung als die Möglichkeit, Überstunden abzufeiern, weswegen ich das auch nur ein paar Jahre mitgemacht habe.

Und dann der Gegensatz. In der Selbsthilfegruppe gab es Frührentner, die bekamen ihr Geld dafür, die Füsse auf dem Sofa hochzulegen.

Wenns gegangen wäre, hätte ich mit denen getauscht. Jedenfalls war ich auf die ziemlich neidisch. Ich hab den halben Tag bei der Arbeit sehnsüchtig nach draussen geguckt und wäre lieber im Garten in der Sonne gelegen. Nur für den Feierabend und das Wochenende gelebt. Stattdessen die IT-Infrastruktur von Kunden nachgebaut, bei denen die Systeme standen, technisch sicherlich anspruchsvoll, aber ansonsten hätte ich die auf den Mond schiessen können.
Das einzige, was ich hätte nicht haben wollen, waren die Gründe für die Frühverrentung, ich hätte natürlich das Beste aus beiden Welten haben wollen, Geld und Gesundheit, hähä. Aber moralisch hätte ich da nichts dabei gefunden. Ich hätte das Geld fürs Nichtstun mit Kusshand genommen, aber dafür war ich dann natürlich viel zu leicht vermittelbar.

Heute muss ich auf absehbare Zeit immer noch arbeiten, weil ich das über viele Jahre, so weit als möglich, vermieden habe und daher nur wenig Beitragszeiten für die Rentenkasse habe. Heute schreibe ich Computerprogramme, die das Geld für mich verdienen. Arbeiten tue ich immer noch nur soweit nötig. Und meine Programme werden möglicherweise noch laufen und mir ein Taschengeld einbringen, wenn ich schon 80 bin. Das Programmieren und Enrtwickeln macht mir immerhin Spaß, wenn ich das nach meinem Gusto machen kann.

Mir kommt es zugute, dass ich relativ wenig brauche und schon immer etwas anders gelebt habe als der sogenannte Mainstream. Relativ minimalistischer Lebensstil, wobei das schon ziemliches Understatememt ist, so wie es hier bei mir jetzt aussieht. Als ich jung war, wollte ich diese Leistungsgesellschaft nach Möglichkeit abschaffen. Ich hab mich als Aussteigerin gesehen, mal sehen mit wie wenig ich auskomme, eine Zeitlang im Zelt und auf der Strasse gelebt. Das war einerseits gleichzeitig mit den Drogen, aber zum Teil auch durchaus von mir so gewollt. Und per Autostop quer duch Europa getrampt, das ging vor 40 Jahren noch ziemlich gut. Nach dem Motto, kein Tier ist so dumm und arbeitet freiwillig mehr als zum Lebensunterhalt unbedingt notwendig.

Jedenfalls ist Arbeit für mich kein Selbstzweck, ich würde wohl niemals arbeiten, wenn ich das Geld nicht bräuchte - oder erst jetzt, nachdem ich auch den Spaß  dran entdeckt habe. aber alles gemäßigt. Ich kann absolut nicht nachvollziehen, was einen da treffen kann, wenn man das Geld fürs Nichtstun bekommt. Ich kenne x Leute, die würden sich die Finger danach schlecken - natürlich nur, wenn das ohne Schikanen ginge. Aber wenn der Kontostand stimmt, dann gehe ich lieber wandern oder liege im Garten in der Sonne, als in irgend so eine blöde Firma zu latschen. Ich hab das gehasst. Pleite war ich trotzdem schon länger nicht mehr, aber ein bisschen was brauche ich natürlich, noch habe ich keinen Geldscheisser.

Und mir hat diese Arbeitsunlust immerhin eine Firma eingebracht, bei der ich das Büro neben dem Schlafzimmer habe und weil ich schon vorher keine Kundenkontakte wollte (ich arbeite nicht gerne mit anderen Menschen zusammen), hat sich da durch Corona kaum etwas verändert.
Was die Corona-Massnahmen angeht, seh ichs ein und halte mich dran. Ansonsten läuft das bei mir wohl auch schon unter Altersmilde, das ich heute mehr "mit spiele".
Querdenken war ich eher früher und auf etwas andere Art als die Gestalten heute, für die ich nicht bereit bin, Verständnis aufzubringen.
Ich will mich möglichst auch bald wieder frei bewegen können, und ich glaube, wie beim Saufen, nur halbherzig zu zu machen, ist nur Leidensverlängerung. Geht nur länger, wenn mans nicht richtig macht.

Was ich momentan am meisten vermisse, ist, dass wir nicht einfach kurz nach Österreich, Schweiz und Italien fahren können, bei mir relativ vor der Haustüre, und dass man bei Ausflügen momentan nicht einkehren kann. Und dass hier um uns herum in den umliegenden Urlaubsgebieten, die für uns Tagesausflugsgebiet wären, jetzt wegen Überfüllung die Hölle los ist. Kein entspanntes hinterher "jetzt gehen wir mal kurz essen", gibt ja eh nichts, und auch keine Parkplätze mehr, weil alle herdrängen. Aber bei genauer Betrachtung sind das Luxusprobleme für mich, jammern auf hohen Niveau. Wir haben selbst zu meinen Saufzeiten gerne und gut gekocht, da fehlt eigentlich nicht viel ausser der Möglichkeit, auch mal was Anderes zu sehen. Sobald es wieder wärmer wird und es im Garten losgeht (den ich zum Glück habe) wird sich das relativieren. Und wenn mal wieder Stadtfeste wären, würde mir das auch gefallen. Aber es bringt mich jetzt auch nicht um, wenn es nicht geht.

Momentan weiss ich sowieso nicht genau, obs eher das hier in letzter Zeit oft trübe Wetter (grade ist Schneesturm, das sieht wenigstens gut aus) oder die täglichen Katastrophenmeldungen sind, die mich ein bisschen gedämpft machen.
Es kommt auch wieder Sonne.

Gruß Susanne
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: ichso am 12. Januar 2021, 17:28:56
Hallo Susanne,

mein erster Gedanke jetzt gerade: Früher hätte ich das persönlich genommen mit den unnützen Rentern. Denn wie du ja geschrieben hast "you can't have one without the other".

Seit einiger Zeit denke ich allerdings, dass ich damit wenigstens nicht auf üble Weise das Bruttosozialprodukt steigere ;) Habe in der Stammfamilie jemanden, der produziert mit seinen Kollegen (ohne Gender, sind nur Männer dort) Panzerrohre. Die nennen die da liebevoll "Seelenrohre" :( Da hab ich immer bissi Kotze im Hals! So bin ich ganz zufrieden, in diesem Sinn "unnütz" zu sein ;) Ansonsten habe ich mich gefreut, dass du deinen interessanten Schreib- und Lebensstil von 2019 beibehalten hast  44.

@britt: Habe beim laufen eben überlegt, was OT sein kann. Bin dann wahrscheinlich drauf gekommen: off topic? Sorry, wollte nicht deinen Blog "sprengen". Mein zweiter Vorname ist "von Kuche backe auf Arsch backe" Ich gelobe Besserung  ::)
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Susanne68 am 12. Januar 2021, 17:37:46
War gar nicht persönlich gemeint. Ich wollte nur auf das raus, dass man oft das attraktiver findet, was einem gerade verwehrt ist. Bei mir war ganz ausgeprägt auch immer der Reiz des Verbotenen. Wenn ich mir z.B. das Trinken verboten hätte  - "ich darf nicht" - das hätte wohl nie funktioniert. Drogen hab ich ja gerade deswegen angefangen, weil es verboten war.


Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 30. Januar 2021, 14:09:45
Moin,
der Weg zu einer freundlicheren Welt fängt bei mir selbst an.
Heute bekam ich Post (von der Bundesregierung). Inhalt 2 Berechtigungsscheine für insgesamt 15 FFP2 Schutzmasken kostenlos zur Abholung bei einer Apotheke.
Zeit zum Innehalten:
Ich bin finanziell gut aufgestellt..brauche ich die Gutscheine ? Ich kann mir bei Bedarf jederzeit welche kaufen. "Bunkern" kommt für mich nicht in Frage. Also was tun?
Kurzum, ich fuhr zur Apotheke, löste den ersten Gutschein ein, klingelte bei meiner Nachbarin, von der ich weiß, dass sie mit ihrer Rente gerade so über die Runden kommt und schenkte ihr die Masken. Ihre Freude und ihre Dankbarkeit darüber berührten mich sehr.
Freude schenken tut auch mir gut.

Bleibt oder werdet gesund!
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 30. Januar 2021, 15:31:36
Da fällt mir noch was ein:
Um dem Virus und der Pandemie zu entkommen, hat man ja nunmehr viele AN ins Homeoffice verbannt. Dieses Konzept ist so neu, dass wir dafür mal wieder gar keinen neuen Ausdruck kennen, sondern hierfür das englische "Homeoffice" nutzen. Und nun sitzen viele da an ihrem Küchentisch mit aufgeklappten Laptop und machen im Grunde genommen eine Tür auf für eine ganz andere Art von Viren. Das unbedarfte Klicken auf Dateianhänge beispielsweise kann nicht nur den eigenen Rechner verschlüsseln, sondern auch das gesamte am Netz hängende System dahinter. Es breitet sich also von Nutzer zu Nutzer aus und kann dadurch zur virtuellen Pandemie werden. Das Einfallstor für Schadsoftware, die ganze Netze lahmlegen kann, ist aber nicht der Computer selbst, sondern der Nutzer, der davor sitzt. Um sich davor sinnvoll zu schützen hilft nur ein gesunder Menschenverstand. Ein aufgeklärter Nutzer ist der beste Virenscanner. Also in diesem Sinne:

Bleibt gesund und virenfrei.
Britt


Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 08. Februar 2021, 09:17:43
Die Schlagzeilen über Impf-Vordrängler häufen sich.
Lauter Leute, die von sich behaupten, sie hätten sich nur den Rest gegeben.
Eine Schande. Ethisch: fragwürdig. Politisch: vertrauensschädigend.
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: gerd48 am 08. Februar 2021, 14:35:38
Zitat
Dieses Konzept ist so neu, dass wir dafür mal wieder gar keinen neuen Ausdruck kennen, sondern hierfür das englische "Homeoffice" nutzen.
Soooo neu ist das nicht, nannte man früher Heimarbeit, bei uns 1000e im Lederwarenbereich seit den 50er Jahren.
Aber Heimarbeit klingt so profan, da es was mit Arbeit zu tun hat. :D
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Daun 2020 am 10. Februar 2021, 17:22:49
Da geht es mir wie Gerburg Jahnke. Wennste eima 'n Feminismus hattest, den krichste nich mehr wech ;)

Gerburg Jahnke hat ja auch die wirkliche elementare Frage zur aktuellen Situation gestellt:

Wohin mir dem Mann während Corona?

https://www.youtube.com/watch?v=usLkOkVSvY4

Hallo
Der Frau Kann Man nur Rechtgeben.
Zuerst müssen die Baumärkte auf dann erst die Frisöre und Nagelstudios.
Aber da sieht man ja wieder was Gleichberechtigung ist und vor Allem was da so Politiker-innen so von sich geben.
Mit Gesichtsmaske zum Frisör Klasse ,und wie werden dann die Haare geschnitten? nixweiss0 schwitz. nixweiss0
Duglas und Co Braucht man zur Zeit sowieso nicht da ja Maskenpflicht ist Karnevall ist ja schon Abgesagt,Kirche Kann man auch nur noch im Kleinen Kreis besuchen,aber Frisöre und Nagelstudios werden dank Gleichberechtigung beim Öffnen dann wohl vorgezogen.
Na ja um des Lieben Friedens Willen sollen sie Machen was sie Wollen mir egal muss man sich nur zu helfen wissen.
Gespannt bin ich ja nur wer diese Zeche am Schluss Bezahlt,so großzügig wie das jetzt alles Behandelt wird.
Ein kleines Verwarnungsgeld für Verstöße aber die Auswirkungen bezahlt die Allgemeinheit.
Tolle Politiker nixweiss0
Die sollten mal Lieber die Strafen für Verstöße auf Tausend Euronen Hochsetzen,dann würden erstens Manche sich besser an regeln Halten,die Regeln würden besser Greifen,die Mutationen würden zurückgehen und alles ist Gut
Und das Verursacherprinzip würde greifen indem mehr Geld in die Kasse Gespült wird um die Verpatzte Situation zu Bezahlen.

Man sieht es an den Mutationen aus England,Brasilien,Südafrika,selbst die Bundespolizei beschwert sich Öffentlich,das die Gegebenen Regeln nicht eingehalten werden für die Einreise nach DLand.Hier sollten die Fluggesellschaften in die Pflicht und auch an den Kosten Beteiligtwerden dann sollte man sehen wie schnell das Klappt.
Es geht wohl Warscheinlich nur übers Geld das ganze in den Griff zu bekommen. 44. 
In der Bruchrechnung haben wir mal Gelernt,Minus xMinus ergibt Puss.
Übersetzt auf die Politik ergibt Dummheit xDummheit  (Recht)Intelligenz.

Die Rechnung wird uns dann Spätestens nach den Bundestagswahlen Geschmacklich und Geldlich schön Verpackt Präsentiert.
Man muss sich ja daranhalten denn die Versprechungen der Scheidenden Regierung den Soli Abzuschaffen sind ja nun weitestgehend eingehalten worden,(Nach 30 Jahren)jetzt brauchen wir für das gleiche mal einen Neuen Namen. :P
Aber das war Vielleicht nur die Probe wie Weit man gehen kann.
Au Backe,was Kommt da auf uns zu schwitz. schwitz. schwitz.
LG

Ps: Ich suche noch den Smilie mit dem Hammer der Klopft immer au Steine?
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: gerd48 am 11. Februar 2021, 07:02:02
Zuerst muss Politik und Verwaltung das immer noch bestehende Impfchaos in den Griff bekommen, alles andere ist Ablenkung vom Hauptthema., der Impflogistik.
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Elly am 13. Februar 2021, 23:26:09
Ein Hallo in die Runde!

Fast ein Jahr befinde ich mich in einem falschen Film, der auch noch verlängert wurde...

Das Allheilmittel soll nun die Impfung sein?

Wieso wird nicht mit Hochdruck an wirksamen Medikamenten geforscht, die einen schlimmen
Verlauf der Erkrankung verhindern?

Einige Menschen wurden schon geimpft, und nun ist die Rede von Mutationen?! Klar mutiert
ein Virus...

Ein Lichtblick sind die fallenden Zahlen von Neuinfektionen. Und noch nie habe ich mich
so sehr auf den Frühling gefreut, wie in diesem Jahr. Denn dann besteht die Chance auf
ein normaleres Leben, als die letzten Monate.

Es wird Zeit, dass wir alle wieder durchatmen können und sich alles wieder normalisiert.

Und überfällig ist, dass verschiedene Beschränkungen gelockert werden. (Mit den entsprechenden
Vorsichtsmaßnahmen) Die Wirtschaft ist am Boden und es ist kein Ende in Sicht!

Passt auf Euch auf!

Elly
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Daun 2020 am 15. Februar 2021, 11:34:17
Hallo
Gerd und Elly
Ja so wie ihr das schreibt trifft es auf den Punkt
Ablenkung vom Eigendlichen Thema,und das Zieht sich schon Jahrhunderte Hindurch.
Bei den Römern Hieß es Brot und Spiele.
Schon bei der Pest suchte man Schuldige,da waren es die Juden,
Daszieht sich doch weiter durch die Ganze Geschichte bis Heute,solange die Politik nichts weis suchen sie Krampfhaft etwas auf die Beine zu Stellen,Halbherzig nur das sie eine Ausrede finden.
Bei den Ganzen Mutationen frägt man sich wie Kann das sein,der Normaldenkende kann es verstehen ein Politiker Braucht dafür zumindest einen Ausschuss oder Gremium.
LG
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Daun 2020 am 20. Februar 2021, 10:03:29
Hallo
Man Kann sich auch die Zeit vertreiben (Corona)wenn man eine Tochter hat die gerade die Wohnung Neu einrichtet in Form von einem Riesenpuzzel nixweiss0
ein Schlafzimmerbett. Kann man zwar nicht an die Wand Hängen ,aber aufstellen.
LG
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: gerd48 am 20. Februar 2021, 19:49:30
Ja, Ikeamöbel haben ihre Tücken :D :D
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 03. März 2021, 09:58:11
Moin,
Es gibt Wörter, die schwer oder gar nicht in andere Sprachen zu übersetzen sind. Die „Schnapszahl“ ist begrifflich eine deutsche Spezialität. Wie komme ich darauf? Heute ist der 3.3.!
Wortherleiter sind sich nicht einig, wo das Wort herkommt. Sagt man „Schnapszahl“, weil eine bestimmte Zahl beim Karten spielen bedeutete, dass gesoffen werden musste bzw. durfte (durfte erscheint mir plausibler..)
oder dass man nach X Schnäpsen eh alle Zahlen doppelt sieht? Ungeachtet dessen stelle ich mit Blick auf alle Traditionen unserer versoffenen Sprachhistorie fest:
Wer glaubt, dass man sich am Schnapszahltag aus traditionellen Gründen einen hinter die Binde kloppen sollte, der irrt sich gewaltig. Und wenn es trotzdem sein muss, erweist sich zumindest, dass der Brauch stimmt.

Bleibt oder werdet gesund
Britt

Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 10. März 2021, 10:47:37
Moin,
das Virus wird ja bekanntermaßen durch Aerosole übertragen. Könnte man da nicht einen Alkoholtester für Coronaviren entwickeln? Statt Alkomat ein Coronamat?
Einfach kräftig reinpusten, die Aerosole gelangen ins Innere, Viruslast wird angezeigt, fertig.


Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: proky am 10. März 2021, 11:16:12
Moin,
das Virus wird ja bekanntermaßen durch Aerosole übertragen. Könnte man da nicht einen Alkoholtester für Coronaviren entwickeln? Statt Alkomat ein Coronamat?
Einfach kräftig reinpusten, die Aerosole gelangen ins Innere, Viruslast wird angezeigt, fertig.

die Idee klingt gut  44.
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 16. März 2021, 18:48:11
Gute Laune-Musik in Coronazeiten:

https://wendland-net.de/video/hochrisikogebiet-33048

Bleibt oder werdet gesund!
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 22. März 2021, 11:18:26
Moin,
mir ist aufgefallen, dass neuerdings überall Hanf enthalten zu sein scheint.
Frischkäse, Öl, Schokolade, Shampoo, Limonade und vieles mehr wird aktuell „aufgepimpt“. Sollen wir alle „bekifft“ den Lockdown besser überstehen oder was soll das?
Während das Bundeszentrum für Ernährung die berauschende Wirkung bei Nutzhanf gleich Null setzt, sieht das das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ganz anders:
Es hat Mitte Februar veröffentlicht, dass THC ein psychoaktives Cannabinoid ist, das in hanfhaltigen Lebensmitteln ab einer bestimmte Aufnahmemenge
gesundheitliche Folgen wie Stimmungsschwankungen und Müdigkeit mit sich bringen kann.
Und jetzt kommt`s: Daher wird seitens des BfR empfohlen, im Laufe eines Tages maximal einen Mikrogramm THC je Kilogramm Körpergewicht zu sich zu nehmen.
An dieser Stelle wird es mir dann zu kompliziert und anstrengend. Kontrolliertes Kiffen? Ich bin raus….

LG Britt
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 25. März 2021, 10:10:30
Moin,
dieses ständige nach vorne schauen…wann „dürfen“ wir endlich wieder verreisen; zum Essen in ein Restaurant gehen; Gruppenkuscheln ohne Ende;
in ein Konzert oder Fußballstadion; shoppen; ins Großraumbüro, ins Fitnessstudio (beliebig erweiterbar…) – verhagelt mir meine Gegenwart.
Als sei das Heute nichts wert, nur das bessere Morgen.
Ich verschenke keinen einzigen Tag, denn es ist immer jetzt.
Dazu fällt mir noch folgender Spruch ein:
„Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähle ihm von deinen Plänen!“

Bleibt oder werdet gesund!
Britt



Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: proky am 25. März 2021, 10:28:44
Nach 1 Jahr Leben mit der Pandemie neigt sich mein Verständnis für die Schutzmaßnahmen meinem Ende entgegen!

Die Menschen wollen und sollen vor einem Virus geschützt werden, besser gesagt, man möchte uns vor dem Tod schützen, nimmt aber unseren wirtschaftlichen und psychischen Tod in Kauf!

Die Maßnahmen zum Schutz stehen nach einem Jahr in keinem Verhältnis mehr zum Nutzen dieser Maßnahmen.

Die Wirtschaft lahmt. Vielen Existenzen droht das wirtschaftliche Aus (wirtschaftlicher Tod).
Die Menschen können sich nicht mehr ablenken.
Viele Menschen werden depressiv, mit all den negativen Folgen u.a. auch Alkoholsucht.

Und für was das Ganze? Damit ein Sterben in max. sechsstelliger Höhe verhindert wird.

Dafür nimmt man den wirtschaftlichen Tod eines ganzen Landes, ja sogar eines ganzen Kontinentes in Kauf?


Die Menschen fragen zurecht nach Veränderung!

Andere Generationen vor uns hatten noch weitaus schlimmere Epedemien und Pandemien erlebt und vor allem ÜBERLEBT!

Meine Geduld jedenfalls neigt sich dem Ende zu.

Und ich sage ganz ehrlich:

Bislang habe ich die Querdenker-Bewegung, als Spinner und Nazis abgetan!

Aber je unsinniger unsere Lebenssituation ist, umso mehr beginne ich mich für die o.g. Bewegung zu interessieren und diese zu hinterfragen...
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 25. März 2021, 11:43:59
Ich denke auch oft quer...

kreuz und quer...

hin und her...

rauf und runter....

aber, Gott sei Dank, nie im Kreis....

das habe ich hinter mir...

LG Britt

P.S.: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Menschen entweder lügen oder sie sind unfähig, ein Dilemma überhaupt zu erkennen geschweige denn zu durchdenken.
(ein nasser Alkoholiker = Querdenker ?)  Und beides in Summe macht eine Kommunikation (auf Augenhöhe) geradezu unmöglich.
 
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Elly am 25. März 2021, 13:19:49
Hallo zusammen!

Ein Hin und Her in Bezug auf Beschränkungen wegen der Pandemie.

Hick und Hack wegen den Impfungen.

Reiseeinschränkungen, die widersinnig sind. Ins Ausland darf man fliegen, aber Urlaub im eigenen Land verboten?!

Seit über 1 Jahr fühle ich mich im falschen Film... Und es wird immer irrsinniger!

Am Samstag eskalierten diverse Gegner und Befürworter der Corona Massnahmen in Kassel.
Da schäme ich mich als Nordhessin, was da abging!

Ja, es besteht eine Virus-Gefahr. Aber das normale Leben im eigenen Land sollte weitergehen, unter
Beachtung der AHA Regel, wie es immer wieder erwähnt wird.

Es muss dringend ein Reiseverbot ausserhalb des eigenen Landes erfolgen! Grenzen zu!

Gestern las ich von einer neuen Variante von Corona, die in Brasilien grasiert. Wenn sich
das bewahrheitet...

Ich wünsche uns allen Zuversicht und Gesundheit!

Passt auf Euch auf!

Elly
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Gerchla am 25. März 2021, 13:59:36
Ich stelle in den letzten Monaten und Wochen fest, dass die Menschen bezüglich dieser Pandemie und allem was da gerade so passiert, immer dünnhäutiger werden (was ich gut nachvollziehen kann). Und manchmal stelle ich das auch an mir selbst fest. Das erschreckt mich dann, denn ich bin jemand, der gerne sehr genau darauf achtet, was meine Gedanken mit mir machen. Und wenn ich Gedanken habe, die aufwühlend für mich sind oder mich gar in Wut versetzen, dann ist das für mich ein ernstzunehmendes Warnsignal. 

Dieses Warnsignal habe ich in den letzten Wochen ein paar mal bei mir wahr genommen. Es ging dabei immer um diese Pandemie, darum, dass ich direkt in einer der Branchen arbeite, die massivst von den aktuellen Maßnahmen betroffen ist. Sie gingen darum, dass es bis zum heutigen Tag für diese Branche keine Perspektive gibt, nicht mal eine vage.

Natürlich kreisen dann die Gedanken auch darum, wie man es "richtig machen könnte", das "die da oben" null Plan haben und dass ich es besser wüsste (welch erschreckend überhebliche Gedanken das doch im Grunde sind). Gerade wieder diese Geschichte mit der zurückgenommenen Osterruhe....

Ich komme dann aber meist schnell wieder zurück zu mir selbst. Immer den Gedanken im Kopf, wo ICH die Möglichkeit habe etwas zu verändern und wo nicht. Und ich komme immer wieder darauf zurück, dass ich überzeugt davon bin, dass diese auwühlenden oder Wut erzeugenden Gedanken, wenn ich sie denn ständig oder auch einfach nur zu oft denke und zulasse, mein ganzes Ich und mein ganzes Wohlbefinden negativ beeinflussen.

Und so schaffe ich es, wofür ich sehr dankbar bin, immer wieder zu mir zurück zu kommen und für das dankbar zu sein, was ich habe. Und das ist, ehrlich gesagt, ziemlich viel. Trotz Perspektivlosigkeit was mein berufliches Umfeld betrifft, trotz der ganzen (wirklich nicht schönen) Einschränkungen, trotz der negativen Prognosen was die Auswirkungen auf die Wirtschaft betrifft, trotz der nicht (mehr) vorhandenen kulturellen Angebote. Man könnte das nun noch weiter Fortsetzen...

Und ich will mir auch nicht zu viele Gedanken darüber machen, was irgendwann mal sein könnte oder sein wird, weil "die da oben" heute alles falsch machen. Denn ich weiß, dass ich deren Job nicht machen möchte, nicht für Millionen von Euro. Und das es meistens ohnehin anders kommt als man denkt, das ist etwas, das gerade ich durch meine eigenen Geschichte gelernt habe.

Und wenn dann oft das Argument kommt, dass man halt das Risiko eingehen muss, dass ein paar mehr Leute an diesem Virus sterben (dafür dann aber die Wirtschaft retten und unser normales Leben wieder möglich wird), dann denke ich immer an einen Spruch von meinem Ex-Chef, der manchmal sagte "mit anderer Leute Arsch ist gut durch Feuer fahren" (entschuldigt bitte die etwas vulgäre Ausdrucksweise aber so  lautet der Spruch halt). Übersetzt heißt das für mich immer: "So lange ich nicht betroffen bin, ist ja alles gut".

Auch Vergleiche mit vergangenen Pandemien (gerne wird hier die Pest und die spanische Grippe hergenommen) und wieviel Prozent der Bevölkerung damals starben im Vergleich zu den, diesbezüglich lächerlichen, Zahlen bezogen auf Corona, schrecken mich eher ab als das ich da irgendetwas Sinnvolles heraus lesen können.

Denn da werden einerseits Äpfel mit Birnen verglichen (medizinischer Standard und Wissen anno Tobak und heute) andererseits werden aber auch Schicksale zu einer bloßen Statisitk oder Zahl gemacht. Hier starben 25 % der Weltbevölkerung bei Corona sind es bisher nur 0,03 % (meine Zahlen sind nur beispielhaft ohne Rechtsanspruch). Gestorben sind in beiden Fällen MENSCHEN, dahinter dann noch die Schicksale der Hinterbliebenen. Aber solange die die eigenen Eltern, der eigene Partner / Partnerin, das eigenen Kind unter diesen "Zahlen" ist, ist ja alles ok. Wie gesagt, ""mit anderer Leute Arsch ist gut durch Feuer fahren".

Uns so ist es für mich wichtig, für mich selbst zu sorgen, auch oder besonders in dieser schwierigen Zeit, wo man die  Ohnmacht noch deutlicher spürt als in normalen Zeiten. Wo noch klarer wird, wie wenig man eigentlich selbst in der Hand hat und wo man aber genau deshalb schnell in Gefahr gerät, sich in einen (oft auch medial gepuschten) Erregungs- und Empörungsstrudel hinein ziehen zu lassen. Ich kann und will immer nur für mich sprechen. Wenn ich das tue, also wenn mir das passiert, ich mich hinein ziehen lasse, dann ist das Ergebnis immer das Gleiche: Es geht mir danach schlechter als vorher. Und ich bin immer wieder einfach nur dankbar, dass es meist gar nicht dazu kommt oder wenn, ich es relativ schnell erkenne und ich wieder zu mir und dem was ich in der Hand habe  zurück finden kann.

In diesem Sinne: Wir werden diese Pandemie überstehen, natürlich werden wir das. Und es muss nicht alles so fürchterlich und schrecklich werden, wie wir das im Moment vielleicht glauben. Nein, dass muss es nicht.

Liebe  Grüße
gerchla

Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Silbermöwe am 25. März 2021, 19:09:19
Ganz spontan und kurz und knackig,  vielen Dank  Gerchla für diesen wunderbaren Beitrag.  Du hast mich gerade wieder geerdet.

LG Silbermöwe
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Wolfsfrau am 25. März 2021, 19:54:47
Danke, Gerchla!

Es tut mir gut, mich beim Lesen in Deinen Gedanken wieder zu finden.
So gebündelt hätte ich sie mir selbst noch nicht anbieten können.  ;)
Ich fühle mich jetzt auch irgendwie aufgeräumter. Für mich ist es
sehr wichtig, an der richtigen Stelle Unterscheidungen zu treffen,
sonst vermengt sich alles und die Gefühle finden keine guten Auswege.

Liebe Grüße

Wolfsfrau
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Greenfox am 26. März 2021, 05:49:46
Zitat
Hier starben 25 % der Weltbevölkerung bei Corona sind es bisher nur 0,03 % (meine Zahlen sind nur beispielhaft ohne Rechtsanspruch). Gestorben sind in beiden Fällen MENSCHEN, dahinter dann noch die Schicksale der Hinterbliebenen. Aber solange die die eigenen Eltern, der eigene Partner / Partnerin, das eigenen Kind unter diesen "Zahlen" ist, ist ja alles ok. Wie gesagt, ""mit anderer Leute Arsch ist gut durch Feuer fahren".

Korrekt. Wenn man gleich mehrere "Einschläge" in seiner persönlichen Umgebung hatte, dann sieht man diese 0,03% auch mit ganz anderen Augen ...
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 30. März 2021, 11:04:16
"Die Pandemie ist ja Pillepalle"

Zitat von Philosoph R.D. Precht zum Vergleich von Corona und Klimakatastrophe
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Greenfox am 31. März 2021, 09:28:22
Hat er nicht ganz Unrecht.

Die Pandemie betrifft nur uns Menschen. Und wenn wir uns ein wenig zusammenreissen würden, wäre sie schon halbwegs überstanden.

Der Klimawandel betrifft die gesamte Flora und Fauna - und da ist der Mensch nur ein kleiner Teil davon. Allerdings hat der Mensch einen 80%igen Anteil an dieser Katastrophe.
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Daun 2020 am 27. April 2021, 07:06:03
Hallo
Hier mal ein Link zu diesem Thema

https://www.youtube.com/watch?v=r6k8DvypmU4

Da Kann sich jeder Selber seine Gedanken zu machen.
LG
Daun
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 07. Mai 2021, 10:14:07
Moin,

ebbt Corona ab?
Es scheint, dass das rettende Ufer in Sicht ist.
Trotzdem finde ich –wie auch bei der Alkoholkrankheit- , dass diese kostbare Brücke nicht gefährdet werden darf.
Es darf nicht auf Treibsand gebaut werden… Allzu frühe Lockerungsträume (jetzt kann ich wieder…) haben sich oftmals als fatales In-die-Tasche-Lügen herausgestellt.
Es ist noch nicht vorbei. Es ist ein Ringen auf Messers Schneide…

LG Britt
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Elly am 07. Mai 2021, 11:48:32
Moin,

ebbt Corona ab?
Es scheint, dass das rettende Ufer in Sicht ist.



Guten Tag! 

Es scheint so, dass Licht im Tunnel zu sehen ist! Wir alle brauchen auch wieder etwas
Aussicht auf Normalität.

Aber wie immer will ich einige Vorschriften nicht ganz verstehen. "Freiheit" für Geimpfte
und Genesene. Wer will das alles kontrollieren???

Ich bin für weiterhin Vorsicht und vor allem die AHA Regeln einzuhalten. Und das tue ich,
denn ich bin zudem noch nicht geimpft...

LG Elly
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 07. Mai 2021, 12:20:51

Guten Tag! 

Aber wie immer will ich einige Vorschriften nicht ganz verstehen. "Freiheit" für Geimpfte und Genesene.

LG Elly

Elly, es geht hier nicht um Vorschriften und "Freiheiten", sondern um Grundrechte ...
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Elly am 07. Mai 2021, 12:47:35

Elly, es geht hier nicht um Vorschriften und "Freiheiten", sondern um Grundrechte ...

Deswegen meine Anführungszeichen!

Vieles, das im Namen der Pandemie erlassen wurde, ist sehr stark grenzwertig!
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Daun 2020 am 07. Mai 2021, 14:24:58
Hallo Britt
Ja ich verstehe das auch nicht so ganz, wie das meinst mit den Grundrechten?
Das müsstest du einmal näher Erklären.
LG
Daun
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 07. Mai 2021, 19:00:15
Also, um es einfach auszudrücken:
Wenn feststeht, dass von einem Menschen weder für sich noch für andere eine Gefahr ausgeht, dann hat der Staat kein Recht, seine Grundrechte (Freiheit) einzuschränken. Er muss also Maßnahmen aufheben und den verfassungsmäßigen Zustand wieder herstellen. Mit Sonderrechten, Privilegien oder Freiheiten hat das nichts zu tun. Ich kann es durchaus nachvollziehen, dass man dies als ungerecht den Ungeimpften gegenüber empfindet, weil bisher nur ein kleiner Teil der Bevölkerung die Chance hat, sich impfen zu lassen. Das Ganze scheint mir eher ein moralisches denn ein rechtliches "Problem" zu sein. Ich wünsche mir, dass es keine Zwei-Klassen-Gesellschaft geben wird und hoffe auf Solidarität, dass Nicht-Geimpfte den Geimpften auch gönnen können, stärker ins öffentliche Leben zurückkehren zu dürfen.

LG Britt
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Daun 2020 am 08. Mai 2021, 11:19:25
Hallo
Britt
Da gebe ich dir uneingeschränkt recht.
Wenn man sieht, wie Hilflos die Regierung mit dieser Situation umgeht, dann frage ich mich manchmal, ob sie nicht Lernen wollen, oder die
Erkenntnisse, die man schon von der Pandemie hat einfach ignorieren und stur ihren Kurs weiterverfolgen.
Auf der anderen Seite ist er natürlich auch einfach zu sagen, das macht ihr Falsch, nein das Möchte ich nicht damit sagen.
Es sind langfristige Erkenntnisse, die einfach ignoriert werden.
Es wird erlaubt in Urlaub zu fahren, mit einem Negativen Test wieder einreisen zu dürfen, ohne dann eine Quarantäne ,obwohl man weis das hier eine Infektionsgefahr nicht ausgeschlossen werden kann.
Und gleichzeitig davor warnen diese Tests nicht zu fälschen.
Ja es hat leider nicht jeder das Geld in Urlaub zu fahren, und hier fängt die Solidarität meiner Meinung nach an.
Wie kommt die englische Variante, die Südafrikanische, die brasilianische Variante hierhin?
Hier als Beispiel Korea Australien wo das gezielt Umgesetzt wird. Besonders im asiatischen Raum hat man aus der Vergangenheit gelernt, bei uns nicht.
Das Gleiche gilt für Pandemien in der Vergangenheit, wo man vieles von hätte lernen können wird hier bei uns einfach ignoriert.
Pest ,Collora, Spanische Grippe.
Hier setzt man auf Regelungen die nur sehr Schwer zu verstehen sind.
Was bitteschön bringt eine Ausgangssperre?
Mit so vielen Ausnahmen?
Dazu wird dann die Polizei eingesetzt um das ganze zu Kontrollieren, ich glaube da ist doch der Wurm drin.
Ich gehe zum Nachbarn und leihe mir den Hund.
Einzel darf ich weiter bis 12 Uhr draußen sein.
Was aber erreicht werden soll Versammlungen zu unterbinden, wird so glaube ich nicht erreicht.
Das Gleiche gilt auch für Geschäfte des täglichen Bedarfs.
Was haben Blumengeschäfte nun mal mit dem Täglichen und Lebensnotwendigen bedarf zu tun frage ich mich da.
Jetzt kommt noch hinzu, das Geschäfte nur noch Lebensmittel anbieten dürfen.
Fachgeschäfte bleiben weiter geschlossen, was doch ein Unsinn Hoch 3 ist.
Aber ich muss nicht
alles Verstehen.
Laut Aussage unserer Bundeskanzlerin wurden ja nach den Lebensmittelgeschäften die Frisöre aus hygienischen Gründen zuerst geöffnet.
Dann darf man sich nicht wundern, wenn sie als Nächstes auch verlangt alle die Haare länger als 10 cm haben, ab zum Frisör.
Dann will ich mal sehen, was die Frauen sagen, und wie sie Reagieren. Polizei Bundeswehr, mit Langen Haaren.
Dann wird man mal sehen, wie Schnell sie dann wird, mit dem was da gerade abgeht.
Selbst Messer Gabel Schere Licht, das gibst in D. Land zurzeit nicht.
Dafür Blumen, na. Dann mal guten Appetit.
Wo Leute mit Zahlen jonglieren können, und allgemein suggerieren, sie hätten das Ganze im Griff, dann muss auch die Frage erlaubt sein, wo sind dann diese sogenannten Grund Rechte?
Britt ich gebe dir recht Grundrechte werden hier Massivs verletzt.
Es werden ja seit Neuestem nicht mehr unterschieden, sondern nur noch die RkI Werte genommen für einen bestimmten Bezirk, aber dann das ganze aufgewertet auf die sogenannte Sippenhaft, und nicht geschaut, wo denn die Ursachen liegen, und dort verstärkt eingegriffen.
Aus Solidarität sollten öffentliche Veranstaltungen untersagt werden, aber einzelne Gruppierungen schaffen es immer wieder und dann muss die Polizei einschreiten, das ist doch ein Unding, meiner Meinung nach.

Aber ich rege mich darüber nicht mehr auf, irgendwann siegt das Virus oder auch nicht.







Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Erkenntnis am 09. Mai 2021, 07:52:49
Was bitteschön bringt eine Ausgangssperre?
Mit so vielen Ausnahmen?
Dazu wird dann die Polizei eingesetzt um das ganze zu Kontrollieren, ich glaube da ist doch der Wurm drin.
Ich gehe zum Nachbarn und leihe mir den Hund.
Einzel darf ich weiter bis 12 Uhr draußen sein.
Was aber erreicht werden soll Versammlungen zu unterbinden, wird so glaube ich nicht erreicht.
Das Gleiche gilt auch für Geschäfte des täglichen Bedarfs.
Was haben Blumengeschäfte nun mal mit dem Täglichen und Lebensnotwendigen bedarf zu tun frage ich mich da.
Jetzt kommt noch hinzu, das Geschäfte nur noch Lebensmittel anbieten dürfen.
Fachgeschäfte bleiben weiter geschlossen, was doch ein Unsinn Hoch 3 ist.
Aber ich muss nicht
alles Verstehen.
Laut Aussage unserer Bundeskanzlerin wurden ja nach den Lebensmittelgeschäften die Frisöre aus hygienischen Gründen zuerst geöffnet.
Dann darf man sich nicht wundern, wenn sie als Nächstes auch verlangt alle die Haare länger als 10 cm haben, ab zum Frisör.
Dann will ich mal sehen, was die Frauen sagen, und wie sie Reagieren. Polizei Bundeswehr, mit Langen Haaren.
Dann wird man mal sehen, wie Schnell sie dann wird, mit dem was da gerade abgeht.
Selbst Messer Gabel Schere Licht, das gibst in D. Land zurzeit nicht.
Dafür Blumen, na. Dann mal guten Appetit.
Wo Leute mit Zahlen jonglieren können, und allgemein suggerieren, sie hätten das Ganze im Griff, dann muss auch die Frage erlaubt sein, wo sind dann diese sogenannten Grund Rechte?
Britt ich gebe dir recht Grundrechte werden hier Massivs verletzt.
Es werden ja seit Neuestem nicht mehr unterschieden, sondern nur noch die RkI Werte genommen für einen bestimmten Bezirk, aber dann das ganze aufgewertet auf die sogenannte Sippenhaft, und nicht geschaut, wo denn die Ursachen liegen, und dort verstärkt eingegriffen.
Aus Solidarität sollten öffentliche Veranstaltungen untersagt werden, aber einzelne Gruppierungen schaffen es immer wieder und dann muss die Polizei einschreiten, das ist doch ein Unding, meiner Meinung nach.

Aber ich rege mich darüber nicht mehr auf, irgendwann siegt das Virus oder auch nicht.


Moin Daun

Hab mich mal so durch die Botanik gelesen und bin auf deinen Beitrag gestoßen.
Oder eher darüber gestolpert ..
Was bringen Ausgangssperren.
Sinnlos oder nützlich.
Ich würde sagen es ist besser so eine Entscheidung zu treffen, als die Hände in den Schoß zu legen.
Durch Ausgangssperren sollen Kontaktbeschränkungen erreicht und Neuinfektionen verringert werden.
Auch wenn der Erfolg etwas geringer ausfällt wie erhofft, so ist es doch ein kleiner Erfolg - und wer weiß wie vielen er schon das Leben gerettet hat.
Entschuldige, aber aus deinem restlichen Beitrag öffnet sich für mich keinerlei Sinn.

LG
Erkenntnis


Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 11. Mai 2021, 11:06:05
Jeden Tag mehr Material

Ich nehme mir die Zeit, meine ganz persönlichen Gedanken in eine Schriftform zu gießen. Ich führe ein Tagebuch. Es tut mir gut.
Für mich bedeutet das, dass ich und mein Erbe  irgendwann Spannendes, Tragisches, Peinliches, Trauriges, Lustiges, Bedrückendes oder Aufregendes nachzulesen haben werden.
Insbesondere, wenn es darum geht, eine Krise oder die Jahrhundert-Pandemie im Nachhinein besser zu verstehen. Anders als bei Aug in Aug Gesprächen
und anders als beim Posten von Befindlichkeiten in den sozialen Medien lege ich in meinem Tagebuch Rechenschaft vor mir selbst ab. Ich schreibe ehrlich, offen und aufrichtig,
weil ich es sehr ernst nehme mit dieser Form der Reflexion über mein eigenes Denken, Fühlen und Handeln. Was in der Vergangenheit passiert ist, begreift „man“ in Gänze häufig erst durch die Auswertung persönlicher Zeugnisse.
Was für ein Gedanke also, dass mit jedem Tag in meinem Tagebuch mehr Material entsteht, das für meine Nachfahren vielleicht sogar enorm wertvoll sein wird.

Verstehen kann man das Leben oft nur rückwärts, doch leben muss man es vorwärts. (Kierkegaard)

Britt
   
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Daun 2020 am 12. Mai 2021, 09:52:15
Ebbt Corona ab?
Es scheint, dass das rettende Ufer in Sicht ist.
Trotzdem finde ich –wie auch bei der Alkoholkrankheit, dass diese kostbare Brücke nicht gefährdet werden darf.
Es darf nicht auf Treibsand gebaut werden… Allzu frühe Lockerungsträume (jetzt kann ich wieder…) haben sich oftmals als fatales In-die-Tasche-Lügen herausgestellt.
Es ist noch nicht vorbei. Es ist ein Ringen auf Messers Schneide…

Hallo Britt
Ich gebe dir da recht, und was kommt jetzt?
Augenscheinlich gehen die Zahlen ja nach unten, und schon sind alle dabei die Koffer zu Packen.
Angefeuert von den Medien, Politiker, Statistiker die noch vor Tagen genau das Gegenteil gesagt haben will das Plötzlich keiner mehr wissen.
Jetzt sollte der normale Menschenverstand doch mal wieder einsetzen.
Wenn man sich das so ansieht mit den Statistiken, dann habe ich so meine Zweifel.
Die Urlaubsländer drängen auf Öffnungen, ob nun hier bei uns, oder im Ausland.
Hoffentlich geht das nicht nach hinten Los.
Wie hat das hier angefangen?
Ischgl?
Und was kam dann, haben das alle schon vergessen?
Die ganze Politik hat meiner Meinung von Anfang an darauf gesetzt die Zahl der Intensivbetten so klein wie Möglich zu halten.
Jetzt fangen einige erst an zu begreifen wie  man mit geeigneten Maßnahmen dem Ziel näher kommen könnte.
Siehe Modell Chorweiler.
Wenn ich so an meine Therapie denke, wie viele haben da gesagt, ich Suchtprobleme ich bin jetzt 1-2 Monate hier, und Probleme, ich kann das doch, und haben abgebrochen.
Genau so sehe ich das jetzt mit Corona.
LG
Daun





Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Wolfsfrau am 12. Mai 2021, 15:36:59
Jeden Tag mehr Material

... lege ich in meinem Tagebuch Rechenschaft vor mir selbst ab. Ich schreibe ehrlich, offen und aufrichtig,
weil ich es sehr ernst nehme mit dieser Form der Reflexion über mein eigenes Denken, Fühlen und Handeln. Was in der Vergangenheit passiert ist, begreift „man“ in Gänze häufig erst durch die Auswertung persönlicher Zeugnisse.

Hallo Britt,

ich bin über das Wort "Rechenschaft" gestolpert. Wie meinst Du das denn?
Geht es da um Aufarbeitung aus Deiner Vergangenheit? Es klingt etwas 'hart',
so als ob Du rechtfertigen müsstest, oder Dich selbst anklagen ... ? - keine
Ahnung, wie diese Idee in meinen Kopf kam, ... falls Du dazu mehr schreiben
magst?

Oder meinst Du das ganz wertfrei (Rechenschaft), mehr im Sinn von: Ja, war so.
Und durfte zu dem Zeitpunkt so sein, weil ich damals an dem Punkt war.

fragt
Wolfsfrau :)
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 12. Mai 2021, 16:59:13
Moin liebe Wolfsfrau,
schwierig zu erklären...ich denke, dass ich nur mir gegenüber rechenschaftspflichtig bin, weil nur ich ganz allein um meine Beweggründe weiß, warum ich so und nicht anders gehandelt habe. Vielleicht drücke ich es mal anderes aus. Rechenschaft im Sinne von: ich stehe dazu und/oder ich entlaste mich selber, warum ich Handlungen so und nicht anders ausgeführt oder Dinge nicht getan habe. Meine eigenen Fragen...meine eigenen Antworten, ohne Einfluss von außen. Mir selbst Rechenschaft abzulegen ist für mich keine (selbst)Anklage oder Bestrafung, ich sehe es als eine Art von Versöhnung mit mir selbst. Ich möchte mich erinnern: an die Sammlung glücklicher und unglücklicher Tage...an bedeutungsvolle Tage...an Erfolge, die unmöglich schienen...ich will mein Leben mit all seinen Höhen und Tiefen nicht vergessen.
Ich gaube, das war jetzt doch ein bisschen wirr, aber egal, ich schick das nun ab...

Lieben Gruß
Britt
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Wolfsfrau am 12. Mai 2021, 19:13:41
ich sehe es als eine Art von Versöhnung mit mir selbst.

 :sun:

Das entspricht etwa der zweiten Auslegung, die ich so vermutet hatte.
Es klingt kraftvoll und irgendwie auch liebevoll, sich selbst gegenüber.
Selbstannahme fällt mir dazu ein.

Danke fürs Teilen Deiner Gedanken.

Wolfsfrau
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 20. Juli 2021, 09:40:13
„Weil jetzt ein solcher Tag ist, ändert „man“ nicht die Politik“

Hat das ein Kanzlerkandidat wirklich so gesagt?
Schon 1972! veröffentlichte der Club of Rome seine Studie „Die Grenzen des Wachstums“….
Was muss noch alles passieren, damit ein Umdenken stattfindet?
Notsituationen warten nicht darauf, dass der Mensch Entscheidungen trifft. Wir sollten uns nicht darauf verlassen, dass der „Kelch“ an uns vorüberzieht.

Ich zitiere gerne nochmal  Philosoph Richard David Precht :
„die Pandemie ist ja Pillepalle  zu dem, was auf die Menschen durch die Klimakatastrophe zukommt“.

Vieles ist nicht zuletzt  eine Einübung aufs Verzichten….

Bleibt oder werdet gesund.
Britt

Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 11. August 2021, 09:39:57
Moin,

wenn Sternschnuppen über den nächtlichen Himmel flitzen, schicke ich (als Romantiker) gerne heimlich meine Wünsche gen Himmel.
Davon habe ich viele und deshalb werde ich diesen Donnerstagabend lange wach bleiben, denn hunderte Sternschnuppen ziehen zum Höhepunkt
des Sternschnuppen-Regens in der Nacht zum Freitag pro Stunde über den Himmel. Ein paar Wünsche stehen schon auf meiner imaginären Liste.
Die bleiben aber natürlich streng geheim, das ist ja klar!
Also, auf in die lange Nacht der Wünsche – und Daumen drücken, dass der Himmel am Donnerstagabend möglichst klar ist….

Mögen alle eure Wünsche in Erfüllung gehen.

Bleibt oder werdet gesund  :).
Britt
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 17. August 2021, 10:48:06
Moin,
ist bald Schluss mit B wie Berta, R wie Richard, I wie Ida und T wie Theodor?
Mir kommt das Buchstabieren nach Vornamen (nicht nur beruflich bedingt) fließend über die Lippen.
Jetzt hat es das DIN geschafft, nach 76 Jahren neue Vorschläge für die  Buchstabiertafel zu erarbeiten.
Nun ja, ich kann dem Deutschen Institut für Normung (DIN) nun wirklich nicht vorwerfen, dass sie dort auf der faulen Haut sitzen.
Ein gutes Dutzend Experten (?!) befasst sich nun mit den Bezeichnungen für die Buchstaben.

Auch wenn es all den Bertas, Doras und Idas dieses Landes Leid tun wird, nun sollen Städtenamen zum Zuge kommen, weil eine Buchstabiertafel mit den bisherigen Vornamen
die kulturelle Diversität der deutschen Bevölkerung nicht ausreichend wider spiegelt.

Ja nee, is klar….

Gruß

B (wie Bad Gottleuba-Berggrießhübel) R (wie Rotenburg ob der Tauber) I (wie Idar-Oberstein) T (wie Tauberbischofsheim)  T (wie Tauberbischofsheim )
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Greenfox am 17. August 2021, 13:17:15
Wie heisst denn "L" wie "Ludwig" künftig? "Lederhose" oder "Linsengericht  ;D
"W" wie "Wassersuppe"  nixweiss0

Ich habe keine Lust mehr, mich auf den letzten "Metern" damit zu beschäftigen. Aber vielleicht kommt es ja leichter über mich als ich es mir jetzt vorstelle ...
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: ichso am 17. August 2021, 17:56:30
Na hier im Forum ist es ja gerade schön lebhaft :) So klicke ich mich mal von Beitrag zu Beitrag, lächel...

Als alte ehemalige Sekretärin (die zum Glück das internationale Alphabet seltenst runterrattern musste) bin ich auch langsam zu alt für so einen neumodischen Sch... :(

Meine Enkelin, mit 18 die verstoßene Oma suchend und findend <3 versucht auch immer mal, mir z.B. gendern zu erklären. Da gibt es Cis-Menschen und Nonsexuelle, Diverse sowieso und anderes mehr. Und ich denke dann so bei mir: alles hat seine/ihre Zeit ;) Mach' du mal Schätzchen, ich habe die Welt schon versucht zu ändern. Frauen sichtbar zu machen in der Sprache, gleiches Geld für gleiche Arbeit, all' das ist ja auch noch nicht wirklich rund.

So bin ich froh, dass ich vieles jetzt im Ältersein entspannter sehe. Wie sagte sie früher manchmal: Chill mal dein Leben, Omi. Ok, mache ich ;) Aber klasse, das Britt so entzückende Ortsbeispiele rausgesucht hat, grins...
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Susanne68 am 17. August 2021, 20:55:00
müsst Ihr das? Wer schreibt das vor?

Ich improvisiere immer. Kanns mir wer verbieten?
Wenn man sonst zu wenig Probleme hat, macht man sich wohl welche. Ich mein jetzt diese wahnwitzig wichtige Änderung.
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Daun 2020 am 18. August 2021, 09:16:37
Ja Britt
Da gibt es Menschen die Fangen an zu Denken, das müsste doch jeder Verstehen oder.

Wenn jetzt noch einer den Vorschlag machen würde ,da ja die Din Norm nur für Deutschland gilt, das ganze mal Weltweit zu sehen, dann Könnte man doch Politiker Wählen, die dann auch geschichtliches Hintergrundwissen mit sich Bringen.

A= Abraham Lincoln oder Abdull....... Allah   B= Berrbock oder Bismarck  =C  Cäsar(Gibts ja schon) I =Islam L=Ludwig II oder Lasch(et)
O=Obama P=Putin

Das wär doch mal was oder

Warum, wenn das Althergebrachte doch so gut funktioniert sollte man sich mal Gedanken über Anpassungen an die Zeit machen.
Sehe es Positiv das schafft Arbeitsplätze und steigert die Produktion von einer Menge Papier.
LG
Daun
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 25. August 2021, 19:26:17
Moin,
mir ist aufgefallen, dass neuerdings überall Hanf enthalten zu sein scheint.
Frischkäse, Öl, Schokolade, Shampoo, Limonade und vieles mehr wird aktuell „aufgepimpt“. Sollen wir alle „bekifft“ den Lockdown besser überstehen oder was soll das?
Während das Bundeszentrum für Ernährung die berauschende Wirkung bei Nutzhanf gleich Null setzt, sieht das das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ganz anders:
Es hat Mitte Februar veröffentlicht, dass THC ein psychoaktives Cannabinoid ist, das in hanfhaltigen Lebensmitteln ab einer bestimmte Aufnahmemenge
gesundheitliche Folgen wie Stimmungsschwankungen und Müdigkeit mit sich bringen kann.
Und jetzt kommt`s: Daher wird seitens des BfR empfohlen, im Laufe eines Tages maximal einen Mikrogramm THC je Kilogramm Körpergewicht zu sich zu nehmen.
An dieser Stelle wird es mir dann zu kompliziert und anstrengend. Kontrolliertes Kiffen? Ich bin raus….

LG Britt

https://www.berliner-zeitung.de/news/grosse-lidl-rueckrufaktion-hanf-produkte-hatten-zu-viel-thc-li.179021

Aus Versehen high...?!
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: ichso am 25. August 2021, 22:23:21
Ich bin dagegen. Aus persönlichen Gründen sowieso. Mich triggert schon der Hanfladen bei uns in der Altstadt. Ist bei mir ähnlich wie beim Alk. Da sind es die Flaschen im Supermarkt, die ich immer noch übersehen will. Nach all' den Jahren noch Angst. Nicht Respekt. Angst. Vor dem Elend, in dem ich damals steckte.

Plus: Das THC wurde im Lauf der Jahre so verändert, dass es wohl bis zu sechsmal mehr "knallt". Ich knallte damals schon in die drogeninduzierte Psychose. Das war grässlich.

Gestern im Radio (HR1) gehört, der Bundestag will beschließen (oder hat schon??) das bis zu 6 Gramm nicht mehr strafbar sein sollen, einheitlich in allen Bundesländern. Ich bin dagegen.
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: Britt am 30. August 2021, 09:32:29
Moin,
ich kann nur jemandem Hilfe und Unterstützung anbieten, der die auch aus eigener Überzeugung will und annimmt. Ich habe das selbst so erfahren.
Anders denkenden Menschen etwas rücksichtslos oder gewaltsam aufzwingen, hat mit Hilfe nichts zu tun . Demokratie kann „man“ einem anders denkenden Volk nicht so einfach überstülpen.
Ich will jetzt nicht politisch werden und auch wenn die Bilder aus Afghanistan sehr schlimm sind, denke ich, dass „man“ einen gewaltigen Denkfehler begeht.
Natürlich muss den „Ortskräften“ beim Verlassen des Landes geholfen werden. Aber kann „man“ noch so viel mehr Afghanen ausfliegen?
Wer verändert dann noch das Land, wer wehrt sich dann noch gegen die „Gotteskrieger“ und versucht die Rechte von Frauen und Andersdenkenden  durchzusetzen?
Die völlig andere Mentalität und Kultur dieses Volkes kann „man“ doch nicht so einfach ändern, DAS kann nur selbst gewollt sein und von innen heraus geschehen.
Anscheinend aber wollen die Menschen das dort nicht. Denn sonst hätten sich die bewaffneten Kräfte des Militärs und der Polizei gewehrt.
Die Taliban sind Verbrecher, Terroristen und in tiefstem mittelalterlichen Denken verhaftet. Es geht Ihnen auch nicht um Glaube und Religion, sondern, wie überall auf der Welt um Macht und sonst nichts.
Es mag sehr unmenschlich klingen, aber wahrscheinlich wäre es am besten, der afghanische Bevölkerung die Bekämpfung und Beseitigung der Taliban allein zu überlassen.
Wenn das aber nicht gewollt ist, ist es allein deren Sache. Mit den Konsequenzen müssen sie dann leben. Jeder Teil eines Volkes muss sich seine Rechte selbst erkämpfen.
Jede nicht gewollte (aufgezwungene) Hilfe verlängert nur die Zustände und das Leiden eines jeden einzelnen Menschen.

Britt
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: ichso am 30. August 2021, 10:45:36
Moinsen.

Und puuuhhh... Heißes Eisen. Als junge Frau dachte ich, die Welt muss doch irgendwie zu retten sein! Aber tatsächlich denke ich nach 20 Jahren (leider wohl vergeblichem) Einsatz in diesem Land ähnlich wie du.

Ich bin superdankbar das ich in eine Demokratie geboren wurde und in ihr leben darf, aber ich sehe auch (um es mal auf die "Vielen kleinen Leute, die an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, um das Gesicht der Welt zu verändern" runterzubrechen) wie festverwurzelt Rituale, Meinungen, Ansichten allein in meinem "bunten" Mehrfamilienhaus zu erfahren sind. Demokratie "überstülpen" ist da auch nicht das Mittel erster Wahl. Also in meinem Kopf. Aber wer bin ich...
Titel: Re: Chance zum Innehalten
Beitrag von: ichso am 17. Oktober 2021, 22:11:04
Ich lasse dir mal ein liebes Huhu hier :)